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Ab wann muss ich eine Krankmeldung vorlegen?

| 18.05.2013 17:59 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung: Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung; nachträgliches Verlangen des Arbeitgebers eine AU-Bescheinigung vorzulegen

Ich war von 24 bis zum 26 April krank. Es war Mittwoch, Do und Freitag.Da es ein Auf und Ab war, hatte ich immer die Hoffnung, dass es besser wird und bin nicht zum Arzt gegangen.

Nun verlangt mein Arbeitgeber die Krankmeldung. Da ich nicht beim Arzt war, kann ich keine vorlegen.

In meinem Vertrag steht: Dauert die Erkrankung länger als 3 Kalendertage, ist ein ärztliches Attest vorzulegen. Die Schule kann auf Wunsch auch früher ein Attest verlangen.

Am Wochenende war ich nicht krank. ich bin als Fremdsprachenlehrerin an der Schule tätig (Angestelltenverhältnis). Unsere Schule hat am Wochenende zu, es ist auch kein Personal da, auch das Sekretariat hat zu. Ich habe telefonisch noch am Freitag früh mitgeteilt, dass ich mich noch nicht in der Lage fühle zu unterrichten, jedoch mir schon viel besser geht.

An unserer Schule wird so nicht gehandhabt, dass man dann plötzlich 5 Tage krank war. Zudem hat die Schule mir gegenüber nie den Wunsch geäußert, die Krankmeldung auch vorher vorzulegen.

Da das WE angeblich mitzählt, ist für mich jetzt neu. Bei uns arbeitet keiner am WE. Es gebe sogar keinen am Telefonapparat.

Wie sieht es hier aus? Gibt es eine gesetzliche regelung zu Kranktagen und anschließend WE?

Ist es von Schule zur Schule, von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich?

Mit welchen ausschlaggebenden Argumenten könnte ich mich hier wehren?

Wie gehe ich am besten vor?

Danke

Einsatz editiert am 18.05.2013 18:04:12

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
.

Bei Arbeitsunfähigkeit hat der Arbeitnehmer grds. folgende Pfichten:
1.) Gem. § 5 EFZG (EntgeltfortzahlungsG) hat er unverzüglich, das heißt ohne schuldhaftes Zögern, den Arbeitgeber über die Arbeitsunfähigkeit (AU) zu informieren (sog. Anzeigepflicht). Dies bedeutet, dass die Anzeige der Erkrankung grds. am ersten Tag der Erkrankung, und zwar zu Arbeitsbeginn bzw. in den ersten Arbeitsstunden, zu erfolgen hat.
Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung haben Sie das Sekretariat über Ihre Arbeitsunfähigkeit am Freitag informiert. Insofern liegt eine Verletzung der Anzeigepflicht vor, denn Sie hätten bereits am Mittwoch Ihren Vorgesetzen/Vorgesetzte oder das Sekretariat über Ihre Erkrankung informieren müssen.

2.)Arbeitnehmer haben ferner die Pflicht, ihre Arbeitsunfähigkeit durch eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachzuweisen (sog. Nachweispflicht).
Für die Nachweispflicht gilt § 5 Abs 1 Satz 2 EFZG. Jeder Arbeitnehmer ist verpflichtet, im Falle der Erkrankung spätestens am vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dem Arbeitgeber vorzulegen. Dies gilt nach § 5 Abs. 1 Satz 2 EFZG grds. nur, wenn die Erkrankung länger als drei Tage dauert. Der Arbeitgeber kann die Nachweispflicht zwar arbeitsvertraglich verkürzen, entsprechend Ihrer Sachverhaltsschilderung ist dies jedoch nicht geschehen.
Es gilt also die 3 Tages Frist, d.h. die Arbeitsunfähigkeit hätte eigentlich am 4. Tag. also am Samstag vorgelegt werden müssen. Wird in dem Unternehmen des Arbeitnehmers am Wochenende nicht regelmäßig gearbeitet, ist also z.B. der Samstag kein regulärer Arbeitstag, dann verlängert sich die Frist für die Vorlage der AU-Bescheinigung um das Wochenende. Das bedeutet, Sie hätten die AU-Bescheinigung vorlegen müssen am Montag (als nächstem Arbeitstag). Sie haben also nicht gegen die Nachweispflicht verstoßen.
Ihr Arbeitgeber kann zwar ohne Angabe von Gründen zukünftig die Vorlage einer AU-Bescheinigung ab dem ersten Tag verlangen. Er kann dies jedoch nicht für die Vergangenheit tun. Insofern war Ihr Arbeitgeber nicht berechtigt, nachträglich die Vorlage einer AU-Bescheinigung für die ersten 3 Tage der Erkrankung zu verlangen, wenn er dies nur in Ihrem Fall also willkürlich tun würde. Laut Ihrer Sachverhaltsschilderung ist die Vorlage der AU-Bescheinigung ab dem 4. Tag üblich in Ihrem Unternehmen, insofern wäre eine anderslautende Vorgehensweise Ihres Arbeitsgebers unwirksam.
Es bleibt also festzuhalten, dass Sie zwar gegen Ihre Anzeigepflicht verstossen haben (dies scheint Ihr Arbeitgeber aber nicht zu rügen), nicht jedoch gegen ihre Nachweispflicht. Die oben aufgeführte Argumentation dürfte Ihnen helfen in der Diskussion mit Ihrem Arbeitgeber.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Enseling, Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 25.05.2013 | 16:07

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