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Abfindung einmal oder monatlich?

08.03.2015 16:09 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


17:37

Sehr geehrte Damen und Herren,


ich frage hier für meinen Vater: Er ist 59 Jahre alt und wird aufgrund eines Betriebsübergangs, dem er widersprochen hat, gekündigt mit Zahlung einer Abfindung.

Die Abfindung wird sich auf ca. € 125.000,00 belaufen.

Der Betriebsrat hat vorgeschlagen, entweder die Abfindung auf einmal zu zahlen oder in monatlichen Raten bis zum frühestmöglichen Renteneintrittsalter, also bis 63.

Welche Möglichkeit wäre für meinen Vater besser? Einmal oder monatlich?
Evtl. auch im Hinblick auf das Alter und aus evtl. steuerlichen Gründen besser?
Welche Vor- und Nachteile haben die vom Betriebsrat vorgeschlagenen Lösungsmöglichkeiten?

Wäre er denn auch noch weiter automatisch sozialversichert?

Wenn er die Einmalzahlung nehmen würde, könnte er sich dann arbeitslos melden?


Ich bitte um Tipps, was besser für meinen Vater ist?


MfG




08.03.2015 | 16:47

Antwort

von


(335)
Tannenweg 17
72654 Neckartenzlingen
Tel: 07127/349-1208
Web: http://www.rechtsanwalt-kromer.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Abfindungen sind seit dem 01.01.2006 nicht mehr steuerbefreit. Sofern die Abfindung nicht ausdrücklich als netto bezeichnet ist, hat Ihr Vater die Steuern zu bezahlen. In der Praxis wird diese natürlich direkt vom Arbeitgeber abgeführt und nur der Nettobetrag zur Auszahlung gebracht.

Ihr Vater kann jedoch nach § 34 EStG: Außerordentliche Einkünfte einen Antrag auf die sogenannte Fünftelregelung stellen. Dies führt dazu, dass die Abfindung faktisch nicht in einem Jahr voll zu versteuern ist, sondern bereits berücksichtigt ist, dass die Abfindung letztlich einen längeren Zeitraum abdeckt.

Welche Variante jedoch steuerlich besser ist, hängt auch von dem sonstigen Einkommen Ihres Vaters ab. Unterstellt man, dass er in 2015 arbeitslos sein wird und kein weiteres Einkommen erzielt und dann ab 2016 wieder voll arbeitet, so dürfte die Einmalzahlung steuerlich sinnvoller sein (schöne Beispiele siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnftelregelung). Bei dieser Betrachtung sind auch sonstige Einnahmen, wie zB Mieteinkünfte, zu berücksichtigen. Endgültige Sicherheit kann hier nur die Berechnung durch einen Steuerberater anhand der individuellen Daten Ihres Vaters bringen.

Die Abfindung ist sozialversicherungsfrei, da sie kein Arbeitsentgelt darstellt. Eine weitere Sozialversicherung besteht damit nicht, egal ob die Abfindung gestückelt oder auf einmal ausgezahlt wird.

Nach § 158 SGB III: Ruhen des Anspruchs bei Entlassungsentschädigung wird keine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld verhängt, wenn das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist vom Arbeitgeber gekündigt wurde.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Johannes Kromer

Rückfrage vom Fragesteller 08.03.2015 | 17:07

Vielen Dank Hr. Kromer für Ihre Antwort!

Wo kann mein Vater den Antrag nach § 34 EStG: Außerordentliche Einkünfte stellen? Beim Finanzamt oder Arbeitgeber?

Mein Vater hat sonst kein weiteres Einkommen und auch Vermögen ist nicht vorhanden.

Und ob er dann mit 60 Jahren noch eine Arbeit findet, ist fraglich.

Sie schreiben:
„Nach § 158 SGB III: Ruhen des Anspruchs bei Entlassungsentschädigung wird keine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld verhängt, wenn das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist vom Arbeitgeber gekündigt wurde."

Würde denn bei ordentlicher Kündigungsfrist und einer Abfindung als Einmalzahlung mein Vater Arbeitslosengeld bekommen oder müsste er dann die Abfindung zuerst aufbrauchen oder trotzdem eine Sperre bekommen?

In Anbetracht meiner Informationen würden Sie eher zur Einmalzahlung tendieren oder im Hinblick auf das Alter die Abfindung lieber monatlich bis zur Rente? Welchen Vorteil hätte evtl. dies?


Vielen Dank!


MfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 08.03.2015 | 17:37

Wenn kein weiteres Einkommen erzielt wird, dürfte wohl die Ratenzahlung steuerlich vorteilhafter sein.

Andererseits ergeben sich natürlich auch Risiken aus der Ratenzahlung, nämlich eine mögliche Insolvenz des Arbeitgebers. Wobei wiederrum menschlich der Bezug einer Einmalzahlung ggf. zu größeren Anschaffungen verlocken könnte, während durch den Ratenweisen Bezug ggf. die Lebenshaltung bis zum Renteneintritt gesichert wäre.

Eine Sperrfrist dürfte nicht verhängt werden, wenn der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der Kündigungsfrist aus betriebsbedingten Gründen kündigt.

Die Beantragung erfolgt im Übrigen gegenüber dem zuständigen Finanzamt.

ANTWORT VON

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