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AGG - Behinderung beruflicher Aufstieg wg. Alters

23.09.2014 11:34 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin seit fünf Jahren in einem großen deutschen Konzern beschäftigt. Von Anfang an war ich in einer Leistungsstufe eingestellt, die weder meiner Erfahrung, Qualifikation, noch meinen Tätigkeiten innerhalb des Konzerns entsprochen hat. Auch mein Gehalt war von Beginn an am absolut oberen Rand der Einstufung angesiedelt.

Direkt nach meiner Einstellung habe ich mit meinen Vorgesetzten über eine Anpassung gesprochen. Allerdings wurde immer gesagt, dass eine Einstufung in den Senior Manager Level in meiner Abteilung nicht möglich sei, weil es dort bereits zuviele Senior Manager gebe. Man würde allerdings alles versuchen, um meine Einstufung anzupassen, sobald sich eine Möglichkeit dazu ergeben würde. Ich habe mich in Treu und Glauben darauf verlassen.

Vor kurzem habe ich erfahren, dass zwei deutlich jüngere Kollegen eine Einstufung zum Senior Manager erfahren haben. Ebenso ist in der Abteilung in den letzten Jahren fast allen jüngeren Mitarbeitern eine Beförderung zuteil geworden - außer mir.
Die Aussage, eine korrekte Einstufung zum Senior Manager „geht nicht", ist also nicht wahr. Ebenso darf die Aussage, dass man „alles versuchen würde, um meine Einstufung anzupassen", hinterfragt werden.

Meine Leistungen innerhalb des Konzerns sind unbestritten. Meine Arbeit entspricht seit fünf Jahren mindestens der eines Seniors. Ich verfüge über sehr gute Zeugnisse , Referenzen, und Auszeichnungen, die ich durch meine Arbeit im Konzern gewonnen habe. Kritik wurde mir gegenüber nie geäußert.

Allerdings bin ich mit jetzt 45 Jahren deutlich älter als meine Kolleginnen und Kollegen, die Beförderungen erfahren haben. Ich habe deshalb den Eindruck, dass ich aufgrund meines Alters benachteiligt und von den weiteren Karrierewegen ausgeschlossen werden soll.

Faktisch sind mir durch diesen Vorgang erhebliche Nachteile entstanden.

• Zum einen geht es um Behinderung meiner Beruflichen Entwicklung innerhalb des Konzerns – als Senior wäre ich z.B. bei der Besetzung von Leitungspositionen anderes berücksichtigt worden.
• Desweiteren geht es um Gehaltseinbußen –Gehaltserhöhungen wurden bisher immer mit der Begründung abgelehnt, dass ich mich „bereits am oberen Ende des Gehaltsbandes meiner Einstufung befände".
• Außerdem geht es auch um Rufschädigung – denn wenn ich trotz meiner Erfolge nur als Manager eingestuft bin, muss da doch „irgendwo eine Leiche im Keller liegen…"

Ich möchte wissen, ob es sich hier um einen Vorgang entsprechend des AGG handelt, und welche Konsequenzen ich daraus ableiten sollte.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ein Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot des § 7 AGG kann durchaus vorliegen, wenn Sie bei der Beförderung gegenüber anderen Mitbewerbern aufgrund Ihres Alters benachteiligt wurden.

Dies setzt natürlich voraus, dass die Auswahlkriterien nicht objektiv ermittelt und durch legitime Ziele des Arbeitgebers gerechtfertigt erscheinen, vgl. § 10 AGG.

Eine unausgewogene Personalstatiskik, fehlende schriftliche Stellenausschreibung und/oder fehlende schriftliche Dokumentation der Auswahlkriterien können Indizien für eine Diskriminierung nach dem AGG sein.

Wenn Sie solche Indizien beweisen können, trägt im Prozess der Arbeitgeber die Beweislast für die Tatsache, dass keine Diskriminierung vorliegt ( § 22 AGG ), er also im Falle der Beförderung Ihrer "Konkurrenten" den am besten geeigneten Kandidaten ausgewählt hat.

Als Konsequenz einer solchen Diskriminierung kann eine Entschädigungszahlung und unter Umständen die Gehaltsdifferenz verlangt werden.

Ob tatsächlich eine Klage Aussicht auf Erfolg hätte, kann allein aufgrund Ihrer Schilderung aber nicht abschliessend beurteilt werden. Hierzu müsste insbesondere die Auswahltkriterien und die Geeignetheit der beförderten Kandidaten näher beleuchtet werden.

Indizien, die nach den obigen Ausführungen zu einer prozessual wichtigen Beweislastumkehr führen, sind aber durchaus ersichtlich.

Auch Ihre bisherigen Leistungen und Zeugnisse im Unternehmen sind ein wichtiges Kriterium für die Darlegung von Indizien, die auf eine Diskriminierung hinweisen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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