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Absetzbarkeit - Sanierung Haus Schwiegermutter


| 02.04.2007 09:58 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Frau Anwältin,
sehr geehrter Herr Anwalt,

meine Schwiegermutter lebt in Rumänien. Sie wohnt entgeltfrei mit Ihrem Sohn in dem Haus meiner Frau. Das Haus ist sehr alt
und wird ausschließlich von der Familie meiner Frau genutzt.

Meine Schwiegermutter verfügt nur über sehr geringe Einnahmen, weniger als EUR 100,-- monatlich.

Nun ist die Gasheizung explodiert. Die Sanierung des Hauses und der Gasheizung kostet insgesamt EUR 20.000,--. Diese Kosten übernehmen wir, die Auftragsdurchführung läuft über deutsche Handwerksfirmen, die dafür nach Rumänien fahren gegen Rechnung auf unseren Namen. Darüberhinaus werden ohnehin fällige Arbeiten durchgeführt, wie zum Beispiel die Modernisierung der Wasserleitungen oder die Wärmeisolierung des Hauses.

Folgende Fragen:

1. Haben wir eine Chance, diese Aufwendungen steuerlich geltend
zu machen, zum Beispiel als "Außergewöhnliche Belastungen"?
2. Sind hierfür ggf. Nachweise von rumänischer Seite zu
erbringen, zum Beispiel eine notarielle Eidesstaatliche
Erklärung, daß Bedürftigkeit vorliegt, das Haus
ausschließlich von meiner Schwiegermutter und von Ihrem Sohn
genutzt wird und die Gasexplosion erheblichen Schaden
angerichtet hat?

An dieser Stelle sei ausgeführt, daß Ihren Bemühungen mein herzlichster Dank gebührt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Fragesteller
Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Ihrem Sachverhalt nach zu urteilen, ist der Belegenheitsort des Hauses Ihrer Frau, in dem die Schwiegermutter unentgeltlich wohnt nicht im Deutschland, sondern in Rumänien.
Daneben ist davon auszugehen, dass Ihre Ehefrau jedoch bei Ihnen in Deutschland lebt, somit in Deutschland wird unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sein.
Da die Schwiegermutter als sozusagen „Angehörige“ in diesem Haus unentgeltlich wohnt, werden keine Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt, so dass diesbezüglich die Sanierung der Gasheizung keine Werbungskosten im Zusammenhang mit dieser Einkunftsart werden darstellen können.
Somit ist auch nicht darüber nachzudenken, ob eine etwaige Doppelbesteuerung in Deutschland und Rumänien hinsichtlich dieser Einkunftsart zum Tragen käme.
Zu denken wäre ggf. gewesen, vielleicht die Eigenheimzulage zu beantragen, da eine „Angehörige“ unentgeltlich in diesem Hause wohnt.
Sollte dies gelungen sein, ist mit der Gewährung dieser alles abgegolten, was im Zusammenhang mit dieser Immobilie etwaig aufgewendet werden muss.
Somit käme ein ertragsteuermindernder Anspruch nicht in Betracht, egal ob das Haus belegenheitsortmäßig sich in Deutschland oder Rumänien befindet.
Nach diesem Vortrag kommt auch keine ertragsteuermindernde Wirkung über etwaige außergewöhnliche Belastungen zum Tragen, zumal in diesem Zusammenhang noch die zumutbare Belastung zu berücksichtigen wäre.
Da es bereits dem Grunde nach an einer ertragsteuermindernden Wirkung in Deutschland fehlt, ist auf etwaige Nachweise selbstredend nicht mehr einzugehen.
Die Kosten für diese Gasheizungssanierung werden in Deutschland den Kosten der Lebensführung zuzuordnen sein.


Ich hoffe, Ihnen im Rahmen Ihres Einsatzes weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 02.04.2007 | 11:44

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Zahn,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Wieso kommt hier nicht die allgemein anerkannte
"Unterstützung bedürftiger Angehöriger" in Betracht,
§33ff. EStG. (außergewöhnliche Belastungen)?
Schließlich gehört die Wiederherstellung des Wohnraums zu den elementarsten Grundbedürfnissen des Menschen.
Welche Voraussetzungen müßten erfüllt sein, damit diese Norm greifen würde?
Kommt die Eigenheimzulage in Betracht, obwohl diese ja
zum 31. Dezember 2006 abgeschafft wurde und mit den Maßnahmen erst 2007 begonnen wird?
Für die Beantwortung dieser Nachfrage herzlichen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Fragesteller

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2007 | 15:12

Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn Sie diesbezüglich eine andere Argumentationsstruktur fahren würden, könnte man ggf. an außergewöhnliche Belastungen denken, wenn die Mutter diesbezüglich im Ausland lebt und bedürftig ist, was anhand Ihrer Sachverhaltsangaben durchaus Wert wäre, diese ertragsteuerliche Minderung einmal dem Finanzamt zur Überprüfung an die Hand zu geben.
Bei meinen Ausführungen bin ich aufgrund Ihres Sachverhalts davon ausgegangen, dass sich die "Sache" eher immobilinorientiert wird abspielen.
Hinsichtlich der Eigenheimzulage ist selbstredend heute kein Antrag diesbezüglich mehr möglich.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

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