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Abmahnung per E-Mail wegen Vertrauensbruch

03.02.2015 18:47 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


Guten Tag,

Ich bin in einem Unternehmen eingestellt als Bürokraft. Unter anderem bin ich auch für den Einkauf und sonstige Besorgungen zuständig. Heute gab es einen Vorfall bei dem ich nichr recht weiss wie ich mich verhalten soll und bitte um Ratschlag.
Heute Morgen bin ich ins Büro und habe im Laufe des Tages auch die Reinigungshilfe hereingelassen, die bei uns fest angestellt ist. Während diese ihre Arbeit verrichtete, ging ich schnell ins Stadtinnere um Besorgungen zu holen. Der Einkauf war beim Geschäftsführer angekündigt, freigegeben und mir liegen auch Quittungen vor. Während dieser Zeit konnte mich der GF nicht mobil erreichen (bin laut Vertrag zu keinerlei Erreichbarkeit verpflichtet) und schickte die Polizei ins Büro, welche nach mit suchte. Der GF war geschäftlich unterwegs. Die Putzfrau teilte mir das bei der Rückkehr mit. Ich bekam aucg bei E-Mails abrufen eine Benachrichtigung mit einem Abmahnung wegen Vertrauensbruch. Ich habe noch nicht dadrauf geantwortet und bitte um Ratschlag zum Vorgehen.

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie geben an, dass Sie für den Einkauf und sonstige Besorgungen zuständig sind. Ich nehme an, dass es dazu auch eine entsprechende Stellenbeschreibung gibt.

Sofern sonstige Besorgungen außerhalb der Firma während der Arbeitszeiten zu Ihren üblichen Aufgaben gehören, dürfte Ihnen das Verlassen des Arbeitsplatzes insoweit nicht zum Nachteil gereichen. Dies gilt umso mehr, als dass nach Ihren Angaben die auswärtigen Besorgungen bei dem GF angemeldet und von diesem genehmigt worden waren.

Das einzige Probleme wäre ggf. die fehlende Erreichbarkeit. Wenn Sie nach Ihren Angaben jedoch nicht verpflichtet sind, während der Besorgungen stets mobil erreichbar zu sein, würde auch darin keine Pflichtverletzung und kein Vertrauensmissbrauch liegen.

Mir erschließt es sich daher nicht, warum der GF die Polizei einschaltete und nach Ihnen suchen ließ. Dies wäre nach meiner Auffassung nur dann nachvollziehbar, wenn Sie zur ständigen Anwesenheit am Arbeitsplatz und ständigen - auch mobilen - Erreichbarkeit verpflichtet waren und der GF ernsthaft davon ausgehen konnte, es liege ein Notfall vor. Dafür gibt es nach Ihrer Schilderung jedoch keine Anhaltspunkte.

Auch der Vorwurf des Vertrauensmissbrauchs scheint mir nicht nachvollziehbar, wenn der "Ausgang für die Besorgung" angemeldet und genehmigt war.

Sofern es nicht andere Gründe als die genehmigte auswärtige Besorgung für die Abmahnung gibt, habe ich nach Ihrer Schilderung daher einige Bedenken, dass diese Abmahnung berechtigt war.

Eine Abmahnung per E-Mail ist grundsätzlich möglich und zulässig. Sie müssen sich nicht zu einer Abmahnung äußern. Es gibt weder eine Widerspruchsfrist noch eine Klagefrist, um gegen eine Abmahnung vorzugehen.

Bevor Sie sich jetzt vielleicht vorschnell zu der Abmahnung äußern, sollten Sie versuchen näher aufzuklären, was in der Zeit, in der Sie nicht am Arbeitsplatz waren, genau vorgefallen ist.

Ferner sollte sich aus der Abmahnung ergeben, worin genau der Vertrauensmissbrauch besteht. Aus dem Wortlaut der Abmahnung muss der Arbeitnehmer das vorgeworfene Fehlverhalten genau erkennen können, damit er künftig eine Wiederholung vermeiden kann.

Wenn Sie gegen die Abmahnung vorgehen wollen, rate ich Ihnen an, die Abmahnung zuvor tiefergehend anwaltlich prüfen zu lassen, um evtl. Formfehler o. ä. ggf. zusätzlich rügen zu können. War die Abmahnung unberechtigt, können Sie zudem deren Entfernung aus der Personalakte verlangen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin


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