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ALG 1 nach Krankentagegeld


| 05.02.2018 19:52 |
Preis: 51,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Guten Tag,

ich bin 58 Jahre alt und in der PKV versichert und beziehe z. Zt. Krankentagegeld.

Ich wurde zum 31.3.16 betriebsbedingt gekündigt und vom 1.4.16 bis 31.5.17 habe ich ALG 1 bezogen (18 Monate bewilligt).

Am 1.6.17 habe ich eine schlecht bezahlte Tätigkeit aufgenommen. Da ich im Juli 2017 einen Unfall hatte, wurde ich länger krank geschrieben und zum 30.9.17 in der Probezeit gekündigt.

Seit dem 17.9.17 beziehe ich Krankentagegeld - leider nach dem letzten Gehalt - und die PKV zahlt seit dem auch eine Arbeitslosenversicherung.

Nun stellt sich die Frage, was passiert, wenn ich nach dem 1.6.18 wieder "gesund" werde und mich arbeitslos melde? Habe ich einen erneuten Anspruch auch durch die Zahlung von ALV der PKV erworben und greift auch der Bestandsschutz oder wird das ALG bei so einem Fall neu berechnet?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 07.02.2018 | 10:44

Die Antwort hätte noch reinkopiert werden müssen.

diese folgt hier...

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Auch mit Zeiten des Bezuges von Krankentagegeld, bei dem Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu zahlen waren, können Sie die erforderliche Anwartschaftszeit erfüllen.

Ein neuer Anspruch auf Arbeitslosengeld wird mit Ablauf des 31.05.2018 in Höhe von 6 Monaten zuzüglich des verbliebenen Restanspruches entstanden sein, da hier eine neue Anwartschaftszeit von mindestens 12 Monaten erfüllt worden sein wird.



Die Höhe des Arbeitslosengeldes wird grundsätzlich nach dem abgerechneten Arbeitseinkommen der letzten 12 Monate vor der Entstehung des Anspruches auf Arbeitslosengeld bemessen. Arbeitsentgelte, die jedoch schon einmal zu einer Bemessung der Höhe von Arbeitslosengeld herangezogen worden sind, bleiben außen vor. Außerdem muss für die Bemessung ein Bezug von mindestens 150 Tagen zugrunde gelegt werden, ansonsten kann es zu einer sog. fiktiven Bemessung nach § 152 SGB III kommen. Hier würde auf Ihren tatsächlichen Bildungsabschluss in Verbindung mit Ihren Vermittlungsbegehren bei der Agentur für Arbeit abgestellt werden und so das Bemessungsgeld ermittelt aus dem sich dann die Höhe des Arbeitslosengeldes berechnet.

In Ihrem geschilderten Fall komme ich nur auf 121 Tage.

Im Übrigen möchte ich auf den sog. Bestandsschutz in § 151 Abs. 4 SGB III hinweisen.
Dieser geht wohl auch einer fiktiven Bemessung vor, so dass Sie, so die Voraussetzungen für den Bezug von ALG vorlägen und Ihr letzter Bezug von ALG noch nicht länger als 2 Jahre zurückliegt, ALG in der damaligen Höhe bzw. dieses nach dem damaligen Bemessungsgeld berechnet würde.

Insoweit, falls ich mich nicht verrechnet habe, können Sie dann mit einer Bewilligung in Höhe Ihres vormaligen ALG für die Dauer von 300 Tagen rechnen.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen




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Bewertung des Fragestellers 07.02.2018 | 12:09


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