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Abmahnung wegen schlechtem Abschneiden bei Testkauf


04.01.2007 01:47 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Mutter ist seit dem 25.12.06 in einem festen befristeten Arbeitsverhältnis, das noch 8 Monate läuft. Sie arbeitet in einer Bäckerei als Verkäuferin.

Am Mittwoch, 20.12.06 war ein Testkäufer in der Filiale.

Meine Mutter hatte einen Tag später frei. Als sie dann freitags wieder zur Arbeit ging, teilte ihr eine Kollegin mit, dass der Bezirksleiter per Tel. wissen wollte, wer am Mittwoch gearbeitet hatte. Der Bezirksleiter hatte der Kollegin alles erzählt, das meine Mutter durch den Test gefallen wäre und die einzelnen Punkte aufgezählt. Das war der Stand bis Freitag, 22.12.06.

Am Samstag, den 30.12.06 (Freitag hatte sie frei) als meine Mutter zur Arbeit kam, lag ein Bericht über den Testkauf für alle Mitarbeiter frei zugänglich auf den Pausentisch. Da wird ihr zum Bespiel vorgeworfen, dass das Namenschild nicht getragen hat (sie steckt es immer zuhause an ihr Hemd!) sie hätte keine Begrüßung und keine Verabschiedung ausgesprochen. Meine Mutter hat mit dem Filialleiter vom Supermarkt gesprochen (Bäckerei ist im Eingangsbereich) und der Filialleiter sagte, sie könne Ihn als Zeugen „benutzen“, also er bestätigt Freundlichkeit sowie Begrüßung und Verabschiedung

Wie dem Testbogen zu entnehmen ist, war der Tester 5 Minuten in der Filiale.

Nun hat der Bezirksleiter am Mittwoch 03.01.07 per Tel. gesagt, eine Abmahnung kommt die Tage noch.

Daraus stellen sich mir folgende Fragen:

1.) da der Arbeitgeber bereits am 30.12.06 die Bewertung des Test in die Filiale geschickt hat und meine Mutter als Arbeitnehmer damit rechnen, dass eine Reaktion des Arbeitgebers nicht mehr folgt, daher ist die Abmahnung unzulässig???

2.) Kann meine Mutter „Schadenersatz“ gegen den Bezirksleiter stellen, da er a) der Kolligin am Tel. alles gesagt hatte und b) den Bogen für alle zugänglich geschickt hatte???

3.) Es ist doch unmöglich in 5 Minuten die Filiale zu beobachten, beurteilen und einen zwei Seidigen Bogen auszufüllen? Stellt er denn Bogen später aus ist er dann noch Glaubwürdig?

4.) Die Personenbeschreibung die der Tester abgab, trifft nicht auf meine Mutter zu, im Alter um 10 Jahre daneben, falsche Haarfarbe und kein Schmuck, wobei Sie doch Ohrringe und den Verlobungsring an hatte. Ist die Identifizierung durch den Arbeitsplan rechtens, da der Tester offenbar jemand anderes gesehen hatte??? (Es war meine Mutter, aber Beschreibung passt nicht)

5.) Können Sie mir Tipps geben, event. auch „§§§“, die in einer Gegendarstellung von einer abmahnung nicht vergessen werden sollten?

Ich bedanke mich für ihr Mühe und Hilfe und wünsche alles Gute.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

1) Eine Abmahnung ist nicht an eine Frist gebunden. Der Arbeitgeber kann aber die Abmahnung verwirken. Ein Zeitraum von 10-14 Tagen nach dem Zeitpunkt des Ereignisses, welches abgemahnt werden soll, ist unproblematisch.

2) Sie können aus dem Verhalten des Bezirksleiter keinen Schadensersatz geltend machen. Sie müßten dafür darlegen und beweisen, daß Ihre Mutter ein Schaden entstanden ist.
Einen bezifferbaren Schaden sehe ich hier aber nicht.

3) Der Testkäufer soll nur eine Momentaufnahme aufstellen. Es ist daher nicht ungewöhnlich, daß der Käufer nur 5 Minuten in der Bäckerei war.

4) Wenn die Angaben falsch sind, dann haben Sie bzw. Ihre Mutter die Möglichkeit im Falle der Abmahnung dagegen vorzugehen.

5) In der Gegendarstellung brauchen keine "Paragraphen" aufzunehmen,sondern es müssen nur die Tatsachen aus der Sicht Ihrer Mutter aufgenommen werden. Hier hilft natürlich die ungenaue bzw. falsche Darstellung des o.g. Berichtes.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 04.01.2007 | 22:39

Vielen Dank für Ihre Antwort,

Sie schreiben zu Punkt 1, der AG kann die "Abmahnung verwirken". Was versteht man darunter und was sind die Voraussetzungen für eine Verwirkung.
Weiter schreiben Sie, innerhalb eines Zeitraumes von 10-14 Tagen. D.h. also, da der Vorfall am 20.12.06 war und bis heute 04.01.07 (15.Tag) noch keine Abmahnung erfolgte, ist die Abmahnung die sich noch auf dem Wege befindet also nicht gültig und somit nichtig? Verstehe ich dass so richtig?

Nochmals vielen Dank für Ihre Hilfe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.01.2007 | 23:15

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Frist bis wann die Abmahnung ausgesprochen werden muß gibt es nicht, sondern es hängt immer von dem Einzelfall ab. Sie kann im Einzelfall bis zu 6 Monate nach dem Ereignis möglich sein. Je länger der Arbeitgeber aber abwartet, umso geringer ist auch die Wirkung. Denn eine Abmahnung soll u.a. den Arbeitnehmer warnen. Sie können daher derzeit noch nicht davon ausgehen, daß eine Abmahnung aufgrund des Zeitablaufes rechtswidrig ist.

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