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Abfindung (Entassungentschädigung)


19.04.2005 09:15 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Für die steuerliche Behandlung der Abfindung gibt es ein Vielzahl von sich teilweise widersprecheden Veröffentlichungen.
Geltendes Recht ist, dass bei Zusammenballung von Einkünften im Veranlagungszeitraum die Fünftelungsregelung angewendet wird, wenn entsprechende Voraussetzungen erfüllt sind.
Jetzt meine Frage:
Die Abfindung wird (angenommen) nicht im Jahr der Wirksamkeit der Beendigung der Beschäftigung (z.B. 01.10.05) sondern im Folgejahr (z.B. 01.02.06) gezahlt.
Die Abfindung ist deutlich höher als ein Jahreseinkommen.

1) Ist das schädlich für die Fünftelungsregelung?
2) Ist auch eine Teilung denkbar?

Danke im Voraus








Guten Morgen,

für die steuerliche Behandlung einer Abfindung (Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes gem. §§ 9, 10 KSchG, 3 Abs. 1 Nr. 9 EStG) sind zwei Gesichtspunkte maßgeblich.

Der steuerfreie Betrag ergibt sich aus § 3 Abs. 1 Nr. 9 EStG. Hiernach differiert der steuerfreie Betrag je nach Betriebszuge-hörigkeit und Alter zwischen 7.200,00 € und 11.000,00 €. Der darüber hinaus gehende Betrag unterfällt der priviligierten Be-steuerung nach § 34 EStG, der von Ihnen angesprochenen Fünftelungsregelung.

Voraussetzung ist dabei jeweils, dass auch tatsächlich eine Ent-lassungsentschädigung im einkommensteuerrechtlichen Sinne vorliegt. Dies setzt zum einen eine zeitliche Nähe zwischen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses und der Zahlung der Abfindung voraus. Der von Ihnen angesprochene Zeitraum ist dabei unschädlich und läßt sich wohl auch aus der Höhe der Abfindung dann erklären.

Auch eine Teilung der Abfindungszahlung selbst ist grundsätzlich unproblematisch. Voraussetzung für die Anerkennung als Entlassungsentschädigung ist aber, dass diese in einem Veranlagungszeitraum, also vollständig in Ihrem Falle im Jahre 2006 gezahlt wird. Dies ist die ständige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes. Dieser hat allerdings in der Entscheidung vom 02.09.1992 auch entschieden, dass unter besonderen Umständen ausnahmsweise auch eine Steuerermäßigung nach § 34 Abs. 1 EStG in Betracht kommen könne, wenn sich die Entschädigung auf zwei Kalenderjahre verteilt. Voraussetzung ist danach aber, dass die Zahlung der Entschädigung von vornherein in einer Summe vorgesehen war und nur wegen ihrer ungewöhnlichen Höhe und der besonderen Verhältnisse des Zahlungspflichtigen auf zwei Jahre verteilt wurde.

Ich kann Ihnen allerdings nicht raten, sich auf dieses Eis zu begeben, da Sie dann Gefahr laufen, dass die Entschädigungs-zahlungen nicht mehr steuerbegünstigt behandelt werden. Sie sollten darauf drängen, dass die Abfindungszahlung, wenn sie auf mehrere Raten verteilt wird, in einem Kalenderjahr erfolgt.

Ich hoffe ich habe Ihnen weiter geholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.08.2005 | 09:17

Ist es schädlich, den steuerfreien Teil - in meinem Fall 9.000 Euro auf diese Jahr vorzuziehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.08.2005 | 09:24

Guten Morgen,

ich möchte Ihnen von einem Vorziehen des steuerfreien Teiles abraten. Wie bereits in meiner ersten Antwort dargestellt, ist eine Auszahlung der Abfindung über zwei Veranlagungszeiträume, hier also 2005 und 2006, immer problematisch. Die Rechtsprechung geht hierbei in der Regel von einem Wegfall der Steuerermäßigung bzw. Steuerbefreiung aus, die Ausnahmen hatte ich Ihnen bereits geschildert.

Sie gehen mit einem Vorziehen des Betrages von 9.000,- EUR ein unnötiges Risiko ein.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß

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