Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.170
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

5 Lichtmaschinen in 2 Monaten, 2 Rechnungen, Schadensersatz und Erstattung


06.12.2007 16:13 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke



Vor etwa zwei Monaten erleg die Lichtmaschine meines Kraftfahrzeuges eines Defekts. Zur Behebung dieses Schadens brachte ich das Fahrzeug zu einer Werkstatt im Wohnort meiner Lebensgefährtin, welcher sich ca. 280km von meinem entfernt befindet.

Als Fehlerursache gab ich der Werkstatt lediglich eine leuchtende Batteriekontrolllampe im Cockpit meines Fahrzeuges an und bat diese, den Fehler zu beheben.

Daraufhin wurde von der Werkstatt ebenfalls eine fehlerhafte Lichtmaschine diagnostiziert (unabhängig von meiner Einschätzung).

Die Lichtmaschine wurde inklusive Materialkosten für ~262,00€ ausgetauscht.

Eine Woche später stellte ein Pannenhelfer eines Automobilclubs fest, dass diese Lichtmaschine eine zu hohe Spannung produziere, also defekt sei.
Demnach brachte ich das KFz ein weiteres Mal zu der Werkstatt mit der Bitte um Nachbesserung.

Diese wurde für mich kostenfrei im Rahmen der Gewährleistung ausgetauscht.
Wieder eine Woche später fiel auch diese aus, da diese gar keine Spannung mehr brachte.

Da ich selbst viel Elektronik im Auto angebracht und modifiziert habe, schloss ich nach der 3. defekten Lichtmaschine einen Zufall aus und bat die Werkstatt, die gesamte Elektronik zu prüfen um ein weiteres Ausfallen der Lichtmaschine zu verhindern.

Die Lichtmaschine wurde geprüft und defekte Dioden diagnostiziert.

Eine halbe Woche später konnte ich mein Fahrzeug für einen Rechnungsbetrag i.H.v. ~560,00€ abholen.
Auf der Rechnung wurde eine Prüfung der Elektronik sowie der Austausch und Einbau der Lichtmaschine vermerkt.

120km später auf dem Weg zu meiner Arbeitsstätte (und Wohnort) fiel auch die 4. Lichtmaschine aus. Da ich mich nun in etwa auf der Hälfte des Weges zwischen Werkstatt und Arbeitsstätte befand, wurden mein Fahrzeug und ich von einem Automobilclub zum örtlichen Abschleppdienst gebracht.

Die Werkstatt, welche ich umgehend telefonisch kontaktierte, weigerte sich, mir eine Kostenübernahme für ein Mietfahrzeug per Fax zukommen zu lassen, sie holte mein Fahrzeug jedoch am darauffolgenden Tag vom Abschleppdienst ab.

Am Tage des Ausfalls der Lichtmaschine hatte ich keine andere Wahl, als auf meine Kosten einen Mietwagen zu beschaffen, welcher mich mit einem Betrag i.H.v. ~188,00€ belastete.

Nun wurden Fehler gefunden und der Wagen wird die kommenden Tage repariert und die 5. Lichtmaschine innerhalb von 2 Monaten eingebaut.

Nun meine Fragen:

1. Ich bin der Meinung, die Werkstatt stand in der Pflicht, bereits beim ersten Ausfall und Austausch der Lichtmaschine nicht nur das Problem, sonder auch dessen Ursache zu lösen und somit einen Ausfall weiterer Lichtmaschinen hätte verhindern sollen. Kann ich den Betrag i.H.v. ~560,00€ zurückverlangen, ggf. gerichtlich?

2. Darf die Werkstatt für den 5. Einbau der Lichtmaschine ein weiteres Mal Kosten erheben?

3. Kann ich wegen Nichterfüllung des Vertrages von diesem gänzlich (Rückerstattung sämtlicher Kosten) zurücktreten und den Auftrag an eine andere, qualifiziertere Werkstatt erteilen?

4. Darf ich die mir entstandenen Kosten (Schadensersatz) für den Mietwagen und darauffolgender Zugfahrten von der Werkstatt zurückverlangen? Schließlich sind mir diese nur aus dem Grund der Fehldiagnose der Bordelektrik entstanden.

5. Habe ich sonstige Möglichkeiten?


Vielen Dank für Ihre Hilfe und Ihren Rat.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragensteller,

Sie haben mit Ihrer Werkstatt einen Werkvertrag geschlossen. Der Werkunternehmer schuldet hierbei im Unterschied zu einem Dienstvertrag nicht nur bloßes Tätigwerden, sondern einen vertragsgemäßen Erfolg. Worin dieser Erfolg besteht, hängt von der Absprache der Parteien ab. Sollten Sie beispielsweise lediglich vereinbart haben, dass die Werkstatt eine Lichtmaschine auswechseln soll, wäre der Vertrag bereits dann ordnungsgemäß erfüllt, wenn dies geschehen ist, unabhängig davon, ob der Fehler hiermit eventuell gar nichts zu tun hat, sondern irgendwo anders liegt.

Ich vermute jedoch, dass Gegenstand des Werkvertrags eine umfassende Fehlerdiagnose und -beseitigung war. Sicher kann ich dies jedoch lediglich aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht sagen, ohne den Auftrag oder die Rechnung gesehen zu haben.
In diesem Fall hat die Werkstatt Ihre Vertragspflichten durch den ein- bzw. mehrmaligen Austausch der Lichtmaschine nicht ordnungsgemäß erfüllt, wenn dadurch die Fehlerursache nicht behoben worden ist. Vielmehr ist die Werkstatt zur Nacherfüllung verpflichtet, also zur Beseitigung des Mangels. Die Mangelbeseitigungskosten sind hierbei vom Werkunternehmer zu tragen. Zu diesen Kosten gehören jedoch nicht solche Positionen, die auch dann angefallen wären, wenn die Werkstatt gleich beim ersten Versuch ordnungsgemäß erfüllt hätte.

In Ihrem Fall heißt das, dass die zusätzlichen Reparaturkosten i.H.v. 560 € vermutlich teils von Ihnen und teils von der Werkstatt zu tragen sind. Der erneute Austausch der Lichtmaschine ist als Mangelbeseitigung von der Werkstatt zu tragen. Wäre es jedoch zur ordnungsgemäßen Reparatur von vornherein notwendig gewesen, die gesamte Elektronik zu prüfen, so ist dieser Kostenanteil von Ihnen zu tragen. Daher können Sie einen Teil des Rechnungsbetrags zurückfordern und diesen auch gerichtlich geltend machen. Eine weitere Lichtmaschine darf Ihnen nicht in Rechnung gestellt werden. Da trotz der mehrfachen Nachbesserungsversuche der geschuldete Erfolg noch immer nicht eingetreten ist, können Sie auch grundsätzlich vom Vertrag zurücktreten. Rechtsfolge ist hier, dass die gegenseitig empfangenen Lesitungen Zug-um-Zug zurückauszutauschen sind. Dies wird teilweise jedoch nicht möglich sein. Zwar können Sie besispielsweise die Ersatzteile wieder herausgeben, nicht jedoch die Arbeitsleistungen. Diese würden also als Wertersatz finanziell in Abzug gebracht werden. Daher scheint ein Rücktritt im Ergebnis nicht zweckmäßig zu sein. Sie sind ferner berechtigt, Schadensersatz zu verlangen, besipielsweise i.H.v. 188 € für die Kosten des Mietwagens und auch für die Zugfahrten.

Sie haben zudem die Möglichkeit der Selbstvornahme, was bedeutet, dass Sie den Mangel nach Ablauf einer der Werkstatt gegenüber zur letztmaligen Nacherfüllung gesetzten Frist selbst beseitigen können, also durch Beauftragung einer anderen Werkstatt. Die hierdurch enstehenden Aufwendungen hat die mangelhaft leistende Werkstatt zu tragen. Hierfür können Sie einen angemessenen Vorschuss verlangen. Zudem könnte aufgrund des Sachverhalts eine Fristsetzung entbehrlich sein.

Im Ergebnis rate ich Ihnen zu folgendem Vorgehen:
1. Rückforderung des zu viel gezahlten Rechnungsbetrags
2. Geltendmachung von Schadensersatz
3. Beauftragung einer anderen Werkstatt mit der Mängelbeseitigung auf Kosten der Erstwerkstatt unter Vorschusszahlung nach Fristsetzung.

Aufgrund der Komplexität des weiteren Vorgehens rate ich Ihnen, hiermit einen Rechtsanwalt zu beauftragen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Lars Liedtke.
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60118 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für diese konkrete, ausführliche Antwort. So soll es sein, Sie haben wir definitiv weiter geholfen. Gerne wieder. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und relevante Beantwortung, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich bin sehr zufrieden. Das Problem hat mich schon seit laengerem belastet und in meinen Handlungsmoeglichkeiten eingeschraenkt. Der Anwalt konnte mir mit seiner rechtlichen Einschaetzung des Sachverhalts aufzeigen, wie ich dieses ... ...
FRAGESTELLER