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Abrufdarlehen durch Bank gekündigt

25.06.2012 05:32 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund eines Missverständnisses geriet ich bei meinem ABrufdarlehen in einen Verzug von zwei Raten, die darauffolgenden Raten wurden regulär beglichen. Nachdem ich bemerkt hatte, dass dort Raten offen sind, schrieb ich die Bank an mit der Frage, wie nun zu verfahren sei (zumal ich gerade unverschuldet finanziell ohne Reserven da stehe), ob ich die Summe in einem Betrag ausgleichen müsse, ob per EInzahlung oder ob sie abbuchen. Angeblich sei der Brief nicht angekommen wie ich nun erfuhr.
Anstelle der von mir erwarteten Antwort erhielt ich dann eine Kündigung meines Darlehens inklusive einer Kündigung meines Dispo (den ich gerade in monatlichen Raten ohne Zahlungsverzug rückführte) und meines Girokontos mit einer Aufforderung zur Gesamtzahlung, ansonsten übvernähme ein Inkassobüro.
Da ich einige Zeit Zuhause nicht anwesend war, erhielt ich erst nach der gesetzten Frist Kenntnis von der Kündigung.
Ich habe dann umgehend Kontakt mit der Bank aufgenommen, dort wurde mir gesagt sie könnten nichts ändern und die Übergabe an das Inkassobüro sei erfolgt.

Meine Fragen lauten nun:
1. Abgesehen von Mitteilungen zur Zinsentwicklung o.Ä. erhielt ich zu keiner Zeit irgendein Schreiben der Bank, in der die Offenstände angemahnt wurden, eine Kündigung angedroht wurde o.Ä. Weder zum Darlehen und gleich gar nicht zum Girokonto (Dispo). Ist eine Kündigung ohne vorherige Anmahnung denn rechtens?

2. Ich habe gelesen, dass eine Kündigung seitens der Bank nur erfolgen kann, wenn folgende drei Bedinungen ALLE erfüllt sind: 1. mit mind. 2 aufeinander folgenden Raten in Verzug (das war ich), 2. bei einer Laufzeit über 3 Jahren mit mind. 5% der Nennsumme im Verzug ist (fiktive Rechnung: bei einer Darlehenssumme von 10.000 EUro also 500 EUro, und bei 2 Raten von je 180 EUro läge man ja unter den 5%??) und 3. die Bank erfolglos eine Frist zum Ausgleich der Rückstände stellt (nicht erfolgt, s.o.).
ERneut also die Frage, ist die Kündigung überhaupt rechtens? Sowohl vom Darlehen als auch vom Dispo?

3. Was für Möglichkeiten hätte ich im Falle einer unwirksamen Kündigung?

4. Kann man mit dem Inkassobüro im Falle einer wirksamen Kündigung eine Ratenzahlung oder einen Zahlungsaufschub vereinnbaren? Ich habe keinerlei Möglichkeit, auch nur einen Teil der SUmme derzeit in einer SUmme zu begleichen, aber ich könnte evtl. in ca. 3-4 Monaten die Gesamtsumme direkt leisten. Desweiteren verfüge ich derzeit üpber ein gutes EInkommen (deutlich über 2500 EUro) mit unbefristetem Vertrag.

5. Das Darlehen lief auf mich und meine Ehefrau, kann ich, zum Beispiel um negative Folgen für sie zu vermeiden oder damit nur einer von uns einen SChufaeintrag erhält, die Gesamtschuld auf mich übertragen lassen?

und 6. der SChufaeintrag wird dann 3 Jahre nach AUsgleich der Forderung gelöscht? ODer lässt sich das noch länger nachvollziehen?

Über eine schnelle Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar!!

Mit freundlichen Grüßen.

25.06.2012 | 07:55

Antwort

von


(705)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragende,

ich gehe davon aus,d ass es sich bei Ihnen um ein Verbraucherdarlehen handelt.

Die Bank ist dann gem. $498 Nr. 1 BGB berechtigt, das Darlehen zu kündigen, wenn Sie mit 2 aufeinanderfolgenden Raten in Verzug sind, unabhängig davon, ob Sie verschuldet oder unverschuldet in diese Lage geraten sind. Diese beiden Raten müssen jedoch mindestens 10 Prozent, bei einer Laufzeit des Verbraucherdarlehensvertrages von mehr als drei Jahren mindestens 5 Prozent des Nennbetrags des Darlehens betragen.

Also z.B. haben Sie 10.000 EUR aufgenommen, dann müssen beide Raten zusammen mind. 1.000 EUR betragen, bei mehr als 3 Jahren eben die 5%, also 500 EUR.

Auf Frage 2 von Ihnen also eingegangen: Ja, diese Voraussetzung ist verpflichtend.

Weiter regelt §498 Nr. 2 BGB , dass der Darlehensgeber dem Darlehensnehmer erfolglos eine zweiwöchige Frist zur Zahlung des rückständigen Betrags mit der Erklärung zu setzen hat, dass er bei Nichtzahlung innerhalb der Frist die gesamte Restschuld verlange.

Dies scheint bei Ihnen nicht erfolgt zu sein!
Daher würde die Voraussetzung für eine Kündigung nicht vorliegen. Die Bank müsste beweisen, dass diese den Brief abgesandt haben!

Also somit ist eine vorherige Anmahnung erforderlich, die hier unterblieben ist (Frage 1).

Sie können mit dem Inkassobüro über Ratenzahlungen reden. Die können das aber ablehnen.
Leider ist die Situation nach einer Kündigung im Gesetz auch nur mit "soll" und nicht mit "muss" geregelt:
"Der Darlehensgeber soll dem Darlehensnehmer spätestens mit der Fristsetzung ein Gespräch über die Möglichkeiten einer einverständlichen Regelung anbieten."

Da aber - wie Sie schildern - bei Ihnen die 3 Voraussetzungen nicht vorliegen, wäre die Kündigung unwirksam. Man kann die Bank anschreiben, letztendlich wird hier aber wohl nur der Rechtsweg erfolgversprechend sein, da Banken oft die Kündigung nicht rückgängig machen, sodass wir schon einige Banken (erfolgreich) verklagen mussten.
Daher würde ich von Zahlungszugeständnissen und auch Übertragungen auf Sie Abstand nehmen. Der Übertragung müsste ohnehin die Bank zustimmen. Wenn jedoch die Vermögenssituation Ihrer Frau besser aussieht als bei Ihnen, würde sie nie zustimmen.

Dies sollten Sie über einen Anwalt vornehmen lassen, um hier die richtigen Worte zu finden.

Gerne würden wir einen solchen Auftrag übernehmen.

Bei Ihnen würde dann wohl auch Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe greifen.

Nutzen Sie sehr gerne auch die kostenlose Nachfragefunktion.

Ich verbleibe


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Rückfrage vom Fragesteller 25.06.2012 | 08:04

VIelen Dank für die schnelle Antwort!

EInige kurze Nachfragen habe ich noch:

In der Kündigung steht Abrufdarlehen (das Geld wurde nach Unterzeichnung des Vertrages direkt auf mein Girokonto gut geschrieben), ist das dasselbe wie ein Verbraucherdarlehen?

Wäre es denn einen Versuch wert, noch einmal mit meiner Kundenbetreurin bei der Bank zu sprechen und die Unwirksamkeit der Kündigung zur Sprache zu bringen?

Wenn eine Kündigung unwirksam ist, gibt es dann eine Frist, innerhalb derer mn die Unwirksamkeit anmerken muss bei der Bank? Ich habe ja leider das Schreiben erst verspätet erhalten (sicherlich ist das mein Problem).

Meine Frau verdient wesentlich weniger als ich (nicht einmal 400 Euro im Monat). Sollte ich denn die Bank anschreiben mit der Bitte, die SCHulden gesamt auf mich zu übertragen? Bzw wenn dies erfolgen würde, gäbe es dann trotzdem einen SCHufa-Eintrag an meine Frau?

Und eine letzte Frage: Kann denn die Bank im Rahmen der Kündigung des Darlehens einfach meinen DIspo und mein Girokonto kündigen? Wie gesagt, die vereinbarte Rückzahlung ist monatlich erfolgt und auch diesbezüglich habe ich keinerlei SChreiben erhalten!


VIelen Dank im Voraus!!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.06.2012 | 13:39

Sehr geehrter Fragender,

es ist für ein Verbraucherdarlehen entscheidend, ob Sie dieses für Ihre privaten Zwecke genutzt haben.

ein Gespräch mit der Bank wäre zwar möglich, dürfte jedoch nicht zum Erfolg führen, da diese - selbst wenn sie wollte - nicht mehr handlungsfähig wäre, da das Verfahren an ein Inkassounternehmen abgegeben wurde.

Die Bank brauchen Sie derzeit wegen einer Übertragung im Prinzip nicht anzuschreiben, denn diese hat die gesamte Geschäftsbeziehung mit Ihnen gekündigt, sodass eine Umschreibung gar nicht mehr in Betracht kommt, da es keinen Kredit mehr zum Umschreiben gibt.

Die Bank hat Ihnen zudem nicht nur den Kredit, sondern auch die gesamte Geschäftsbeziehung gekündigt.

Bezüglich des Vorgehens gegen die Kündigung ist im übrigen Eile geboten, da ansonsten die Bank, besser das Inkassounternehmen nunmehr einen Mahnbescheid oder eine Klage gegen Sie einleiten wird.

Viele Grüße Dr. C. Seiter

ANTWORT VON

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