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ALG II und Praktikum


14.12.2007 14:37 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jeremias Mameghani



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin promovierte Akademikerin, seit 7 Jahren arbeitslos und bekomme zur zeit ALG II. In der ganzen Zeit habe ich nicht ein Jobangebot von der Arbeitsagentur bekommen, keine Qualifizierungsmaßnahme, nichts -während ich natürlich unzählige Versuche unternommen habe. Nun habe ich mich für eine neue Ausbildung entschieden, mit deren Hilfe ich ein 100%ige Arbeitsplatzgarantie hätte. Diese Ausbildung ist berufsbegleitend (Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten), man muss aber ein Jahr in einer psychiatrischen Klinik unentgeltlich arbeiten (Praktikum). Da ich in dieser zeit dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen kann, will das Arbeitsamt mir für diese Zeit die Bezüge streichen. Meine Frage an Sie - lohnt sich das einen Widerspruch einzulegen, wie sind die Chancen? Oder soll ich das Praktikum einfach heimlich machen. Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen, wenn sie irgendwann darüber Kenntnis erlangen? Was ist wenn ich das Praktikum in Teilzeit absolviere, kann ich in Teilzeit (ich habe eine zweijährige Tochter und bin alleinerziehend) dem Arbeitsmarkt noch zur Verfügung stehen?

Vielen Dank für Ihre Antwort




Sehr geehrte Ratsuchende,

ich bedanke mich für die eingestellte Frage, welche ich Ihnen gerne wie folgt beantworten möchte:

Ich empfehle Ihnen dringend, gegen den Bescheid Widerspruch einzulegen. Berufen Sie sich bei der Begründung auf Folgendes:

Gem. § 14 SGB II hat die Arbeitsagentur die Aufgabe, Sie bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Offensichtlich ist hier seit Jahren nichts von deren Seite geschehen. Dieses Missverhältnis sollten Sie in jedem Falle ansprechen. Denn die Arbeitsagenturen sollen gem. § 6 SGB III Langzeitarbeitslosigkeit möglichst vermeiden.

Allerdings hat man wohl offensichtlich Befürchtungen, dass die Absolvierung des Praktikums möglicherweise nicht wirtschaftlich sein könnte. Sie sollten sich dringend eine Arbeitsplatzgarantie des potentiellen neuen Arbeitgebers besorgen und diese der Arbeitsagentur vorlegen.

Im übrigen können Sie das Praktikum natürlich auch "heimlich" machen, müssen aber dann ggf. jederzeit zur Verfügung stehen. Vielleicht liesse sich aber auch eine Vereinbarung treffen, dass Sie das Praktikum machen, ggf. aber dieses für eine Arbeitsstelle vorzeitig ab- bzw. unterbrechen.

Ich empfehle Ihnen, sich einen Beratungshilfeschein beim Amtsgericht zu besorgen und sich dann an einen Anwalt Ihres Vertrauens zu wenden. Dieser kann Ihnen nicht nur bei der Begründung des Widerspruchs behilflich sein, sondern auch die entsprechenden Akten bei der Arbeitsagentur einsehen.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Im übrigen hoffe ich, dass ich Ihnen eine erste Orientierung geben konnte.

Mit freundlichen Grüßen

RA Jeremias Mameghani

Rechtsanwälte Vogt
Bolkerstr.69
40213 Düsseldorf
Tel. 0211/133981
Fax. 0211/324021

Nachfrage vom Fragesteller 14.12.2007 | 16:13

Sehr geehrter Herr Mameghani,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort, die mich ermuntert einen Widerspruch einlegen. Da dies aber dauern kann, und ich schon die Zusage des Praktikumsplatzes habe, den ich bald antreten muss, werde ich wohl schon "heimlich" anfangen müssen. (Es hat 6 Wochen gedauert, bis ich einen Gesprächstermin beim Arbeitsamt bekommen habe, dafür war ich wieder nach 2 min draußen.) Ich habe das bei meinem Arbeitsberater angesprochen, dass ich bereit wäre, bei einem Jobangebot das Praktikum abzubrechen. Das hat sie aber nicht interessiert. Meine Sorge ist, dass ich das für die Zeit empfangene ALG II zurückzahlen muss. Da Sie nichts davon geschrieben haben, kann ich davon ausgehen, das ich nur das Praktikum wieder abbrechen muss, aber sonst mir keinerlei Nachteile erstehen? Vielen Dank für die zusätzliche Anwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.12.2007 | 16:42

Ich gehe nicht davon aus, dass Sie das ALG II zurückzahlen müssen, solange Sie kein anderweitiges Einkommen haben. Im übrigen können Sie auch im "Eilfall" eine Klärung herbeiführen vor dem Sozialgericht. Dies könnte ebenfalle ein Kollege vor Ort für Sie übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen

RA Jeremias Mameghani

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