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Abnahme nach Auszug


29.11.2007 22:55 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Maximilian A. Müller



Guten Tag,
wir hatten neun Jahre in einer Wohnung zu Miete gewohnt und vor einigen Monaten schriftlich gekündigt. Morgen ist der letzte Tag und gleichzeitig die Abnahme der Wohnung. Laut Mietvertrag müssen wir die Tapeten von den Wänden entfernen. Dies ist auch vollständig geschehen.
Unser sonst so netter Vermieter kam nun heute schon mit einem Handwerker kurz unter einem Vorwand in die leere Wohnung und stellte gleich fest, dass die Tapeten zu dicht an der Decke abgeschnitten seien. Der mitgebrachte Handwerker erklärte auch sofort, dass dieser Mangel nicht einfach zu beheben sei, sondern dass die Deckentapete komplett abgenommen werden müsse. Der Vermieter will uns nun dies in Rechnung stellen (mind. 1000 Euro). Gleichzeitig kündigte er schon an, für Mängel am Fussboden Forderungen zu stellen.(Laut Mietvertrag haben wir Schönheitsreperaturen auszuführen, ohne dass Fristen genannt sind)
Da nun morgen schon die Abnahme ist, haben wir nicht die Zeit, ein Gutachten anfertigen zu lassen und fühlen uns völlig überrumpelt. Wie sollen wir uns morgen verhalten? Kann man eine Abnahme ablehnen? Müssen wir dann weiter Miete bezahlen?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage. Diese kann ich auf der Grundlage Ihrer Schilderungen wie folgt beantworten:

1.
Eine Abnahme der Mietwohnung ist im Mietrecht nicht gesetzlich vorgeschrieben. Vielmehr muss die Wohnung mit Ablauf der Mietvertragszeit zurückgegeben werden. Sollten Sie daher eine "Abnahme" verweigern und weiterhin z.B. Schlüssel einbehalten oder ähnliches, wäre davon auszugehen, dass das Mietverhältnis nicht beendet werden soll, so dass Sie weiterhin Miete zahlen müssten oder gegebenenfalls sonstige Ausgleichszahlungen (z.B: Schadensersatz wegen verspäteter Räumung der Wohnung) leisten müssten.

2.
Ihre Befürchtungen vor der bevorstehenden Abnahme kann ich sehr wohl nachvollziehen. Grundsätzlich kann Ihnen jedoch lediglich empfehlen, sich das im Zuge der Abnahme zu erstellende Abhahme- bzw. Übergabeprotokoll sehr genau durchzulesen. Dort sollten lediglich solche Angaben vermerkt werden, die auch tatsächlich zutreffend sind. Auch sollten Sie dort keinerlei Zusagen tätigen sondern darauf achten, dass lediglich der Zustand der Wohnung festgehalten wird. Darüber hinausgehende Erklärungen sollten Sie hingegen nicht abgeben.

Sofern Ihnen dies möglich ist, sollten Sie versuchen, den Zustand mittels Digitalfotos zu dokumentieren. Insbesondere der Zustand des Bodens sowie der Deckentapete sollte auf diesem Wege festgehalten werden.


3.
Neben diesen Möglichkeiten haben Sie - sofern hier keine vorrangigen Vertragsregelungen bestehen - auch die Möglichkeit, die Unterschrift unter das Abnahmeprotokoll zu verweigern, sofern Sie mit dessen Inhalt nicht einverstanden sind. In diesem Fall müsste sich der Vermieter den Zustand z.B. durch Zeugen bestätigen lassen, da in einem Streitfalle der Vermieter Ihre angeblich unzureichende Reparatur beweisen müsste.


4.
Sofern Sie morgen daher darauf achten, dass während der Abnahme nur der vorhandene Zustand der Wahrheit entsprechend protokolliert wird, kann die morgige Abnahme für Sie auch keine negativen Folgen haben. Sollten Sie Zweifel an den Formulierungen haben, so wäre hier auf eine Änderung zu drängen. Sofern Ihre Zweifel nicht aus der Welt geschafft werden können, sollten Sie die Unterschrift des Abnahmeprotokolls verweigern.


Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass eine umfassende Antwort stets die Kenntnis vom gesamten Sachverhalt und des vorhandenen Mietvertrages voraussetzt und daher diese Antwort Ihnen lediglich einen ersten Anhaltspunkt verschaffen soll.

Ich hoffe, Ihnen dennoch weitergeholfen zu haben und stehe selbstverständlich gerne im Rahmen der Nachfragefunktion weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Maximilian A. Müller, Rechtsanwalt
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