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Abmahnung wegen missverständlicher Krankmeldung


06.08.2006 22:26 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Die Kernarbeitszeit geht bis 16:00 Uhr. Am Mittwochnachmittag um 15:15 Uhr habe ich mich persönlich beim Vorgesetzten mit den Worten verabschiedet: "Ich kann nicht mehr. Ich muss mich leider krankmelden." (Es war von Montag bis Mittwoch offensichtlich, dass es mir nicht gut ging). Am Donnerstag und Freitag habe ich mich nicht mehr persönlich bzw. telefonisch gemeldet. Am Montag bin ich wieder bei der Arbeit erschienen.

Kann ich nun eine Abmahnung erhalten, weil ich mich am Donnerstag und Freitag nicht gemeldet habe?

In meinem Arbeitsvertrag steht zum Thema Krankheit:
Erkrankungen melden Sie unverzüglich Ihrem Vorgesetzten. Für Anzeige- und Nachweispflichten der Arbeitsunfähigkeit gelten die gesetzlichen Bestimmungen.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen.

Gemäß § 5 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) ist der Arbeitnehmer verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Man spricht hier von einer Anzeige- oder auch Mitteilungspflicht des Arbeitnehmers.

Sie haben lediglich mitgeteilt, dass Sie "nicht mehr können und sich krank melden". Über die voraussichtliche Dauer der Erkrankung haben Sie Ihrem AG hingegen nichts gesagt.
Aus Sicht des AG muss es so ausgesehen haben, als würden Sie Sich nur für den Rest des Tages krank melden. Die Vorgabe des Gesetzes, dass Sie bei einer Erkrankung von mehr als drei Tagen am dritten Tag ein Attest vorzeigen müssen (was vom AG sogar schon am ersten Tag verlangt werden kann), ändert nichts daran, dass Sie die Pflicht haben, Ihrem AG unverzüglich die voraussichtliche Dauer der Erkrankung anzuzeigen. Sie hätten also am nächsten Tag anrufen müssen, um sich für Donnerstag und Freitag zu entschuldigen. Dies auch gerade deshalb, um Ihrem AG zu ermöglichen, einen Ersatz für diese Zeit zu finden.

Eine Abmahnung ist daher grundsätzlich möglich. Ob sie ausgesprochen wird oder nicht, liegt immer im Ermessen des AG.
Sollten Sie mit der Abmahnung nicht einverstanden sein, können Sie Ihrem AG eine Gegendarstellung einreichen. Er ist verpflichtet, diese zu Ihren Akten zu legen. Auch können Sie die Abmahnung gerichtlich überprüfen lassen. Eine große Erfolgsaussicht sehe ich allerdings nicht.

Trotz der negativen Auskunft hoffe ich, dass ich Ihnen eine rechtliche Orientierung geben konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt
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