Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Abstandmessung


| 12.12.2008 21:42 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Guten Tag,

leider habe ich einen Anhörungsbogen zur einer Abstandmessung auf der A24 erhalten. Der Abstand soll kleiner 4/10 gewesen sein.
(23 m bei 120 km/h)

Meine Frage:

Ist der Anhörungsbogen in dieser Form wirklich korrekt, denn bei der Geschwindigkeitsangabe steht wörtlich "120 km/h (101-130 km/h)".
Kann es sein, dass da überhaupt nicht gemessen wurde, sondern man von der vorgeschrieben Geschwindigkeit von 120 km/h ausging ??

Bei den Beweismitteln ist nur ein Photo *.jpg angegeben. Kein Wort von Video und erst recht keine Angabe zu dem verwendeten Messgerät/-system ? Als Zeuge steht nur "Mitarbeiter des OA".

Lapidar steht noch der Satz "Toleranzen sind zu Ihren Gunsten berücksichtigt" (Keine Berechnung ??)

Mir kommt dieses Schreiben sehr komisch vor. Zudem bin ich mir sehr sicher, dass das vorran fahrende Fahrzeug noch abgebremst hat, da der Fahrer im letzten Moment die am Rand aufgestellten Geräte erkannt hat.

Wie stehen meine Chancen diese Abstandmessung anzufechten. Bei anderen Abstandmessungen ist laut Internet anscheindend immer eine genaue Geschwindigkeit erfasst worden. Muss das Messsystem nicht genannt werden. Ein Video soll lt. Anruf beim OA existieren und der nächsten Polizeistelle zugesandt werden, wenn ich die Odnungswidrigkeit nicht zugebe. Aber was ist mit der Geschwindigkeitermittlung.

Die zu erwartenden 2 Punkte würden mein Konto auf 5 Punkte innerhalb von 3 Monaten erhöhen, wass ggf. zu einem Führerscheinentzug führen könnte !?

Was sagen Sie zu diesm Anhörungsbogen und wie würden sie vorgehen ? Sehen Sie Chancen ?


Vielen Dank
L.R.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

für ihre Anfrage möchte ich Ihnen danken und diese unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes summarisch wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist der Anhörungsbogen in der beschriebenen Form durchaus korrekt. Gemäß der Anlage 2 der Verordnung über die Erteilung einer Verwarnung, Regelsätze für Geldbußen und die Anordnung eines Fahrverbots wegen Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr (BKatV) gelten verschiedenen Strafen bei Abstandverstößen je nach Geschwindigkeitsbereich (Geschwindigkeiten bis 80 km/h, zwischen 81 und 100 km/h, zwischen 101 und 130 km/h, und über 130 km/h) und je nach Abstand (weniger als 5/10, weniger als 4/10, weniger als 3/10, weniger als 2/10 und weniger als 1/10 des halben Tachowertes).

Durch die Angaben im Anhörungsbogen (Geschwindigkeit 120 km/h im Geschwindigkeitsbereich 101 bis 130 km/h, Abstand kleiner als 4/10 (23m bei 120 km/h) werden nur die Tatbestandsvoraussetzung der Anlage 2 angewendet auf Ihren Fall wiedergegeben. Gleiches gilt für das übermittelte Foto. Dieses dient ausschließlich zum Beweis dafür, dass Sie zum Zeitpunkt der Abstandsunterschreitung das Fahrzeug gefahren haben.

Folglich hat das Ordnungsamt / Polizei durchaus ihre Geschwindigkeit gemessen und bei 120 km/h nach Abzug der Toleranzen festgestellt. Gleiches gilt auch beim Abstand. Auch hier sind für die Berechnung des Abstandes die Toleranzen entsprechend berücksichtigt worden (siehe Hinweis auf Abzug der Toleranzen). Eine genaue Angabe der Toleranzberechnung ist rechtlich gesehen im Anhörungsbogen / Bußgeldbescheid nicht erforderlich und nicht üblich.

Ebenso reicht auch der allgemein gehaltene Hinweis auf Zeugen (Mitarbeiter des OA – Ordnungsamtes) aus. Die vorgenommene Videoaufnahme und die Art der Messung müssen rechtlich gesehen nicht im Anhörungsbogen / Bußgeldbescheid angegeben werden.

Die Form des Anhörungsbogens / Bußgeldbescheides ist somit rechtlich gesehen vollkommen o.k. und nach meiner Erfahrung entspricht er durchaus den üblichen Gepflogenheiten.

Nun einige Worte zur Angreifbarkeit des Bußgeldbescheides:

Grundsätzlich können Sie innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt des Bußgeldbescheides gegen diesen Widerspruch einlegen. Dieser hat dann Erfolg, wenn die Polizei / Ordnungsbehörde anhand Ihrer Beweismittel den Ihnen gegenüber gemachten Tatvorwurf nicht beweisen kann. Solche Erfolgsaussichten lassen sich zumeist aber erst durch Akteneinsicht beurteilen. Akteninhalt sind dabei neben den Angaben zum Messverfahren das Messprotokoll, Angaben zu den Zeugen sowie das aufgenommene Foto und das aufgenommene Video. Da diese Akteneinsicht jedoch nur durch einen zugelassenen Rechtsanwalt erfolgen kann und dieser grundsätzlich hierfür entsprechende Gebühren nimmt, sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie diese Kosten auf sich nehmen, da nach meiner Erfahrung sich der Tatvorwurf in den meisten Fällen nach Akteneinsicht bestätigt.

Sollte erst ein Bremsverhalten Ihres Vordermanns zu dem Abstandverstoß geführt haben, so würde dieses dazu führen, dass der Bußgeldbescheid zu Unrecht ergangen ist. Aus diesem Grund wird seitens der Polizei / Ordnungsbehörde ein Video von den Geschehnissen vor der Abstandsmessung gemacht, auf dem man eine solche Bremsung zumeist erkennen kann.

Zum Abschluss noch einige Worte zum Fahrverbot:

Für die Abstandsmessung selbst droht Ihnen nach dem Gesetz kein Fahrverbot, da hierfür bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h ein Abstand von weniger als 3/10 des halben Tachowertes notwendig wäre. Ein Entzug nach Punkten droht erst bei 18 Punkten in Flensburg, so dass auch diesbzgl. keine Gefahr droht.

Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung der Frage weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen für die Klärung der Angelegenheit viel Glück.

Gern können Sie die Nachfragefunktion nutzen.

Abschließend weise ich daraufhin, dass das Weglassen oder Hinzufügen von Details die rechtliche Beurteilung der Angelegenheit verändern kann.

Mit freundlichen Grüßen


Christoph Lattreuter
- Rechtsanwalt -
www.ra-lattreuter.de


PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.
Bewertung des Fragestellers 14.12.2008 | 09:51


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 14.12.2008 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER