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Abschleppen vom Privatgelände


16.06.2006 18:12 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe folgendes Problem. Da die Parkplätze der Firma, für die ich arbeite von Fremdparkern besetzt waren, parkte ich auf der anderen Straßenseite bei einer anderen Firma (Privatstraße). Die Beschilderung (25x10 cm)der Parkplätze der anderen Firma ist am Bordstein angebracht, welche man vom PKW aus nicht sieht. Ein Kollege sah aus dem Fenster und unterrichtete mich, daß mein Auto abgeschleppt wird. Das Auto war schon am Haken, als ich zum Auto kam. Es war keine Polizei vor Ort. Der Angestellte der Abschleppfirma sagte, daß ich erst mein Auto wiederbekomme, wenn ich ihm in Bar 174 Euro bezahle. Er fuhr mich zum nächsten Geldautomaten.Ich habe kein Fahrzeug zugeparkt und keine Einfahrten blockiert. Ich gab ihm das Geld und bekam ein Schreiben mit folgendem Inhalt: Name der Abschleppfirma, meine Name mit Adresse, Bezeichnung des Fahrzeuges mit Kennzeichen, "1 Abschleppvorgang/Umsetzen 174,00 Euro"Hinweis, daß ich Fahrer war, Fahrzeug ohne Schaden zurück bekommen habe, Bar bezahlt habe.
-------
Meine Frage ist nun ob das alles mit rechten Dingen zugeht, da die Kosten in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen. Hinzufügen möchte ich, daß in meinem Auto eine Parkplakette von der Firma, für die ich arbeite, gut sichtbar lag. Es wäre absolut kein Problem gewesen bei meiner Firma im Empfang bescheid zu geben, daß ich mein Auto umparken soll. Der Fußweg würde ca. 15m betragen.
Lohnt sich eine Auseinandersetzung?

Mit freundlichen Grüßen Betty-leo
16.06.2006 | 18:47

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage beantworte ich auf Grundlage des geschilderten Sachverhaltes wie folgt.

Ich gehe davon aus, dass das Abschleppen durch den Parkplatzeigentümer veranlasst worden ist. Damit besteht jedenfalls kein direktes Recht des Abschleppunternehmers, ein Pfandrecht an Ihrem Auto zu begründen. Man hätte das Fahrzeug auch ohne Zahlung an Sie herausgeben müssen. Der Abschlepper hat nur einen Zahlungsanspruch gegen den Auftraggeber, der dann wiederum von Ihnen die Kosten hätte beitreiben müssen.

Dem Grunde nach könnten Sie die Kosten tatsächlich zurückfordern. Dies würde Ihnen jedoch nur kurzfristig helfen, da sodann die Eigentümerin des Parkplatzes auf Sie zukommen würde und den Betrag von Ihnen einfordern.

Die Höhe der Kosten ist leider nicht zu beanstanden. Ebensowenig, dass man Sie nicht informiert hat. Der Eigentümer ist nicht verpflichtet, zur Beseitigung der Störung seines Eigentums Nachforschungen zu betreiben. Zwar könnte durch den sichtbaren Parkausweis grundsätzlich ein Verstoß gegen die Schadenminderungspflicht gegeben sein. Ob dem so ist läge dann allerdings in der Entscheidungsgewalt eines Gerichts und ist aufgrund der differierenden Rechtsprechung nicht abschließend zu bewerten.

Zusammenfassend ist also zu sagen, dass es zwar ärgerlich ist, dass Sie bereits gezahlt haben, aber die Rückforderung, aufgrund des ohnehin gleichen Ergebnisses, keinen Sinn machen würde u9nd am Ende wohlmöglich teurer wäre, als der inzwischen gezahlte Betrag.

Es tut mir leid, Ihnen keine bessere Nachricht geben zu können.

Ich hoffe, Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und stehe im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gerne für Ergänzungen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt


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