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Ablehnung einer Berufsunfähigkeitsversicherung - Kann man dagegen vorgehen?

13.01.2013 16:22 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff


Sehr geehrte Damen und Herren

mein Fall: Ich bin derzeit Student (Wirtschaft), 29 und habe einen Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung gestellt, kurz vor Ablauf der Unisex-Frist. Dieser wurde mit der Begründung auf gesundheitliche Risiken abgelehnt, konkret wurden als die 3 Gründe genannt

1. Reizmagensyndrom (trat in der Vergangenheit immer mal auf, ist aber nicht mehr da)
2. Emotion. Krise (gab es nach einer schwierigen Trennung - aber zeitlich klar begrenzt)
3. Trockene Haut (Psor.) (spätestens hier wird es lächerlich)

Ich hatte alle Angaben ehrlich gemacht, bin aber ansonsten ein völlig gesunder junger Mann - Ich gehe nicht davon aus dass es viele Antragsteller gibt, die zu 100% gesund sind und es immer waren.

In Zeiten in denen sich der Staat immer weiter aus der Versorgnung zurückzieht, finde ich es extrem schwierig wenn dann auch noch private Versicherungen die Leistung versagen. Gibt es ein Gesetz was hier greift?

Meine Frage: Macht es Sinn, sich gegen eine derartige Ablehnung zu wehren und mite Aussicht auf Erfolg wäre so ein Widerspruch gesegnet? Würde die Versicherung dann die genannten Krankheiten (die ja nicht mal trennscharf sind) von vorn herein ausschließen (dürfen)?

Ich freue mich über Ihre Tipps

Viele Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für die gestellte Frage.Bitte beachten SIe: die rechtliche Einschätzung beruht allein auf Ihren Angaben. Die Erstberatung kann eine umfassende Beratung mit einem Rechtsanwalt nicht ersetzen.

Wie Sie sehen, wird Ehrlichkeit leider im Leben nicht immer honoriert.

Sie müssen zunächst einmal wissen, dass der Versicherung die Ablehnung möglich ist :Der Grund dafür ist dass ein Versicherer nicht verpflichtet ist, Ihnen eine Versicherung auszustellen.

Bei entsprechenden Angaben können aber bestimmte Risiken ausgeschlossen werden. Dies ist übliche Praxis.In Ihrem Fall kenne ich die Angaben, die Sie gemacht haben, nicht. Es ist allerdings durchaus möglich, dass der Versicherer darauf beruhend bestimmte Risiken ausschliesst.Ob sie die Angebote im Einzelfall annehmen, ist Frage des einzelnen Versicherungsvertrages.Ich verweise der Vollständigkeit halber auch auf die Möglichkeit einer anonymen Risiko-Voranfrage im Vorfeld Ihrer Anfrage.

Gerade bei Punkt 2. wäre nämlich beispielsweise zu untersuchen, wie sich das, was Sie beschreiben, medizinisch bewertet wird. Dies hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Haben Sie lediglich angegeben, emotionale Probleme gehabt zu haben oder gab es deutliche medizinische (zB psychologische) Befunde?Ebenso bei Punkt 3 - dermatologische Befunde oder lediglich ein unbeachtliches Problem?

Sie sollten nun auch beachten, dass Ihre Angaben in einer sog. Wagnisdatei gespeichert werden können. Die Versicherungsgesellschaften unterhalten zusammen eine Wagnisdatei, in der auch Daten dazu erfasst werden, ob ein Versicherer einem Kunden den Abschluss des Vertrages verweigert hat etc. Das bedeutet, dass alle anderen Versicherer vor einer Prüfung der Antragsunterlagen auf die Daten zugreifen können. Aber wenn ein anderer Versicherer die Daten abruft, folgt daraus nicht zwingend, dass er keine neue individuelle Prüfung der Anträge mehr vornimmt und mit der Vorerkrankung genauso umgeht, wie der Erstversicherer. Ihre Angaben sind aber immer der erste Ausgangspunkt.
Die Ablehnung einer Versicherug muss nicht zur Ablehnung bei einer anderen führen. Die meisten empfehlen, Angebote von mehreren Versicherern einholen. Denn Vorerkrankungen, Alter und gefährliche Tätigkeiten werden von den Versicherungsunternehmen unterschiedlich eingestuft. Es sind damit natürlich auch Unterschiede bei den Angeboten zu erwarten. Trotz des Einleitungssatzes sei aber auf eines verwiesen:

Falsche Angaben zu machen ist gefährlich und nicht anzuraten. Denn die Wahrheit kommt mit ziemlicher Sicherheit irgendwann raus – und dann riskieren Sie Ihre Rente und machen sich wohlmöglich sogar starfbar.

Zurück zu Ihrer Frage.

Es kann ein Widerspruch nach meiner Ansicht durchaus ratsam sein. Mit den dort vorgelegten ärztlichen Unterlagen können Sie einen möglicherweise fehlerhaften Eintrag in der Wagniskartei verhindern und der Ablehnung entgegenwirken. Dies gilt umsomehr, als nach Ihrer Schilderung der Umfang der angeblichen Erkrankungen höher bewertet worden als er in Wirklichkeit ist.

Bitte beachten Sie, dass es sich hier um eine erste Einschaetzung des Falles handelt. Die Erstberatung kann die ausführliche anwaltliche Beratung niemals ersetzen. Für weitere Fragen, oder die Vergabe des Mandats stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
T.Asthoff

Nachfrage vom Fragesteller 13.01.2013 | 18:55

Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Als Nachfrage würde ich gern wissen wie Sie das mit dem Widerspruch meinen. Geht es darum sich von den benannten Ärzten bestätigen zu lassen dass die Krankheiten ausgeheilt sind und dies dann an die Versicherung zu senden? Gibt es dazu eine Frist?

Eine "Klage" hat dann wohl, wenn ich es richtig herausgelesen habe, keinen Sinn?

Viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.01.2013 | 19:07

Guten Abend,


es gibt keinen Kontrahierungszwang bei der Berufsunfallversicherung.

Die Annahme oder Ablehnung ist jedem Versicherer frei überlassen, so wie auch Sie eine von vielen Versicherungen wählen können. Sie können einen Anspruch auf Abschluss der Versicherung nicht einklagen, oder sonstige "formelle" Rechtsmittel ergreifen. Aus o.g. Gründen empfehle ich aber der Entscheidung unter Vorlage entsprechender Dokumente zu widersprechen. Vieleicht können Sie die Versicherung umstimmen. Zudem gibt es genügend Alternativen zur BUV.

Mit besten Grüssen,

RA Asthoff

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