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4 Monate nach Leitungsreparatur erneute Undichtigkeit


03.10.2005 20:26 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Guten Tag,
ich bitte um Hilfe in folgendem Sachverhalt:

Vor vier Monaten haben wir als Erbengemeinschaft nach einer Undichtigkeit an einer Wasserleitung in einem Mietshaus umfangreiche Reparaturarbeiten ausführen lassen. Das Wasser trat dabei aus der Wand in einen unter einer Wohnung gelegenen Keller aus, wobei auch die Wand im Keller beschädigt wurde. Es wurden umfangreiche Reparaturen durchgeführt, da sich die undichte Leitung in einem Badezimmer befand, so dass zunächst sämtliche Fliesen, Waschbecken, Wanne sowie teilweise Estrich und Mauerwerk entfernt und wieder eingesetzt bzw. erneuert werden mussten. Auf Anraten der Sanitärfirma wurden dabei sämtliche Wasserleitungen im Bad ersetzt. Ebenso wurde die Kellerwand von einer Spezialfirma getrocknet, so dass insgesamt recht hohe Kosten entstanden sind, die z.T. die Gebäudehaftpflichtversicherung, Z.T. auch die Erbengemeinschaft getragen hat.
Nun, vier Monate nach der Reparatur, ist im Keller an derselben Stelle wieder Wasser ausgetreten und es ist auch bereits wieder die Kellerwand beschädigt worden, d.h. genau derselbe Schaden ist wieder aufgetreten.
Ich vermute daher, dass die Sanitärfirma bei ihren Arbeiten gepfuscht hat. Wir würden diese am Liebsten für eine - höchstwahrscheinlich notwendige - Komplettwiederholung der alten Reparatur haftbar machen .
Meine Frage ist daher, welche Rechte wir gegen die Sanitätfirma haben und wie wir am Besten vorgehen sollten, um diese Rechte evtl. vor Gericht geltend machen zu können, falls diese sich nicht einsichtig zeigt?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wenn der erneuet Wasserschaden darauf beruht, daß die Sanitärfirma "bei ihren Arbeiten gepfuscht hat", also keine ordungsgemäße und mängelfreie Leistung erbracht hat, ist § 634 BGB einschlägig:


§ 634
Rechte des Bestellers bei Mängeln

Ist das Werk mangelhaft, kann der Besteller, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,

1. nach § 635 Nacherfüllung verlangen,
2. nach § 637 den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen,
3. nach den §§ 636, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 638 die Vergütung mindern und
4. nach den §§ 636, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.



Sie werden also verlangen können, daß die Firma den jetzt entstandenen Schaden als Nacherfüllung ausbessert und beseitigt. Weigert sie sich, diese Arbeiten kostenlos als Nachbesserung durchzuführen, können Sie Ihren Anspruch zwar gerichtlich durchsetzen. Leider wird der Wasserschaden nicht solange warten wollen, bis ein Gericht entschieden hat, wer ihn beseitigen muß. Es empfiehlt sich daher, sofern sich die erste Firma weigert, eine Fremdfirma mit den Arbeiten betrauen und diese Kosten der Erstfirma in Rechnung stellen. Unter Umständen werden Sie dann aber Ihren Anspruch auf Ersatz der Kosten gem. § 634 Nr. 2 BGB gerichtlich durchsetzen müssen.

Entscheidend ist natürlich, daß es sich bei dem aktuellen Schaden um einen solchen handelt, der wegen der mangelhaften Ausführung der Arbeiten durch die Sanitätsfirma zu verantworten ist. Handelt es sich um einen gänzlich neuen Schaden, haftet die Firma dafür natürlich nicht. Sie sollten also, soweit möglich, zunächst abklären lassen, ob es sich in der Tat um eine mangelhafte Erstreparatur gehandelt hat.

Empfohlene Vorgehensweise: Fordern Sie die Sanitätsfirma unter Schilderung des Sachverhaltes und unter Fristsetzung auf, den erneuten Wasserschaden zu prüfen und im Wege der Nachbesserung zu beseitigen. Weigert sie sich, bleibt Ihnen der oben geschilderte Weg der Ersatzvornahme, da der Schaden natürlich so schnell wie möglich beseitigt werden sollte. Sie sollten dann aber auch einen Anwalt mit der Vertretung Ihrer Interessen betrauen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine hilfreiche, erste Orientierung gegeben zu haben. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Vertretung zur Verfügung. Kontaktieren Sie mich dazu bitte einfach über den untenstehenden Link!

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt


--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395

www.andreas-schwartmann.de

Nachfrage vom Fragesteller 03.10.2005 | 21:55

Danke für die schnelle Antwort.
Muss die Sanitärfirma(sofern diese gepfuscht hat), denn auch für Fremdarbeiten aufkommen(Maurer- und Fliesenarbeiten wurden von einer anderen Firma vorgenommen)?
Und: wie sollen/können wir vor der Reparatur den Fehler nachweisen(es muss wahrscheinlich die Wand wieder aufgerissen werden)?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.10.2005 | 15:06

Die Sanitätsfirma müßte, wenn sie denn schlecht gearbeitet hat, für alle nun weiter notwendig werdenden Kosten aufkommen. Sofern also nun erneut Maurer- und Fliesenarbeiten notwendig werden sollen, wären diese Kosten als Schadensersatz von der Sanitätsfirma ebenfalls zu tragen.

Der Nachweis der Schlechterfüllung kann problematisch werden. Grundsätzlich besteht zwar die Möglichkeit, ein selbständiges Beweisverfahren zu betreiben und ein gerichtliches Gutachten einzuholen. Ein solches Verfahren würde aber relativ lange dauern und ich gehe davon aus, daß der Wasserschaden schnell behoben werden muß.

Sie sollten daher, wenn Sie auf Nummer Sicher gehen möchten, auf jedenfall einen Privatgutachter beauftragen, der Ihnen möglicherweise bereits etwas zur Schadensursache sagen kann, bevor die Wand erneut aufgerissen wird.

Mit freundlichen Grüßen
A. Schwartmann

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