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Abfindung bei Schwerbehinderung

| 12.02.2012 15:00 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


16:27

Sehr geehrte Damen und Herren,
einige Fakten, damit Sie meine Fragen richtig beantworten können:
Von Ende 2001 bis Sommer 2011 bin ich in meiner Firma beschäftigt gewesen. Aufgrund zweier Schwangerschaften bin ich vom Juli 2004 bis August 2010 in Mutterschutz/bzw. Elternzeit gewesen.

Im Juli 2010 bin ich schwer erkrankt (60% Schwerbehinderung) und wurde bis Mitte November 2011 krankgeschrieben.

Am 31.03.2011, hat mir meine Firma, mit Zustimmung des Integrationsamtes, eine betriebsbedingte Kündigung zugesprochen, gegen die ich Klage eingereicht habe. Ein Urteil ist jetzt gefallen und ich habe Recht erhalten: der Richter hat entschieden, dass das Arbeitsverhältnis nicht durch die Kündigung aufgelöst wurde.

Mir stehen jetzt eine Lohnnachzahlung (2 Monate und 11 Tage lang war ich arbeitslos) und, da ich seit Anfang Februar eine neue Arbeitsstelle habe, auch eine Abfindung zu. Allerdings ist mein Rechtanwalt nicht ganz eindeutig in seinen Äußerungen und ich würde gerne für mich Klarheit schaffen.

Daher stelle ich folgende Fragen:

1) Wird die Lohnnachzahlung der Abfindung irgendwie angerechnet, oder es handelt sich um zwei voneinander getrennte Beträge?

2) Kann eine Abfindung in meinem Fall (GdB60) höher ausfallen als sonst (0,5 Monatsverdienste pro Beschäftigungsjahr)? Ich habe sehr durch das Vorhaben der Firma gelitten, da ich eigentlich eine sehr engagierte und äußerst geschätzte Mitarbeiterin war und da die Schlammschlacht während meiner schweren Krankheit stattgefunden hat. Jetzt würde ich gerne entsprechend entschädigt werden.

Für eine baldige Antwort bedanke ich mich im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen

12.02.2012 | 15:46

Antwort

von


(940)
Golmsdorfer Str. 11
07749 Jena
Tel: 036412692037
Web: http://www.jena-rechtsberatung.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1) Wird die Lohnnachzahlung der Abfindung irgendwie angerechnet, oder es handelt sich um zwei voneinander getrennte Beträge?

Nein, das sind zwei getrennt zu beachtende Punkte.

Das Gehalt steht Ihnen noch zu, da die Kündigung unwirksam ist und der Auflösungsantrag die Beendigung zu einem anderen Zeitpunkt gesetzt hat.

Die Abfindung soll darüber hinaus zusätzlich den Verlust des Arbeitsplatzes kompensieren.

Ist die eingereichte Kündigungsschutzklage erfolgreich, besteht das Arbeitsverhältnis fort, als wäre es nicht gekündigt worden. Dann müsste der Arbeitnehmer seine Tätigkeit beim Arbeitgeber wieder aufnehmen. In einigen Fällen gibt es bis zu diesem Zeitpunkt jedoch Zwischenfälle (gegenseitige Beleidigungen und anderes), die es einem Vertragspartner unzumutbar machen, den Vertrag fortzusetzen. In diesem Fall kann die betroffene Partei einen Auflösungsantrag stellen. Das Gericht erklärt dann das Arbeitsverhältnis für aufgehoben.

Zusätzlich ist der Arbeitgeber zur Zahlung einer Abfindung verpflichtet.

Daher stehen Ihnen das Gehalt und die Abfindung zu.


2) Kann eine Abfindung in meinem Fall (GdB60) höher ausfallen als sonst (0,5 Monatsverdienste pro Beschäftigungsjahr)? Ich habe sehr durch das Vorhaben der Firma gelitten, da ich eigentlich eine sehr engagierte und äußerst geschätzte Mitarbeiterin war und da die Schlammschlacht während meiner schweren Krankheit stattgefunden hat. Jetzt würde ich gerne entsprechend entschädigt werden.

Bei der Berechnung der Abfindung sind neben den üblichen Faktoren auch zusätzliche Aspekte wie z.B. in Ihrem Fall die Schwerbehinderung zu beachten.

Es gibt keine direkte gesetzliche Grundlage dazu, ist aber durch die Rechtsprechung anerkannt.

Wichtigste Kriterien sind der Verdienst, das Lebensalter sowie die Dauer des Arbeitsverhältnisses, um die Höhe der Abfindung zu bestimmen.

Zur Bestimmung einer Abfindung können auch darüber hinaus andere bestehende Punkte, wie vorhandene Unterhaltspflichten, eine Schwerbehinderung und eine schlechte gesundheitliche Verfassung des Arbeitnehmers, die wirtschaftliche Situation des Betriebes, die schuldhafte Herbeiführung des Auflösungsgrundes, eine besondere kündigungsbedingte Notlage des Arbeitnehmers herangezogen werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Steffan Schwerin, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Steffan Schwerin

Rückfrage vom Fragesteller 12.02.2012 | 16:12

Vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort. Könnten Sie zu Punkt 2 noch eine genauere Spanne nennen, in der sich üblicherweise laut geschilderter Situation die Berechnung der Abfindung bewegt (z.B. Faktor 0,7 statt 0,5 oder mehr)? Ich hätte gerne einen Anhaltspunkt um mit meinem RA reden zu können.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.02.2012 | 16:27

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Leider sind keine genauen Faktoren diesbezüglich entwickelt worden.

Es wird durch die Rechtsprechung nur zugestanden, dass die Schwerbehinderung den Abfindungsanspruch erhöhen soll.

Im Zweifel sollte man so rechnen, dass die grundsätzliche Abfindung pauschal um 10 bis 15 % zu erhöhen ist. Mit diesem Ansatz sollte man in die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber eintreten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Steffan Schwerin
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 12.02.2012 | 16:46

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