Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Abfindung bei Scheidung, Steuer

| 22.07.2008 15:07 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Hallo,

ich bin gerade dabei mich scheiden zu lassen. Es gibt einen Ehevertrag. Der legt fest, dass mein Mann 3 Jahre lang Unterhalt zahlen muss.
Jetzt überlegen wir gerade, ob wir den Unterhaltsanspruch nicht in einen Abfindungsanspruch zusammenfassen. Es wären dann ca. 30000 Euro.

Meine Frage: Muss das Geld versteuert werden? Muss es auch versteuert werden, wenn ich keinerlei andere Einkünfte habe, ausser einem 400 Euro Job? (Ich bin Studentin)
Kann mein Mann den Betrag in seiner Steuererklärung zum Abzug bringen?

Vielen Dank für Ihre Zeit und Mühe,

mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.

Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:


Auch bei der von Ihnen ins Auge gefassten Abfindungszahlung handelt es sich um Unterhaltszahlungen.

Unterhaltszahlungen könne vom Unterhaltspflichtigen im Rahmen der Einkommensteuererklärung grundsätzlich entweder als Sonderausgaben (sog. Realsplitting) oder als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Als Sonderausgaben können an Unterhaltszahlungen jährlich maximal 13.805 € pro Kalenderjahr geltend gemacht werden.

Für Ihren Ex-Ehemann bedeutet dies, dass sich in diesem Fall sein zu versteuerndes Einkommen um 13.805 € vermindert und entsprechend auch die Steuerlast sinkt. Der zu 30.000 € verbleibende Betrag findet keinerlei Berücksichtigung.

Für Sie bedeutet dieser Weg, dass Sie die Abfindungszahlung als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 1 a Einkommensteuergesetz (EStG) versteuern müssen. Da die Abfindungszahlung im Verhältnis zu Ihren sonstigen Einkünften sehr hoch ist, führt dieser Weg sehr wahrscheinlich zu einer wesentlich höheren Steuerbelastung im Jahr der Abfindungszahlung. Aus genau diesem Grund bedarf der Ansatz der Unterhaltszahlung Ihres Exmannes als Sonderausgaben auch Ihrer ausdrücklichen Zustimmung.

Macht Ihr Ehemann die Abfindungszahlung hingegen als außergewöhnliche Belastung geltend, bedeutet dies für Sie, dass die Zahlung nicht der Einkommensteuer unterfällt. D.h. für Sie entsteht keinerlei steuerlicher Nachteil.

Für Ihren Exehemann bedeutet dies jedoch, dass er maximal (derzeit) 7.680 € im Jahr vom zu versteuernden Einkommen abziehen kann.

Im Ergebnis bedeutet dies daher, dass wenn Sie eine Abfindungszahlung wünschen, Sie aus Ihrer Sicht darauf achten sollten, dass Ihr Exehemann diese lediglich als außergewöhnliche Belastung geltend macht und Sie zu einem möglichen Sonderausgabenabzug Ihre Zustimmung nicht erteilen.

Alternativ belassen Sie es bei der herkömmlichen monatlichen Zahlung. In diesem Fall kann Ihr Exehemann den Unterhalt über drei Jahre steuerlich verteilen.



Ich hoffe Ihnen, mit den vorstehenden Ausführungen eine erste Orientierung gegeben zu haben. Für eventuelle Nachfragen benutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Ich möchte Sie an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass die vorstehende Antwort ausschließlich auf den von Ihnen gemachten Angaben beruht. Das Hinzufügen oder Weglassen von Angaben kann zu einem anderen Ergebnis führen.

Mit freundlichen Grüßen

Kay Fietkau
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Danke für die gut verständliche Erklärung und den Ratschlag.

"