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Ablehnung Kulanzantrag beim Autohersteller - Reaktion?

22.04.2009 01:18 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,
nachfolgend der Sachverhalt:

Im Juli 2007 erwarb ich bei einem Audi-Händler einen gebrauchten AUDI A4 EZ Mai 2003, mit Multitronic-Automatikgetriebe, damalige Laufleistung 94.000 km, zum Preis von 19.250 Euro.Im Kaufvertrag wurde die Sachmängelhaftung auf ein Jahr verkürzt und als besondere Vereinbarung dem Käufer eine einjährige Garantie geleistet.Die gesetzlichen Bestimmungen für die Sachmängelhaftung bez.der Beweislastumkehr nach 6 Monaten sind mir bekannt.
Seit Kauf des Wagens bin ich nur ca. 13.000 km gefahren, allerdings sind seitdem keine 6 Wochen vergangen, in denen der Wagen nicht wegen irgendeines Defektes zur Reparatur in die Werkstatt musste.
Als dauerhaftes Problem erweisen sich Klacker- und Ruckelgeräusche beim Anfahren und Beschleunigen.Insgesamt wurden zur Behebung des Problems seit meinem Kauf im Juli 2007 dreimal die Zündspule erneuert.Die technische Überpüfung in der Werkstatt ergab jedoch nun, dass die Geräusche von einem fehlerhaften Multitronic-Getriebe herrühren. Gleichzeitig eröffnete man mir dort, das das Getriebe komplett defekt sei und gegen ein neues ausgetauscht werden müsse.Kosten: 6.200 Euro, für die ich aufgrund der abgelaufenen Gewährleistungsgarantie nun komplett selbst aufkommen soll.
Umfangreiche Recherchen in Autoforen, in denen ich hunderte von ebenfalls Geschädigten fand, sowie in einschlägigen Automagazinen ergaben jedoch, dass die bis Baujahr 2004 eingebauten Multitronic-Getriebe mit Lamellenkupplung ein massiv auftretendes, serielles Problem bei AUDI darstellen.Im Herbst brachte AUDI nämlich daraufhin ein überarbeitetes Getriebe mit 7 statt 6 Lamellen auf den Markt und bot geschädigten AUDI Kunden den kostenlosen Austausch des alten Getriebes gegen das verbesserte an.Hier handelt es sich also nicht um VERSCHLEISS, sondern um einen MANGEL.Die entsprechenden rechtlichen Abgrenzungen zwischen Verschleiss und Mangel sind mir bereits bekannt.
Aufgrund dieser Info wandte ich mich also zwecks Kulanzantrag an AUDI Ingolstadt, leider wurde dieser abgelehnt, nicht einmal eine 50% ige Übernahme der Kosten wird mir gewährt.AUDI führte als Begründung das Alter und den km-Stand des Wagens abn. Dabei zeigte sich AUDI in der Vergangenheit bei geschädigten Multitronic-Kunden noch deutlich kulanter.Bei vielen Betroffenenen wurde das Getriebe auch bei Wagen mit deutlich höherer Km-Leistung trotzdem noch zum Nulltarif ausgetauscht.Viele Betroffene raten im Internet auch, hartnäckig gegenüber AUDI zu bleiben, da der erste Kulanzantrag ertsmal prinzipiell abgelehnt würde.
Mir ist klar, das man AUDI natürlich zu Kulanz nicht zwingen kann. Daher meine Frage: welche Argumente kann ich Ihrer Ansicht nach in einem Antwortschreiben an AUDI anbringen, um die Kulanz doch noch zu erwirken? Gibt es einschlägige Urteile zu dem Thema?
Für eine ausführliche Antwort auf mein Problem wäre ich Ihnen überaus dankbar

22.04.2009 | 03:07

Antwort

von


(694)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragende,

prinzipiell haben Sie Recht, dass Sie keinen Anspruch auf Regulierung im Kulanzwege haben.
Aber wie Sie richtig schreiben, zahlt sich Hartnäckigkeit in vergleichbaren Fällen, die uns bekannt sind, aus.

Sie könnten daher im Kulanzwege vortragen, dass der KfZ-Händler dieses Problem hätte bekannt sein müssen und sie nicht darauf hingewiesen wurden. Sie könnten auch Vergleichsfälle anbringen, bei denen eine kostenlose Regulierung stattfand.

Sie könnten jedoch versuchen, noch Rechte gegenüber dem Verkäufer herzuleiten (dazu benötige ich jedoch nähere Angaben):

Sollte der Verkäufer also davon gewusst haben und Sie trotzdem nicht darauf hingewiesen haben - hier scheint es aufgrund von Rückrufaktionen um ein sehr bekanntes Problem zu handeln - hätten Sie weiter alle Rechte (so statt vieler BGH 08.12.2006 (Az. <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20259/05" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 21.11.2006 - VI ZR 259/05: Klinik-Geschäftsführer">VI ZR 259/05</a>); 09.01.2008 (Az. <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20210/06" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 09.01.2008 - VIII ZR 210/06: Recht des Käufers zur sofortigen Minderung des Kaufpreises we...">VIII ZR 210/06</a>)) wie Minderung, Rücktritt. Hier gilt die Verjährungsfrist von 3 Jahren!
Gerade wenn es ein derart bekanntes Problem ist, so hätte der Verkäufer die Pflicht zur Aufklärung gehabt und kann sich auch nicht darauf berufen - wenn er Fachhhändler ist - dass er davon nichts gewusst habe.

Des weiteren könnten Sie Ihr Schreiben an den Hersteller oder das Autohaus auf die Argumentationspunkte des AG Frankfurt, Urteil vom 11.1.2008 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=32%20C%201639/07" target="_blank" class="djo_link" title="AG Frankfurt/Main, 11.01.2008 - 32 C 1639/07: Neuwagenkauf: Neubeginn der Verjährung im Fall ei...">32 C 1639/07</a> - 48, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=32%20C%201639/07" target="_blank" class="djo_link" title="AG Frankfurt/Main, 11.01.2008 - 32 C 1639/07: Neuwagenkauf: Neubeginn der Verjährung im Fall ei...">32 C 1639/07</a> stützen, indem ggf. die Verjährung stets erneut neu zu laufen beginnt, da immer wieder der selbe Fehler aufgetreten ist, dies vermutlich also auch bis zum Erwerb des Wagens nicht anders war und daher zu keiner Zeit hinsichtlich des Punktes Multitronic ein mangelfreier Wagen vorlag.

Um jedoch konkrete Angaben machen zu können, bitte ich um Zusendung des Kaufvertrages.

Ich habe ihnen eine Mail geschrieben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

-


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

ANTWORT VON

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