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AG zahlt nicht korrekt


01.04.2005 18:23 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,
als Studentin lebe ich zum größten Teil von meinem Minijob. Von je her hat es Streitigkeiten mit dem AG wegen meinem Lohn gegeben, jetzt ist das Maß jedoch voll. Ich hoffe, Sie können mir einen Rat geben, wie ich zu meinem Recht kommen kann.

Mein AG zieht am Monatsende relativ willkürliche Beträge vom Lohn ab. Einige Monate lang hat er stets die Nachkommastellen abgerundet, also z.B. statt 45,4h nur 45h bezahlt, aber auch statt 50,9h nur 50h. Ich habe diese Außenstände (z.Zt. € 30) aufgelistet und eine Nachzahlung verlangt. Mein AG lehnt das ab mit der Begründung
1.) das seien sowieso völlig lächerliche Beträge
2.) das wird schon immer so mit den Studenten gemacht (stimmt nicht)
3.) der Abzug erfolge für "arbeitsfreie Zeit am Arbeitsplatz", die man damit verbringt, den PC hochzufahren oder einen Kaffee zu holen (ich trinke gar keine Kaffee).
Nun steht aber direkt in meinem Büro eine elektronische Stechuhr, mit der man sich selbst für die kleinsten Pausen aus- und wieder einloggen muß. Der AG zieht also jede Minute Pause von meinem Lohn ab, will aber nicht jede Minute Arbeit bezahlen. Nachdem ich das moniert habe, wurden mit in diesem Monat gleich mal statt 44,2h nur 43 bezahlt!!! Bis zum Jahresende werden so wahrscheinlich € 80 zusammenkommen, was für einen Studenten wirklich viel Geld ist.
Die Rechtsschutz meiner Eltern, bei der ich mitversichert bin, lehnt die Kostenübernahme für eine anwaltliche Beratung ab, da mein Minijob eine Erwerbstätigkeit darstellt und ich mich selbst versichern soll.
Daher meine Frage: Wie muß ich vorgehen, um meinen AG zu zwingen, den ausstehenden Lohn zu zahlen ohne daß die Verfahrenskosten den Streitwert wesentlich überschreiten? Anmerkung: Mein AG reagiert in allen Angelegenheiten grundsätzlich nicht auf Schreiben von Privatpersonen nach dem Motto "ich fordere sie auf... sonst..." sondern hofft, daß man sich den Anwalt nicht leisten kann.
01.04.2005 | 19:01

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,


zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihrem Sachverhalt ist zu entnehmen, dass Sie mit Ihrem Arbeitgeber keine vertragliche Regelung über Pausen vereinbart haben.

Grundsätzlich ist es so, dass das Gesetz auch bei einem Minijob nach 6 Stunden Arbeit mindestens 15 Minuten Pause vorschreibt. Arbeitet der Arbeitnehmer mehr als 6 Stunden, hat er einen Anspruch auf insgesamt 30 Minuten Pause. Diese Zeiten werden allerdings nicht bezahlt.

Sollten Sie also am Stück 6 Stunden oder mehr arbeiten, teilen Sie Ihrem Arbeitgeber mit, dass Sie einen gesetzlichen Anspruch auf eine Pause haben. Diese Pause müssen Sie dann allerdings von Ihrer Arbeitszeit abziehen. Allerdings hat diese Vorgehensweise auch den Vorteil, dass Sie genau wissen, was Sie am Ende des Monats für ein Gehalt bekommen.

Sollte Ihre Arbeitszeit allerdings unter 6 Stunden liegen, haben Sie natürlich einen Anspruch auf Vergütung Ihrer gesamten Arbeitszeit.

Im Übrigen zählen auch nach Ansicht des BAG Pausenzeiten unter 15 Minuten noch zur Arbeitszeit. Hierzu gehören natürlich auch das Hochfahren des Computers.

Wenn sich Ihr Arbeitgeber weigert, Ihnen die Differnz zu bezahlen, können Sie natürlich auch vor dem Arbeitsgericht klagen. Es herrscht auch kein Anwaltszwang. Sollten Sie den Prozess verlieren, müssen Sie auch nicht die gegnersischen Kosten bezahlen.

Allerdings gehen Sie dann das Risiko ein, dass das Arbeitsklima endgültig vergiftet ist. Es stellt sich dann tatsächlich die Frage, inwieweit eine Klage wegen 80,- EURO sinnvoll erscheint.


Mit freundlichen Grüßen


Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 01.04.2005 | 19:39

Sehr geehrter Herr Glatzel,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich habe zumeist 6h gearbeitet und 3x5 Minuten Pause gemacht. Diese wird ja auch automatisch dank Zeiterfassungssystem vom Lohn abgezogen. Trotzdem zieht der AG am Monatsende noch etwas zusätzlich ab.
Besteht die Möglichkeit, gegen so etwas mit einem Mahnbescheid vom Amtsgericht vorzugehen?

Nachfrage vom Fragesteller 01.04.2005 | 19:39

Sehr geehrter Herr Glatzel,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich habe zumeist 6h gearbeitet und 3x5 Minuten Pause gemacht. Diese wird ja auch automatisch dank Zeiterfassungssystem vom Lohn abgezogen. Trotzdem zieht der AG am Monatsende noch etwas zusätzlich ab.
Besteht die Möglichkeit, gegen so etwas mit einem Mahnbescheid vom Amtsgericht vorzugehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.04.2005 | 19:51

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihr Arbeitgeber darf Ihnen keine weiter Zeit vom Lohn abziehen.

Natürlich können Sie erst einmal den Erlass eines Mahnbescheides beantragen. Danach müssen Sie abwarten, ob sich Ihr Arbeitgeber verteidigen wird. Sollte er es nicht tun, ergeht dann auch ein Vollstreckungsbescheid. Hierbei handelt es sich um einen Vollstreckungstitel, diesen können Sie mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers vollstrecken.

Das Ausfüllen eines Antrags aus Erlass eines Mahnbescheides ist sehr kompliziert, fragen Sie am besten einen Rechtspfleger beim Amtsgericht, falls Sie Probleme haben sollten. Die Gerichte bieten nämlich der Bevölkerung in einfach gelagerten Fällen Hilfe an. Fragen Sie einfach nach.

Viel Erfolg beim weiteren Vorgehen! Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
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