Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

ALG nach Elternzeit?

27.08.2015 13:58 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Liebe Anwälte,

folgende Situation:

Ich arbeite in einem Kleinstbetrieb (4 Vollzeitkräfte, 2 Aushilfskräfte).
Am 11.12.14 bin ich in den Mutterschutz gegangen und habe Elternzeit für 12 Monate angemeldet.
Mein Kind wurde bereits am 27.12.14 (Frühgeburt) geboren.
Ich müsste demnach also am 27.12.15 wieder arbeiten.

Meine Arbeitsstelle liegt leider knapp 100 km von meinem Wohnort entfernt.
Ich benötige pro Strecke ca. 90 Minuten um zur Arbeit zu kommen.
Mein Arbeitgeber kann mir keine Teilzeitstelle anbieten und eine Vollzeitstelle kommt für mich nicht in Frage, denn dann wäre die Betreuung für mein Kind nicht gewährleistet.
Einen Kita-Platz haben wir nicht.

Nun meine Frage:
Wie muss ich mich verhalten, um nach der Elternzeit ohne Sperrzeit ALG zu erhalten, sollte ich keine neue Anstellung gefunden haben?

Laut meinen Recherchen kann mich mein Arbeitgeber in der Elternzeit nicht kündigen?

Können wir einen Aufhebungsvertrag in der Elternzeit abschließen? Unter welchen Voraussetzungen hätte ich dann Anspruch auf ALG? Das ALG würde sich dann nach meinem Verdienst in den 12 Monaten vor dem Mutterschutz berechnen?

Oder ist es sinnvoller, am ersten Arbeitstag von meinem Arbeitgeber gekündigt zu werden oder die Kündigung ggf. selbst auszusprechen?
Wie berechnet sich dann das ALG? 1 Monat "normales Gehalt" + 11 Monate fiktives Arbeitsentgelt? Laut Tabelle (Qualifikationsgruppe 3) ist das fiktive Arbeitsentgelt um ein paar Euro höher, als mein tatsächlicher Verdienst.
Bei einer selbst ausgesprochenen Kündigung würde ich dann aber eine Sperre bekommen?

Da ich ein sehr, sehr gutes und freundschaftliches Verhältnis zu meinem Arbeitgeber habe, würde er mich in jedem Punkt unterstützen.

Wann muss ich mich spätestens beim Arbeitsamt arbeitssuchend melden?

Vielen Dank für Ihr Hilfe

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Wie muss ich mich verhalten, um nach der Elternzeit ohne Sperrzeit ALG zu erhalten, sollte ich keine neue Anstellung gefunden haben?

Nicht selbst kündigen oder einen Auflösungsvertrag unterschreiben.

2. Laut meinen Recherchen kann mich mein Arbeitgeber in der Elternzeit nicht kündigen?

richtig

3. Können wir einen Aufhebungsvertrag in der Elternzeit abschließen?

ja.

4. Unter welchen Voraussetzungen hätte ich dann Anspruch auf ALG?

Wenn Sie arbeitslos sind und der Vermittlung zur Verfügung stehen.

5. Das ALG würde sich dann nach meinem Verdienst in den 12 Monaten vor dem Mutterschutz berechnen?

Weder das Elterngeld noch das Mutterschaftsgeld, noch der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld vom Arbeitgeber können bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes berücksichtigt werden.

Aber es ist davon auszugehen, dass das vorige Gehalt zu Grunde gelegt wird, da Sie sich noch innerhalb der Rahmenfrist des § 143 SGB III befinden.


6. Oder ist es sinnvoller, am ersten Arbeitstag von meinem Arbeitgeber gekündigt zu werden oder die Kündigung ggf. selbst auszusprechen?

Dann erhalten Sie eine Sperrzeit von bis zu drei Monaten.

7. Wie berechnet sich dann das ALG?

67 % Ihres Bruttogehaltes. Keine fiktive Bemessung, da Rahmenfrist eingehalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

8. Bei einer selbst ausgesprochenen Kündigung würde ich dann aber eine Sperre bekommen?

Sehr sicher sogar.


Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 27.08.2015 | 14:50

Guten Tag Herr Grübnau-Rieken,

vielen Dank, dass Sie sich die Zeit zur Beantwortung meines Anliegens genommen haben.

Folgendes Verständnisproblem habe ich immer noch:

Wäre ein Aufhebungsvertrag in der Elternzeit für mich eine Option um das ALG zu erhalten, oder bekomme ich dann in jedem Fall eine Sperre? Wenn ich keine Sperre bekomme, wäre dies doch auch eine Möglichkeit? Und da stellte sich mir die Frage, unter welchen Voraussetzungen ein Aufhebungsvertrag vom Arbeitsamt anerkannt wird (müssen in dem Aufhebungsvertrag bestimmte Punkte enthalten sein, z.B. keine Betreuung für das Kind,...)


"6. Oder ist es sinnvoller, am ersten Arbeitstag von meinem Arbeitgeber gekündigt zu werden oder die Kündigung ggf. selbst auszusprechen?

Dann erhalten Sie eine Sperrzeit von bis zu drei Monaten.

7. Wie berechnet sich dann das ALG?

67 % Ihres Bruttogehaltes. Keine fiktive Bemessung, da Rahmenfrist eingehalten."

Würde ich nun, theoretisch, an meinem ersten Arbeitstag die Kündigung durch meinen Arbeitgeber zum nächst möglichen Zeitpunkt bekommen, würde sich mein ALG nach meinem "normalen" Gehalt berechnen? D.h. im Grunde fällt meine Elternzeit nicht ins Gewicht, es wäre also so, als ob ich ganz normal gearbeitet hätte?
Habe ich das so richtig verstanden?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.08.2015 | 15:54

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

1. Wäre ein Aufhebungsvertrag in der Elternzeit für mich eine Option um das ALG zu erhalten, oder bekomme ich dann in jedem Fall eine Sperre?

Ja, denn Sie würden sich versicherungswidrig verhalten, wobei man argumentieren könnte, dass eine Kinderbetreung bei der Entferung nicht gewährleistet wäre und Sie dann einen wichtigen Grund hätten.

"6. Oder ist es sinnvoller, am ersten Arbeitstag von meinem Arbeitgeber gekündigt zu werden oder die Kündigung ggf. selbst auszusprechen?

Dann erhalten Sie eine Sperrzeit von bis zu drei Monaten.

Wo ist hier die Nachfrage?

Wenn Sie kündigen, erhalten Sie eine Sperre (unter Unständen). Kündigt Ihr Arbeitgeber, erhalten Sie keine Sperre aber Vorsicht! Er muss bei der Kündigung die Frist einhalten.

7. Wie berechnet sich dann das ALG?

Ja, das haben Sie richtig verstanden, denn Sie haben nur 1 Jahr Elternzeit gehabt und fallen dann, wie bereits mitgeteilt, unter die Rahmenfrist.

Ich hoffe, nun sind alle Unklarheiten beseitigt.

Mit freundichen Grüßen

Grübnau-Rieken
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70047 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und fundierte Antwort bei einem komplexen Thema. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles bestens. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER