Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Abfindung: Besteuerung nach der Fünftelregelung -


25.06.2006 17:09 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Zur Vorgeschichte:


• Ich werde im Juli 2006 mit meinem Arbeitgeber einen Auflösungsvertrag vereinbaren, der unter Einhaltung der regulären Kündigungsfrist von 7 Monaten das Arbeitsverhältnis zum 28.02.2007 beendet.

• Mein Arbeitgeber zahlt mir eine Abfindung, die im März 2007 ausbezahlt, und nach der Fünftelregelung besteuert wird.

• Mir ist bekannt, das sich die beiden letzten Gehälter, die im Januar und Februar 2007 gezahlt werden, bei der Besteuerung der Abfindung im März 2007 für mich ungünstig auswirken, und es steuertechnisch „optimal“ wäre, wenn ich neben der Abfindung in 2007 keinerlei weitere Einkünfte mehr hätte.

• Mir wurde gesagt, dass es zwar möglich ist, lediglich 5 Monate Kündigungsfrist bei der Auflösung des Arbeitsvertrages zu vereinbaren, und bereits zum 31.12.2006 aus dem Unternehmen auszuscheiden (Fragen bezüglich der Arbeitsagentur sind hier zu vernachlässigen). Dies würde ja die Auszahlung der beiden Gehälter in 2007 verhindern, und somit zunächst bei der Zahlung und Besteuerung der Abfindung in 2007 einen erheblichen positiven Effekt erzielen. Das Finanzamt würde dann aber, so wurde mir gesagt, bei der Einkommenssteuererklärung 2007, die ich im Jahre 2008 machen muss, die beiden Gehälter, die mir bei Einhaltung der regulären Kündigungsfrist zugestanden hätten, dennoch fiktiv anrechnen. Das würde bedeuten, dass ich dann erheblich Steuern nachbezahlen müsste, und zudem ja die beiden mir angerechneten Gehälter real nicht erhalten hätte.




Meine beiden Fragen sind nun die folgenden:


• Stimmt diese Aussage so, dass das Finanzamt stets die Gehälter bei der Einkommenssteuererklärung steuertechnisch anrechnet, die bei Einhaltung der regulären Kündigungsfrist erzielbar und somit auch einklagbar gewesen wären? Und wenn nein, ist es definitiv zu gewährleisten, dass das Finanzamt nicht doch so verfährt?

• Gibt es andere Möglichkeiten, z.B. durch die Vereinbarung von unbezahltem Urlaub in den beiden Monaten in 2007, freiwillig auf die beiden Gehälter zu verzichten, um somit die Anrechnung dieser Gelder bei der Besteuerung der Abfindung zu verhindern?




Vielen Dank für Ihre Mühe.
Eingrenzung vom Fragesteller
25.06.2006 | 17:13
Guten Abend,

der von Ihnen in Aussicht genommene Weg zur Vermeidung eines Steuernachteiles ist nicht gangbar.

Maßgeblich für die Frage, ob eine sogenannte Zusammenballung der Einkünfte, die erst den Weg für eine Besteuerung nach der Fünftel-Regelung eröffnet, vorliegt, ist, daß die Abfindung im Jahr der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt wird. Wenn Sie die Kündigungsfrist abkürzen und das Ende des Arbeitsverhältnisses auf den 31.12.2006 legen, muß die Abfindung auch in diesem Veranlagungszeitraum noch gezahlt werden; anderenfalls nimmt die Rechtsprechung in der Regel keine Steuerermäßigung an.

Eine Beendigung zum 31.12.2006 hilft Ihnen also nur dann, wenn auch die Abfindung spätestens zum 31.12.2006 gezahlt wird.

Ansonsten spielt für das Finanzamt die Einhaltung der Kündigungsfristen keine Rolle. Das Finanzamt überprüft lediglich für die Frage, ob die Fünftel-Regelung anwendbar ist, ob die Abfindung das im Veranlagungszeitraum erzielbare Einkommen übersteigt. Hierbei kommt es nicht auf die Kündigungsfristen an, vielmehr werden die Einkommen für das gesamte Jahr 2007 mit der Abfindung verglichen.

Auch ein Verzicht auf die Einkommen Januar und Februar 2007 hilft nicht. Der einzig gangbare Weg ist die Beendigung zum 31.12.2006 mit einer Auszahlung noch in diesem Jahr.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 25.06.2006 | 22:15

Hallo Herr Weiß,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Mir war nicht bekannt, dass die Zahlung der Abfindung im Jahr der Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgen muss, wenn man in den Genuss der Fünftelregelung kommen will. Genau dies ist mir von der zentralen Konzernsteuerabteilung meiner (Noch-Firma) exakt gegenteilig in einer firmenweiten Information mitgeteilt worden. In besagten Schreiben wird diese Verfahrensweise (Beendigung Arbeitsverhältnis zum Jahresende - Zahlung der Abfindung im Folgejahr) als wünschenswerter Vorteil dargestellt, da die steuerlichen Vergünstigungen der Fünftelregelung so optimal zum Tragen kämen.

Ist es tatsächlich sicher, dass die Steuerbehörden in besagten Fall nicht von einer Zusammenballung ausgehen würden?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.06.2006 | 11:44

Guten Tag,

die Auffassung Ihres Arbeitgebers ist aus zwei Gründen fehlerhaft:
zum einen steht dem die bereits zitierte Rechtsprechung entgegen (so können dies etwa dem BFH-Urteil v. 24.01.2002, Az. IX 2/01, entnehmen), zum anderen ist bei der Frage der Zusammenballung ohne das -fiktive- Entgelt des gesamten Kalenderjahres zu berücksichtigen. Sie sollten deshalb sehen, daß noch im Jahre 2006 auch die Auszahlung der Abfindung erfolgt.

Freundliche Grüße

Michael Weiß

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER