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ANZEIGE VON KÄUFER! (VORWURF: WARENBETRUG) <-- KEIN VORSATZ!


07.08.2005 22:39 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

ich wurde von einem ebaymitglied angezeigt und auch schon als beschuldigten zur polizei vorgeladen.

mir wird warenbetrug vorgeworfen, genauer gesagt soll ich als ebay verkäufer geld für einen artikel angenommen, den artikel jedoch nicht verschickt haben.
dies kann ich zwar bestätigen, zu meiner verteidigung muss aber erwähnt werden, dass ich diesen Vermeintlichen "warenbetrug" nicht vorsätzlich begangen habe, sondern er nur das resultat von vielen unglücklichen gegebenheiten (umzug -> 1. eigene wohnung), wichtige studienarbeiten, pc und internetprobleme) war.

der account mit dem ich verkauft habe enthielt falsche kontaktdaten.
weil mein voriger account von ebay gesperrt wurde, habe ich mich unter falschen kontaktdaten neu angemeldet.
dies ist zwar gegen die ebay AGBs, wird mir aber nicht vorgeworfen. mein kernproblem ist der vorwurf des "warenbetruges gemäß §263 (1)".

natürlich wurde auch dieser account gesperrt, weshalb ich daraufhin keinen zugriff auf meine ebaydaten mehr hatte bzw. ich wusste nicht wie.
ich habe geld von käufern erhalten, konnte den käufern jedoch nicht ihre waren zuschicken.

zum glück habe ich es geschafft allen käufern ihre waren zukommen zu lassen, außer anscheinend dieser einen person.

insgesamt habe ich 2 anzeigen bekommen, mit einer ebay käuferin konnte ich mich gütlich einigen und sie hat die anzeige zurückgezogen. es blieb noch diese eine anzeige.

was wäre wenn ich mich mit dieser person einigen könnte?
wäre der fall dann abgeschlossen oder was könnte weiterhin auf mich zukommen?
was wäre die mindest-, die höchststrafe?
kann ich mich evtl. darauf verlassen, dass der staatsanwalt das verfahren wegen geringfügigkeit einstellt?
welche vorgehensweise würden sie mir raten?

zu meiner person:
22 jahre, student, nicht vorbestraft oder anderweitig mit dem gesetz in konflikt geraten.
07.08.2005 | 22:56

Antwort

von


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Sehr geehrter Rechtssuchender,

zunächst lese ich heraus, dass bei Ihnen kein Betrugsvorsatz vorlag. Das heisst, Sie hatten nicht die Absicht jemanden zu betrügen.

Sie sollten sich mit dem letzten Käufer auf jeden Fall einigen. Lassen Sie sich die Einigung am besten schriftlich geben. Wirken Sie auch darauf hin, dass der Käufer seine Anzeige zurückzieht.

Leider ist der Fall damit aber noch nicht abgeschlossen. Bei Betrug handelt es sich nämlich um ein sog. Offizialdelikt. D.h. die Staatsanwaltschaft ermittelt von sich aus weiter.
Sie hat jedoch die Möglichkeit die Ermittlung einzustellen, wenn für Sie kein hinreichender Betrugsverdacht vorliegt.
Übersenden Sie der Staatsanwaltschaft die Einigung , schildern Sie auch Ihren Fall und ich bin davon überzeugt, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellt.

Das Strafmaß ist eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe.Meines Erachtens dürfte es in Ihrem Fall aber nicht zu einer Verurteilung kommen. Kooperieren Sie aber mit der Staatsanwaltschaft damit es erst gar nicht zu einer Anklageerhebung kommt. Zu Gute kommt Ihnen natürlich auch, dass Sie bisher nicht einschlägig vorbestraft sind.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 09.08.2005 | 22:15

ich bedanke mich für ihre antwort.

zwischenzeitlich habe ich versucht mit allen käufern in kontakt zu treten, um die person zu finden, die mich angezeigt hat, leider noch ergebnislos.

in anbetracht des geringen gegenstandswertes und meiner "sauberen" vergangenheit, mit welchem ergebnis habe ich (aus ihrer erfahrung heraus) zu rechnen, selbst wenn ich den anzeigenden nicht kontaktieren kann bzw. es zu keiner einigung kommt. wie würden sie die situation einschätzen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.08.2005 | 10:43

Sehr geehrter Rechtssuchender,

ich würde zunächst versuchen über die Staatsanwaltschaft den Anzeigensteller herauszubekommen. Schildern Sie Ihr die Dinge aus Ihrer Sicht und erklären Sie Ihr, dass Sie den Anzeigensteller mit der gewünschten Ware beliefern wollen.

Man kann natürlich den Ausgang eines Ermittlungsverfahrens nie hunderprozentig vorhersagen. Im großen und ganzen stellt die Staatsanwaltschaft aber wegen Arbeitsüberlastung auch gerne ein, zumal wenn es um ein unbeschriebenes Blatt wie bei Ihnen geht.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

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