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Abrechnung mit Anwalt nach RVG oder individueller Stundensatz?

09.01.2014 12:06 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Ulrike J. Schwerin


Als Selbstständiger habe ich eine strittige Forderung über ca. eine Viertelmillion Euro bei einem Grossunternehmen einzutreiben. Wenn es vor Gericht geht, sind dann die Gebühren nach RVG bindend? Oder kann davon abweichend eine Vergütung (ausschliesslich) nach Stundensatz mit dem Anwalt vereinbart werden? Und wie ist die Sachlage diesbezüglich, falls eine vorgerichtliche Einingung erzielt werden kann?
Eingrenzung vom Fragesteller
09.01.2014 | 12:14

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Der Rechtsanwalt ist an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) gebunden.

Die gerichtlichen Gebühren sind unumstößlich und dürfen nicht unterschritten werden.

Wenn es bei dem Streitwert von 250.000 Euro verbleibt, sind auch die Gerichts- und Rechtsanwaltsgebühren entsprechend nach dem RVG abzurechnen.

Es steht dem Mandanten und dem Anwalt aber frei, höhere Gebühren, also zum Beispiel ein Stundenhonorar, zu vereinbaren.

Außergerichtlich besteht mehr Spielraum, da der Rechtsanwalt hierbei auch ein Pauschalhonorar ansetzen kann.

Wenn eine außergerichtliche Einigugn erzielt wird, kann nach Honorarvereinbarung abgerechnet werden und der Anwalt ist nicht an die Tabellen des RVG gebunden.

Nur, wenn es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, ist er an das RVG gebunden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Ulrike J. Schwerin, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 09.01.2014 | 13:49

Dann verstehe ich die Antwort so, dass im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung die Gebühren nach RVG / Streitwert mittels Stundengütung zwar überschritten, aber nicht unterschritten werden dürfen. Korrekt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.01.2014 | 13:55

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage möchte ich gern wie folgt Stellung nehmen:

Man unterscheidet den außergerichtlichen Teil und den gerichtlichen Teil.

Außergerichtlich kann auch unter Wert abgerechnet werden, aber gerichtlich nicht.

Überschreiten kann man die Mindestgebühren des RVG aber immer - außergerichtlich und gerichtlich.

Insoweit haben Sie richtig verstanden.

Mit freundlichen Grüßen

U.J. Schwerin
Rechtsanwältin

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