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450€-Job/Mindestlohn: Erhebliche Überstunden nicht ausgezahlt

27.04.2017 14:53 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

1. Folgende Ausgangssituation:

Arbeitsverhältnis: März 2016 bis April 2017

450€-Job in einem Hotel als Student, hauptsächlich Nachtschichten und als einziger Angestellter im Hotel. Im Tagesbetrieb ebenfalls chronisch unterbesetz. Es wurden Aufgaben gefordert, die auch irgendwann nicht mehr zu schaffen waren. Rechtliche Pausen konnten nicht genommen werden.

Arbeitszeiten: Nachtschicht 21:30 Uhr bis 6:00 Uhr + Übergabezeit, die 15 bis 60 min dauern konnte
Spätschicht: 13:30 Uhr bis 21:30 Uhr + Übergabezeit
Die Startzeiten konnten auch bis zu 1,5 h früher liegen, wenn auch nicht die Regel. Teilweise Arbeit außerhalb meiner Arbeitszeiten verlangt: Tageszeitungen nach meiner Schicht zum Papiercontainer fahren

Bis August 2016 Arbeitszeiten durch unterschriebene Listen mit den Anfangs- und Endzeiten der wechselnden Schicht/Kollegen (vorhanden). Ab September 2017 elektronisches Zeiterfassungsgerät durch Fingerabdruck. Seitens Chef/Inhaber und Büro wird den Angestellten jegliche Einsicht der Arbeitszeiten verweigert. Nie Lohnabrechnungen erhalten, weder die Azubis noch die Aushilfen. Keine Ausgelernten mehr im Hotel

Ich wurde immer für meine Leistungen sehr hoch gelobt und besonders hervorgehoben von Chef/Chefin, was für die beiden sehr untypisch ist, da Mitarbeiter eher aufs unterste diffamiert werden. Ein ÄUßERST positives Antwortschreiben auf meine Kündigung liegt vor, in dem ich noch mal sehr gelobt worden bin für meine Leistung und dass sie mich am liebsten gar nicht gehen lassen wollen.

Monatliche Auszahlung stets nur 446,25 € und keine vollen 450 €. Das muss sicherlich irgendeinen steuerlichen Grund haben


2. Momentane Situation:

Nach meinen Notierungen und vorhandenen Stundenzetteln:

Summe der angehäuften Überstunden: 132,26 h nach Mindestlohnwert: 1132,18 €, die NICHT ausgezahlt wurden. Und das ist noch wohlwollend für ihn ausgelegt, da ich nicht immer perfekt dokumentiert habe. Aber selbst bei festgelegten Mindestarbeitszeit ohne Übergabe noch sehr viele Überstunden, vor allem aufgrund Mitarbeitermangels

Er behauptet, er hätte alles ausgezahlt, was ich an Stunden gearbeitet habe. Wäre das der Fall, hätte er den Mindestlohn um knapp 2 € über die 13 Monate hintergangen, andernfalls eben zahlreiche Stunden nicht ausgezahlt.

Eskalation seitens meines Chefs und auch Chefin, keine Kontaktaufnahme zu einem ruhigen Gespräch möglich, um das einzufordern, was mir zusteht. Am 26.04.17 gewollte Kontaktaufnahme im Hotel, sofortige Eskalation bei Hinreichen der Überstunden und fehlende Auszahlung. Wüste Beschimpfungen von ihm und seiner Frau, ich habe mich zu nichts hinreißen lassen. Chef wurde kurz handgreiflich, hat mich am Arm gepackt und sich mit seinem Körper gegen mich gelehnt, um mich rauszudrängen. Mit Polizei wurde gedroht, die nicht gerufen wurde. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, habe ich kurze Zeit später das Hotel verlassen. Später habe ich durch meinen Arbeitskollegen erfahren, dass Chefin gedroht hatte, ich sollte aufpassen, was ich jetzt mache, sonst steht meine zukünftige Arbeitsstelle in Gefahr, denn sie hätte Kontakt dahin. (Das wird nicht stimmen, leere Drohungen wie so häufig). Mit dieser Aufführung möchte ich zum Ausdruck bringen, dass keine sachliche Klärung auf persönlicher Ebene möglich ist.

Heute habe ich ein Schreiben per MMS erhalten mit Hausverbot für das Hotel und Büro und der damit verbundenen Androhung rechtlicher Schritte bei Missachten.

Vorhandene Dokumente: Unterschriebene Stundenzettel von Mitarbeitern bis August. Allein da lagen meine angehäuften Überstunden bei 86,27 h, entsprechend 733,38 €. Lobesschreiben zur Kündigung. Sämtliche Arbeitspläne mit meinen Zuteilungen ab Mitte Juli 2016, sehr schwer, fast unleserliches Dokument zum Hausverbot von Chef, Kopie des Arbeitsvertrags

Derzeit noch offen: Hat er seit Anfang des Jahres überhaupt den Mindestlohn angepasst? Nicht nachvollziehbar, da keine Lohnabrechnung. Auszahlung meines Lohns im April (Stand Ende April). Allerdings gehe ich DEFINITIV nicht davon aus, dass er mich noch bezahlen wird.

3. Warum habe ich das mitgemacht?

Weil ich damit hingehalten wurde, dass die ausgezahlten Überstunden ausgezahlt werden, wenn ich weniger arbeite im Monat (was nur einmal vorkam) und der Rest der Überstunden am Ende der Beschäftigung ausgezahlt werden. Mir hat der Job an sich Spaß gemacht, da in der Nachtschicht kein Kontakt zu Chef und Chefin bestand und ich konnte ihn gut mit meinem Studium unterbringen.

4. Zweck dieser Anfrage:

Zusammengefasst möchte ich mit dieser Anfrage erreichen, dass mein Chef mir meine Arbeitszeiten offenlegt, um meine Erfassung mit seiner Erfassung abzugleichen und die Diskrepanz dazwischen zu begleichen und die Auszahlung meiner geleisteten Überstunden sowie zu bezahlende Urlaubstage (6) zu erreichen. Auf welche rechtlichen Grundlagen kann ich mich berufen, um ihm klar zu machen, dass die momentane Verweigerung bzw. Denunziation meiner Person rechtlich gesehen zu seinem Nachteil ist?
Welche Fristsetzungen kann ich meinem Chef zur Zusendung meiner Arbeitszeiten per E-Mail/per Brief sowie eine Bezahlung meiner Überstunden setzen?
Auf was muss ich achten, wenn ich ihm das Einschreiben zusende, und was folgt für mich, wenn ich tatsächlich die Auszahlung bekomme? Wegen Versteuerung z.B.. Da ich dann ja in den Midijobbereich käme?
Wie gehe ich am besten weiter vor?

Über eine helfende Antwort bin ich sehr, sehr dankbar!

Mit freundlichen Grüßen

27.04.2017 | 18:02

Antwort

von


(248)
Blücherstraße 64
25336 Elmshorn
Tel: 041217891138
Web: http://www.anwalt-domke.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es wäre aus meiner Sicht besser, wenn Sie einen Anwalt mit einem entsprechenden Schreiben an Ihren ehemaligen Chef beauftragen. Meines Wissens gibt es auch bei Ihnen Beratungshilfe mit einer geringen Zuzahlung.

Wichtig wäre zunächst, die Stunden, die Sie tatsächlich gearbeitet haben und vor allem - WICHTIG - auch belegen können aufzulisten möglichst genau mit Datum und Uhrzeit von - bis.

Die Summe der Stunden mit dem Mindestlohn multiplizieren und die geleisteten Zahlungen abziehen. Dann haben Sie eine Summe, die Sie von Ihrem ehemaligen Chef mit einer Frist von 2 Wochen einfordern. Hierbei handelt es sich um den Bruttolohn.

Um die etwaige Versteuerung als sozialversicherungspflichtiger Job müssen Sie sich nicht kümmern, sondern der Arbeitgeber.

Möglicherweise haben Sie noch Urlaubsanspruch etc. Dies können Sie ggf. auch noch geltend machen. Ich wrüde Ihnen hierfür aber tatsächlich einen Kollegen anraten. Dieser kann auch weitere rechtliche Schritte bei Nichtzahlung androhen und umsetzen. Wenn Sie die Überstunden nachweisen können, sind Sie im Recht und könnten dies sogar vor Gericht durchsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Maike Domke
Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Maike Domke

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