Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ablehnung Eigenheimzulage Dachgeschoss


27.06.2006 21:14 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Hallo,

wir haben im Jahr 2005 ein Dachgeschoss mit Keller und Garage in einem Mehrfamilienhaus von den Eltern übertragen bekommen.(Der Wert wurde vom Notar auf 5000,-€ festgesetzt). Das Dachgeschoss war bereits zu einem Drittel mit einer Wohnung ausgebaut und wurde von den Eltern vermietet. Der Bauantrag wurde im Herbst 2004 gestellt. Zur notariellen Dachgeschossübertragung im April 2005 war die Wohnung bis auf ein Zimmer von uns rückgebaut worden.(musste wegen dem Treppenhaus so bleiben, 1 Wand wurde aber versetzt). Die Kosten für den Dachausbau beliefen sich auf
200 000,-€. Da die Bank sagte, dass wir Anspruch auf EHZ hätten, wurde diese mit in die Finanzierung eingebunden. Vor 2 Wochen erhielten wir vorab telefonisch vom Finanzamt den Bescheid, dass die EHZ aufgrund des neuen Eigenheimzulage-gesetzes vom 01.01.2004 abgelehnt werden wird.
Der Zeitpunkt des Rückbaues, ob vor oder nach der notariellen Übertragung, wurde vom FA nicht abgefragt.
Wir vermuten, dass das FA davon ausgeht, dass wir in der Wohnung selbst wohnten bzw. der Rückbau nach Übertragung erfolgte.
Welche Angaben sollten wir erwähnen/nicht erwähnen, um zu unserer EHZ zu gelangen? Sind wir in Hinsicht des Abrisses(Zeitpunkt, ausführende Personen) in der Beweispflicht?
Sollten wir mit dem FA vor Zustellung des Ablehnungsbescheides noch einmal Kontakt aufnehmen?

Vielen Dank
Eingrenzung vom Fragesteller
27.06.2006 | 21:56
Sehr geehrter Fragesteller,
sehr geehrte Fragestellerin,

gemäß Ihren Angaben möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten.

Zur Klarstellung möchte ich Ihre Angaben kurz zusammen fassen.

Nach Ihren Angaben haben Sie im Herbst 2004 einen Antrag auf Umbau des von den Eltern übertragenen Dachgeschosses bekommen. Dieser Umbau hat 200.000 € gekostet. Für diesen Umbau haben Sie die Eigenheimzulage beantragt.

Wenn das so stimmt, kann das Finanzamt die Eigenheimzulage nicht gewähren. Mit einer Gesetzesänderung im Jahr 2003 wurde die Eigenheimzulage für Um- und Ausbauten vorhandener Wohnungen zum 01.01.2004 abgeschafft. Nur solche Ausbaumaßnahmen, die bis zum 31.12.2003 begonnen wurden, konnten durch die Eigenheimzulage gefördert worden.

Der Zeitpunkt des Rückbaus ist daher in jedem Fall nach der Gesetzesänderung begonnen worden. Daher interessiert es das Finanzamt auch nicht, ob mit dem Umbau vor oder nach der notariellen Übertragung begonnen wurde.

Es macht daher keinen Sinn sich noch vor Erlass des Bescheides mit dem Finanzamt in Kontakt zutreten.

Sollte die Bank Ihnen gesagt haben, Sie könnten für den Umbau die Eigenheimzulage bekommen, war diese Information im Jahr 2004 falsch.

Ich denke Ihnen mit meiner Antwort eine Einschätzung Ihrer rechtlichen Lage zu ermöglichen.Nutzen Sie sonst gerne die Möglichkeit der Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Honsel
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.06.2006 | 22:51

Sehr geehrter Herr Honsel,
die Wohnung wurde vor der notariellen Übertragung im April 2005 abgerissen, das heißt, uns stand ein leerer Dachboden zur Verfügung und wir schufen eine neue Wohnung. In der vorherigen vermieteten Wohnung wohnten nicht wir!
Im Internet fanden wir folgende Aussage:
Wer also ab 2004 sein Dachgeschoss ausbaut und dort zusätzlichen Wohnraum schafft, erhält theoretisch keine Förderung mehr. Besteht allerdings die Möglichkeit, im Dachgeschoss eine abgeschlossene Wohnung neu zu schaffen, so kann der Steuerpflichtige trotz Gesetzesänderung in den Genuss der Förderung gelangen. Eigengenutzte oder unentgeltlich überlassene Wohnungen werden auch ab 2004 gefördert.

Welche Voraussetzungen muss eine abgeschlossene Wohnung erfüllen?

Die Wohnung muss mindestens eine Küche und ein Bad (WC und Waschgelegenheit) enthalten.

Die Wohnung muss eine Mindestgröße von 23 m² besitzen.

Die Wohnung muss durch eine Abschlusstür von den übrigen Wohneinheiten abgetrennt sein.

Die Wohnung muss über einen eigenen Zugang verfügen, der nicht durch einen anderen Wohnbereich führt.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, besteht für den Dachausbau auch weiterhin ein Anspruch auf Eigenheimzulage nach dem neuen Gesetz."

Wir hoffen, Ihnen weiter geholfen zu haben und wünschen noch einen schönen Abend.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.06.2006 | 11:29

Sehr geehrter Fragesteller,
sehr geehrte Fragestellerin,

ganz so einfach, wie es in Ihrer Quelle im Internet dargestellt wurde, ist es nicht die Eigenheimzulage nach dem Gesetzesstand vom 01.01.2004 zu bekommen. Ich verweise hierzu auf ein BMF- Schreiben aus dem Jahr 2004.

Die Herstellung einer Wohnung setzt das Schaffen einer neuen, bisher nicht vorhandenen Wohnung voraus (vgl. BFH vom 31.3.1992, BStBl 1992 II S. 808). Baumaßnahmen an einem bestehenden Gebäude sind ausnahmsweise dann als Herstellung einer neuen Wohnung zu beurteilen, wenn die Baumaßnahme einem Neubau gleichkommt. Dies ist der Fall, wenn ein Gebäude so sehr abgenutzt ist, dass es unbrauchbar geworden ist (Vollverschleiß) und durch die Instandsetzungsarbeiten unter Verwendung der übrigen noch nutzbaren Teile ein neues Gebäude hergestellt wird (vgl. Rz. 18 des BMF-Schreibens vom 18.7.2003, BStBl 2003 I S. 386). Eine neue Wohnung entsteht nicht bei

Umwidmung einer Wohnung (z.B. einer bisher fremd vermieteten oder einer als Praxis genutzten Wohnung in eine zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung),

Instandsetzung einer leer stehenden Wohnung,

Verkleinerung oder Vergrößerung einer Wohnung oder

der Verbindung von Wohnungen (BFH vom 15.11.1995, BStBl 1998 II S. 92).

11
Eine Wohnung ist auch dann neu hergestellt, wenn in einem Gebäude erstmals eine Wohnung im bewertungsrechtlichen Sinne entsteht (z.B. bei Umbau eines Einfamilienhauses zu einem Zweifamilienhaus). Die in die neue Wohnung einbezogene Gebäudesubstanz muss dabei so tief greifend umgestaltet oder in einem solchen Ausmaß erweitert werden, dass die eingefügten Teile der entstandenen Wohnung das Gepräge geben und die verwendeten Altteile wertmäßig untergeordnet erscheinen. Aus Vereinfachungsgründen kann hiervon ausgegangen werden, wenn der im zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit der Entstehung der Wohnung angefallene Bauaufwand zuzüglich des Werts der Eigenleistung nach überschlägiger Berechnung den Wert der Altbausubstanz (Verkehrswert) übersteigt. Typische Erhaltungsaufwendungen bleiben bei dieser Gegenüberstellung jedoch außer Betracht (vgl. BFH vom 11.9.1996, BStBl 1998 II S. 92). Mangels tatsächlicher Aufwendungen gehören die Eigenleistungen nicht zu den bei der Bemessung der Eigenheimzulage maßgeblichen Herstellungskosten i.S.d. § 8 EigZulG. Entstehen bei Aufteilung einer Wohnung mehrere kleinere Wohnungen, kann der Anspruchsberechtigte bestimmen, welche Wohnung an die Stelle der bisherigen tritt und welche Wohnung neu entstanden ist.

Regelmäßig wird erforderlich sein, dass Teile ersetzt werden, die für die Nutzungsdauer bestimmend sind, wie z.B. Fundamente, tragende Wände oder Geschossdecken.

Wenn Sie solche Tatsachen nachweisen können, muss das Finanzamt Ihnen die Eigenheimzulage gewähren. Sie sind hier aber voll beweispflichtig.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Honsel
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER