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Abänderung gerichtl Vergleich Umgang

26.02.2007 13:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


15:26

Hallo,

ich hatte hier schon mal geschrieben. Kind 1,5 J, gerichtl. Vergleich Umgang mit Übernachtung alle 14 Tage, gem. Sorgerecht.

Kind schreit nachts wochenlang nach Umgangswochenenden, ist durcheinander und agressiv. Bei einer Nachfrage beim Kindsvater kam heraus, er bringt sie nachts zu seinen Eltern (2 Dörfer weiter). Seine Aussage, es geht mich einen ****dreck an, wo das Kind schläft, wenn ich ihn mal angerufen habe, gaukelte er mir vor, Kind würde gerade bei ihm schlafen, hat es aber nicht. Das Kind hat erhebliche Probleme mit den unterschiedl. Übernachtungsorten.
Weiterhin ist der Vergleich schwammig formuliert mit den Umgangszeiten. Das heißt, der Papa schreibt uns vor, wann er Zeit hat (9.Uhr, 13 Uhr bzw. Samstag oder Sonntag). Wenn wir nicht so springen, wirft er mir Umgangsverweigerung vor. Seit einem Jahr bekommen wir nun keine Ruhe rein, regelmäßig entfachen Streits wegen der Abholzeiten kurz vor dem Umgang.

Ich würde jetzt gern eine Umgangsabänderung - Ohne Übernachtung, aber mit festen regelmäßigen Zeiten und kürzeren Abständen für das Kind beantragen- damit Kontinuität entsteht. Auch für das Kind sind alle 2 Wochen und dann noch woanders schlafen ein Zustand, dass sie nicht verkraftet in ihrem Alter.

Macht das Sinn? Oder soll ich KV schreiben ohne Übernachtung und warten dass er mich verklagt?

Danke für ihre Meinung

26.02.2007 | 14:48

Antwort

von


(141)
Muldestr. 19
51371 Leverkusen
Tel: 0214 / 2061697
E-Mail:

Sehr geehrte Dame,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben und Einsatzes beantworten möchte:

Bezüglich der beabsichtigten Umgangsabänderung (ohne Übernachtung) kann ich Ihnen leider keine großen Hoffnungen machen, denn das Bundesverfassungsgericht hat erst kürzlich entschieden, dass Umgangsregelungen, die dem Vater die Übernachtungsumgänge versagen, eine Verletzung des Elternrechts aus Art. 6 Abs. 2 GG darstellen können (BVerfG v. 26.09.2006, FamRZ 2007 S. 105 ).

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.


Rückfrage vom Fragesteller 26.02.2007 | 15:03

Hallo,

danke für die Info, die Frage die sich stellt ist, das Kind ist klein und diese Übernachtungen machen ihr ja sehr zu schaffen (kinderärztlich dokumentiert), ob dann gegen Kindeswohl entschieden wird? Und ist eine Klage nicht sinnvoll, auf feste Zeiten? Es gibt seit einem Jahr Streit? Letztens kam er gar nicht, weil er meinte wir hätten was anderes vereinbart?

Danke

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.02.2007 | 15:26



Sehr geehrte Dame,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte:

Es dürfte schwierig werden, an der Entscheidung des BVerfG vorbeizukommen.

Das Gericht hat zwar ausgeführt, dass stets für eine am Kindeswohl orientierte Entscheidung zu treffen sei.
Dabei reicht es nach Auffassung des Gerichts jedoch nicht aus, dass aus den von der Kindesmutter geschilderten Verhaltensweisen des Kindes der Schluss zu ziehen sei, dass ein Übernachtungsvorgang dem Kind eher schadet als nützt.
Man muss - so das Gericht - möglichen alternativen Ursachen für diese Verhaltensweisen nachgehen.

Ich schlage daher vor, dass Sie sich unter Vorlage der kinderärztlichen Bescheinigung mit dem Jugendamt in Verbindung setzen.
Es kann dann vor Ort im Einzelnen untersucht werden, ob ggf. alternative Ursachen für die beschriebenen Verhaltensweisen erkennbar sind.
In diesem Zusammenhang könnte dann auch über "feste Zeiten" bzw. über das alleinige Sorgerecht gesprochen werden.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben und verbleibe

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

ANTWORT VON

(141)

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