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Abrechnung nach Gutachten


| 05.03.2007 19:44 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Abend!

Mir ist vor kurzem Jemand auf mein geparktes Auto gefahren. Das von mir in Auftrag gegebene Gutachten hat darauf hin folgendes ergeben:
Reparaturkosten inkl. MwSt. 1300€
Wiederbeschaffungswert inkl. MwSt.1500€
Restwert inkl. MwSt.450€
Nun habe ich von der Versicherung einen Scheck über 830€. Der Auszahlungsbetrag setzt sich aus Wiederbeschaffungswert minus Restwert und MwSt. zusammen. Und eine Kostenpauschale von 20€ wurde auch noch abgerechnet. Die Rechnung an sich habe ich verstanden.
Ich würde mein Auto aber gerne reparieren lassen. Ich habe nicht mit der Versicherung abgesprochen es als Totalschaden geltend zum machen.
Meine Frage ist also: Kann die Versicherung das einfach allein bestimmen, das es sich um einen Totalschaden handelt? Oder kann ich auf Auszahlung der 1300€ Reparaturkosten bestehen?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe

Mit freundlichen Grüßen
05.03.2007 | 20:44

Antwort

von


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82234 Weßling
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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Sie haben Anspruch, so gestellt zu werden, wie Sie stehen würden, wenn der Unfall nicht passiert wäre. In diesem Fall hätten Sie nach wie vor ein Kfz mit einem Restwert von EUR 1500,00. Gemäß § 249 Abs. 2 BGB können Sie die Reparaturkosten jedoch nur dann verlangen, wenn das Kfz nicht zerstört wurde. Eine so genannte „wirtschaftliche Zerstörung“ liegt aber auch dann vor, wenn die Reparaturkosten den Wert des Kfz vor dem Unfall um 130% übersteigen.
2.Ist das nicht der Fall und liegt auch kein technischer Totalschaden vor (das Kfz ist nicht mehr so zu reparieren, dass es für die Straße zugelassen werden wird), haben Sie Anspruch auf Ersatz der Reparaturkosten und des etwaigen Minderwertes, auch wenn die Kosten hierfür höher ausfallen, als der Wiederbeschaffungswert (Heinrichs, § 249 RN 27, Palandt, Beckverlag). Nur wenn die bei Reparatur zu zahlende Entschädigung um mehr als 30% über dem Wiederbeschaffungswert liegt, handelt es sich um unverhältnismäßige Aufwendungen, die nicht ersetzt werden müssen.

Sollte also in Ihrem Fall die Reparaturkosten und der Wertverlust nicht mehr als ca EUR 1.600,00, können Sie diesen Betrag auch verlangen. Ansonsten erhalten Sie nur den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes.


Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
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Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


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