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Abmahnung und private Nutzung Firmenwagen


| 07.12.2007 19:02 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe eine Abmahnung bekommen weil ich meinen Firmenwagen privat genutzt habe in einer besonderen Situation und ca 3500 km gefahren bin und auch über die Firma getankt habe. In meinem Arbeitsvertrag steht das der Wagen zur privaten Nutzung zur Verfügung steht aber halt auf eigene Kosten. Ich zahle aber 1% pro Monat vom Bruttolistenpreis zzgl 0,03 %. Hat mein Arbeitgeber hier Recht? Wo bleibt da der geldwerte Vorteil? Und ist die Abmahnung rechtens.Da ich meinen Arbeitsvertrag nicht mit allen Details im Kopf habe ist dieses nun einmal passiert.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Online-Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Eine Abmahnung liegt dann vor, wenn der Arbeitgeber Vertragsverstöße und/oder Pflichtverletzungen des Arbeitnehmers beanstandet.
Das ist hier geschehen, weil Sie in der von Ihnen geschilderten Situation über die Firma getankt haben, obwohl Sie laut Arbeitsvertrag bei der Privatnutzung des PKWs die Kosten selber zu tragen haben.
Von daher ist die Abmahnung arbeitsrechtlich nicht zu beanstanden.
Unerheblich ist in diesem Zusammenhang, dass Sie Ihren Arbeitsvertrag nicht mit allen Details im Kopf haben.

Insbesondere können Sie hier auch nicht mit Erfolg den „geldwerten Vorteil“ ins Feld führen, da es sich insoweit nicht um einen arbeitsrechtlichen, sondern um einen rein steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Begriff handelt, mit dem sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber nicht „aufrechnen“ können und dürfen.

Als geldwerten Vorteil bezeichnet man Einnahmen, die nicht aus Geld bestehen. Diese werden allgemein auch als Sachbezüge, Sachleistungen, Naturalleistungen oder zusätzliche Leistungen bezeichnet.
Am häufigsten entsteht ein geldwerter Vorteil – wie hier – durch die Überlassung eines Dienstwagens an einen Arbeitnehmer zur privaten Nutzung.
Der geldwerte Vorteil ist hier darin zu sehen, dass Ihnen Ihr Arbeitgeber einen PKW kostenlos zur Verfügung gestellt hat, den Sie sonst selber hätten kaufen und finanzieren müssen.
Der geldwerter Vorteil in der vor Ihnen zutreffend angegeben Höhe gehört demnach zu IHREM steuerpflichtigen Arbeitslohn, von dem SIE – und nicht Ihr Arbeitgeber – monatlich die entsprechenden Steuer- und Sozialversicherungsabgaben zu entrichten haben.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.

Mit besten Grüßen

Reinhard Schweizer
Rechtsanwalt, Dipl.-Finanzwirt

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann. Im Übrigen ist der Umfang der gegebenen Antwort auch abhängig von der Höhe des ausgelobten Einsatzes.

Nachfrage vom Fragesteller 07.12.2007 | 21:15

Danke für die prombte Anwort, trotzdem Nachfrage: Die 1% die ich jeden Monat zahle sind aber doch für meine Privatfahrten, dieses entnahm ich einer weiteren Anfrage eines anderen Klienten wo der Kollege antwortete: Es bleibt die 1% Methode bei der für jeden Monat der Privatnutzung 1% des ursprünglichen Bruttolistenpreis angesetzt wird, in meinem Fall 367 Euro. Alle meine Kollegen die ein Firmenfahrzeug haben, nutzen das Auto zu 90% per Monat geschäftlich. Was ist denn nun richtig?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2007 | 12:32

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Beide Antworten widersprechen sich nicht, sondern ergänzen sich.

Im Klartext heißt das:

Die 367,00 € zahlen Sie NICHT an Ihren Arbeitgeber.
Von diesem Betrag zahlen Sie vielmehr die Steuerbeträge an das Finanzamt und Sozialversicherungsabgaben an die Krankenkasse (vgl. meine Erstantwort).

Ihre monatliche Gehaltsabrechnung sieht demnach (vereinfacht) wie folgt aus:

"normales" Bruttogehalt
+ geldwerter Vorteil für Privatfahrten (367,00 €)
= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Bruttogehalt
- Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer
- Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung
- geldwerter Vorteil für Privatfahrten (367,00 €)
= Auszahlungsbetrag

Ich hoffe, die Unklarheiten nun beseitigt zu haben.

Mit besten Grüßen

Reinhard Schweizer
RA, Dipl.-Fw.

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