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6 Monate Probezeit bei Ausbildung

| 18.01.2015 10:13 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Sehr geehrte Damen und Herren,

am 01.09.2014 begann ich eine Ausbildung. Diese begann zuerst als eine überbetriebliche Ausbildung, gefördert durch die Bundesagentur für Arbeit. Im Rahmen dieses Projekts habe ich meine praktische Ausbildung in einem ganz normalem Betrieb gemacht. Nach 2 Monaten (also zum 01.11.2014) wurde ich von diesem Betrieb in eine reguläre Ausbildung übernommen.

Für die zwei Monate zuvor gab es einen "Kooperations-Ausbildungsvertrag" mit dem Betrieb, dem Träger der Maßnahme sowie mir, dieser regelte bereits ein Ausbildungsverhältnis zwischen mir und dem Betrieb, eine Probezeit gab es in diesem Kooperations-Vertrag auch: 4 Monate.

2 Monate habe ich also geschafft und wurde dann - aufgrund meiner hervorragenden Leistungen - auch sehr schnell übernommen und bekam einen ganz normalen Ausbildungsvertrag, in diesem wurde erneut 4 Monate Probezeit vereinbart.

Meines Erachtens sollte dies nicht zulässig sein, denn die Probezeit in der Ausbildung liegt bei maximal 4 Monaten, schließlich gab es bereits einen Vertrag mit dem Betrieb in dem es auch eine Probezeit gibt. Diese sollte doch angerechnet werden können oder sogar müssen?

Ich habe nach Gerichtsurteilen gesucht, aus denen ich herausgelesen habe, dass solche Fälle gegen den Auszubildenden entschieden wurden, mit der Begründung: Es handelte sich zuvor nur um ein Praktikum, dass einen anderen Hintergrund als eine Ausbildung hatte. In meinem Fall handelte es sich aber auch vorher bereits um eine Ausbildung und nicht um ein Praktikum.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir hier weiterhelfen können.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst wäre hier ein reines Praktikum von einer Ausbildung abzugrenzen.

Ein Praktikum ist gesetzlich jedenfalls nicht ausgiebig geregelt wie das Ausbildungsverhältnis.

§ 10 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) - Vertrag - regelt dazu:

"(1) Wer andere Personen zur Berufsausbildung einstellt (Ausbildende), hat mit den Auszubildenden einen Berufsausbildungsvertrag zu schließen.

(2) Auf den Berufsausbildungsvertrag sind, soweit sich aus seinem Wesen und Zweck und aus diesem Gesetz nichts anderes ergibt, die für den Arbeitsvertrag geltenden Rechtsvorschriften und Rechtsgrundsätze anzuwenden."

Das Praktikum als Dienstverhältnis eigener Art, ob bezahlt oder unbezahlt, ist davon abzugrenzen.

Richtig ist das, was Sie erwähnt haben, § 20 Probezeit:

"Das Berufsausbildungsverhältnis beginnt mit der Probezeit. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen."

Danach gibt es keine Probezeit mehr, jedenfalls für den gleichen Ausbildungsberuf und den ebenfalls gleichen Ausbildungsvertrag.

Von daher geht dieses in der Tat bei Ihnen nicht mehr, was Sie dem Ausbilder schreiben und darlegen sollten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 18.01.2015 | 11:33

Sehr geehrter Herr Hesterberg,

ich bedanke mich erst mal für Ihre Antwort.

Ich habe aber ein minimales Verständnisproblem bei einem Teil Ihrer Antwort.

Zitat:

"[...] Danach gibt es keine Probezeit mehr, jedenfalls für den gleichen Ausbildungsberuf und den ebenfalls gleichen Ausbildungsvertrag. Von daher geht dieses in der Tat bei Ihnen nicht mehr, [...]"

Der Ausbildungsberuf ist der selbe. Es gab aber zwei Verträge.
Zuerst: Vertrag mit Träger der Arbeitsagentur, dem Betrieb (von dem ich übernommen wurde) und mir, in diesem gab es auch eine Probezeit.
Nach 2 Monaten wurde ich vom Betrieb übernommen und es gab einen neuen Vertrag, diesmal nur mit dem Betrieb und mir, wieder mit 4 Monaten Probezeit.

Gilt dies für mich trotzdem? Also ist meine Probezeit am 01.01.2015 abgelaufen?
Denn ich war ja durchgehend im selben Betrieb in Ausbildung (im Kooperationsvertrag wird auch ganz klar von Ausbildungsverhältnis gesprochen).

Mir macht das "gleichen Ausbildungsvertrag" etwas sorgen, vielleicht habe ich das auch nur missverstanden.

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.01.2015 | 14:31

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Ihre Nachfrage antworte ich gerne wie folgt:

Ob hier zunächst die Bundesagentur f. A. eingeschaltet war und später nicht mehr, spielt meines Erachtens gerade keine Rolle, weshalb die Probezeit weiterhin nur für 4 Monate INSGESAMT möglich war.

Einfach dann einen zweiten Ausbildungsvertrag nachzuschieben, ändert die Situation nicht.

Eine Probezeit war für Sie damit um, was ich rügen würde.
.
Denn das wäre eine Umgehung der gesetzlichen Regelung.

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsnwalt

Bewertung des Fragestellers 18.01.2015 | 14:40

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

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"Ich fand Herrn Hesterberg's Antwort sehr hilfreich, freundlich und kompetent.
Auch auf meine kurze Nachfrage ist er nochmals eingegangen und hat mir diese verständlich beantworten können.
Ich möchte mich auf diese Weise für die Hilfe bedanken und kann Herrn Hesterberg nur weiterempfehlen."
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