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Abstand zweier Wohngebäude auf eigenem Grundstück NRW


05.11.2015 13:26 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Florian Bretzel



Als Bauträger beabsichtige ich, zwei Gebäude mit 5,0m Abstand von Giebel zu Giebel zu errichten.Die Höhe des jeweiligen Giebels beträgt 7,5m(Flachdach).In beiden Giebelwänden sind Fenster geplant.Ausserdem sind in beiden Giebelseiten 50cm tiefe Erker geplant, die weniger als 1/3 der Giebelwandlänge betragen.Dürfen sich die erforderlichen Abstandsflächen überlappen?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich gilt gemäß § 6 Abs. 3 der Bauordnung Nordrhein-Westfalen (BauO) ein Verbot der Überdeckung von Abstandsflächen. Dies gilt gerade für den Fall, dass zwei Gebäude auf einem Grundstück errichtet werden. Die in dieser Vorschrift geregelten Ausnahmefälle sind m. E. in Ihrem Fall nicht einschlägig. Daher ist davon auszugehen, dass eine Überdeckung jedenfalls nicht ohne besondere (Ausnahme-)Genehmigung der Baubehörde zulässig ist.

Für diese Ausnahmegenehmigung nennt § 6 BauO zwei Möglichkeiten:

1. § 6 Abs. 13 BauO: Es können geringere Abstände als nach § 6 Abs. 5 und 6 erforderlich zugelassen werden, wenn die Belichtung der Räume "nicht wesentlich" beeinträchtigt wird. In diesem Fall läge schon keine Überdeckung vor, weil entsprechend geringere Abstandsflächen festgesetzt würden. Ob hier von einer nur unwesentlichen Beeinträchtigung der Belichtung ausgegangen werden kann, ist eine Frage des Einzelfalls, die anhand der konkreten Baugestaltung geprüft werden muss. Nach Ihrer Beschreibung scheint es aber so, dass insbesondere durch die Erker eine gute Belichtung herbeigeführt werden kann. Entscheidend ist natürlich auch die Ausrichtung der Gebäude auf dem Grundstück.

2. § 6 Abs. 16 BauO: In besonderen Fällen können auch geringere Abstände genehmigt oder verlangt werden. Voraussetzung ist, dass eine enge Bauweise der Gestaltung des Straßenbilder entspricht oder sonstige städtebauliche Belange (etwa der Erhalt alter Ortsbilder und historischer Bausubstanz) eine Verengung rechtfertigen; außerdem sind die nachbarlichen Interessen zu würdigen. Sie sehen schon, dass diese Vorschrift noch stärker als die Möglichkeit 1 den Einzelfall in den Blick nimmt. Ohne umfassendere Sachverhaltskenntnis und eine Besichtigung vor Ort ist eine seriöse Aussage über die Tragfähigkeit dieser Lösung nicht möglich.

Die oben geschilderte Möglichkeit 1 scheint mir jedenfalls erfolgversprechender zu sein als Möglichkeit 2. Es empfiehlt sich, diese Frage mittels einer Bauvoranfrage zu klären.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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