Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Abmahnung wegen offen liegengelassener Lohnabrechnung gerechtfertigt?


| 01.08.2006 10:56 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Im Monat Juli 2006 bekam ich zur morgendlichen Begrüßung meines Chefs eine Abmahnung in die Hand gedrückt. Die begründete sich auf die Tatsache, das ich meine monatliche Lohnabrechnung habe offen liegen lassen, so das sie jeder hätte einsehen können. Ich sei ein Mitarbeiter mit dem höchsten Basislohn, und dieses Verhalten könne nicht geduldet werden. Diese Abmahnung habe ich unterschrieben aus Angst weiterer Ärgenisse. Ausserdem wurde mir mündlich angedroht, das ich mit einer Änderungskündigung rechnen müsse, das heisst, niedriger Lohn.

Nun ist es so, das man mich sowieso gern loswerden möchte, das seit drei Jahren. Bisher erfolgreich dagegen gewehrt.

Meine Frage hierzu: Ist die Abmahnung gerechtfertigt, möchte mich dagegen gern wehren, und wäre eine Änderungskündigung rechtswirksam?

Zur Information: Mein Vater starb im Juli und ich war auch arbeitstechnisch nicht ganz bei der Sache, denn sonst hätte ich die Lohnabrechnung erst gar nicht liegen lassen. Ich hatte sie schlichtweg vergessen.

MfG

-- Einsatz geändert am 01.08.2006 11:27:37

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich gern aufgrund der von Ihnen geschilderten Umstände wie folgt:

1. Abmahnung

Der Arbeitnehmer hat die Pflicht, keinem Dritten Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse unbefugt mitzuteilen. Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse sind alle Tatsachen, die nicht offenkundig, sondern nur einem engen Personenkreis bekannt sind. Zur Verletzung der Geheimhaltungspflicht ist nicht erforderlich, dass der Arbeitnehmer absichtlich seine Verschwiegenheitspflicht verletzt.

Zu den Geschäft- und Betriebsgeheimnisses gehören auch die Regelungen Ihres Arbeitsvertrages. Diese werden hinsichtlich der Höhe Ihres Gehaltes durch die Lohnabrechnung offenbart. Die Abmahnung ist daher aus meiner Sicht gerechtfertigt.

Grundsätzlich können Sie sich gegen eine Abmahnung wehren und beim Arbeitsgericht Klage auf Widerruf und Entfernung der Abmahnung erheben.

Die Erfolgsaussichten dürften aber -wie dagestellt- nicht hoch sein.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie eine Gegendarstellung machen, die dann der Arbeitgeber zu der Abmahnung in die Personalakte nimmt.

2.
Eine Änderungskündigung ist gegenüber einem Arbeitnehmer, der allgemeinen Kündigungsschutz hat nur wirksam, wenn sich der Arbeitgeber bei einem an sich anerkennenswerten Anlass zur Änderungskündigung darauf beschränkt hat, nur solche Änderungen vorzunehmen, die der Arbeitnehmer billigerweise hinnehmen muss.

Der Arbeitnehmer muss im Rahmen einer Änderungskündigung Änderungen billigerweise hinnehmen, die dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit entsprechen. Die mit der Änderungskündigung verlangten Änderungen müssen deshalb geeignet und erforderlich sein, um den Inhalt des Arbeitsvertrages den geänderten Beschäftigungsmöglichkeiten anzupassen.

Eine Änderungskündigung einseitig hinsichtlich der Höhe des Lohnes sehe ich als nicht gerechtfertigt an. Diese wäre nur dann ggf. gerechtfertigt, wenn sich auch die Tätigkeit entsprechend verändert hat.

Gegen die Änderungskündigung kann bei Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes gem. § 2 KSchG vor dem Arbeitsgericht geklagt werden. Sie ist wirksam, wenn sie sozial rechtfertigt ist.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben. Für eine Rückfrage stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

J. Dehe
Rechtsanwältin
afdd

Nachfrage vom Fragesteller 01.08.2006 | 12:19

Sehr geehrte Frau Dehe,

mit Punkt 2 Ihrer Beantwortung bin ich ein verstanden. Vielen herzlichen Dank.

Bei Punkt 1 ist es schon etwas anders ohne Ihre Rechtskenntnisse in Frage stellen zu wollen. Denn durch Nachfrage des beim Betriebsrat, sieht dieser die Abmahnung als nicht gerechtfertigt, zumal bekannt ist, das in unserer Abteilung, sehr großzügig mit Abmahnungen umgegangen wird.

Die Nachfrage lautet: Würde es mir etwas bringen einen Anwalt zu Rate zu ziehen, da ich meiner Meinung nach mich zu unrecht abgemahnt fühle? Oder sollte ich diese Abmahnung hinnehmen und darauf achten, das mir ein solches Missgeschick nicht mehr passiert?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.08.2006 | 12:39

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Grundsätzliches:

Das Gehalt ist eine Tatsache, die nicht betriebsbezogen ist. Das Gehalt gehört zu den persönlichen Rechtsverhältnissen des Arbeitnehmers selbst. Der Arbeitgeber kann den Mitarbeiter jedoch durch eine Klausel im Arbeitsvertrag zur Verschwiegenheit verpflichten, da er in der Regel ein wirtschaftliches und rechtliches Interesse daran hat, dass Gehälter nicht bekannt werden. Diskussionen über unterschiedliche Gehälter könnten im Betrieb ja auch für Zwietracht sorgen.

Hiervon bin ich bei der Beantwortung meiner Frage ausgegangen.

Sofern eine solche Klausel, die in der Regel standartisiert in jedem Arbeitsvertrag vorkommt, nicht in Ihrem Arbeitsvertrag enthalten ist, ist die Abmahnung in der Tat angreifbar.

Wenn Sie sich ungerechtfertigt abgemahnt fühlen, dann sollten Sie einen Anwalt hinzuziehen und dagegen vorgehen. Eine entsprechende Klage müßte dann,wie bereits dargestellt, auf Widerruf der Abmahnung und Entfernung aus der Personalakte gerichtet sein.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage hiermit hinreichend beantwortet zu haben.

Freundliche Grüße aus Frankfurt am Main

J. Dehe
Rechtsanwältin
afdd


Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Beantwortung meiner Frage ist mehr als ausreichend. Herzlichen Dank. Die nachträgliche Erhöhung meines Einsatzes hat sich in jedem Fall bezahlt gemacht. Eine Anwältin die klar und eindeutig antwortet

Freundliche Grüße "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER