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4 Artikel an der SB kasse being ikea vergessen

| 23. Mai 2022 18:08 |
Preis: 30,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Habe 4 Artikel im wert von 170€ bei Ikea vergessen einzuscannen. Die Mitarbeiterin hat es scheinbar bemerkt und beim scannen nicht unterstützt.
Nach Kontrolle der Ware, hat ein Ikea-Mitarbeiter meine Daten aufgenommenit mit der Info, dass eine Anzeige gemacht wird. Wie gehe ich am besten vor? Wie kann ich ein Strafanzeige verhindern? Besteht die Gefahr, dass es zu einem Eintrag im Strafregister kommt?

23. Mai 2022 | 21:46

Antwort

von


(23)
Hellabrunner Straße 5
81543 München
Tel: 0151/26216403
Web: http://www.strafverteidiger-blobel.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen angegebenen Informationen gerne wie folgt beantworten:


In Betracht kommt hier ein (versuchter) "Diebstahl" gemäß § 242 StGB.

Der Diebstahl ist ein Vorsatzdelikt. Das heißt, Sie müssten die Ware wissentlich nicht gescannt haben, um sie "kostenlos" mit nach Hause zu nehmen. Einen "fahrlässigen Diebstahl" kennt das Gesetz nicht und ist demzufolge straflos!
Die Frage, die sich hier dann stellt, ist inwieweit man Ihnen den "Vorsatz" nachweisen können wird. Es müssten konkrete Feststellungen zu Ihrem Vorstellungsbild getroffen werden, da es ja theoretisch in solchen Fällen auch sein könnte, dass Sie aus Unerfahrenheit mit dem Umgang einer Selbstbedienungskasse die Ware aus Versehen nicht eingescannt haben.

Bei einer "Anzeigenerstattung" durch Ikea geht die Angelegenheit weiter zur zuständigen Staatsanwaltschaft und diese leitet dann ein Ermittlungsverfahren ein. Sie bekommen dann höchstwahrscheinlich Post mit einem Anhörungsbogen.
Eine Anzeige können Sie grundsätzlich nicht verhindern. Die meisten Unternehmen lassen diesbezüglich auch nicht mit sich reden.

Sodann sollte am Besten ein Strafverteidiger eingeschaltet werden, der Akteneinsicht nehmen kann. Dieser wird dann gegenüber der Staatsanwaltschaft eine Erklärung abgeben und i.d.R. eine Einstellung des Verfahrens anregen. Dies richtet sich nach § 153 StPO (Geringfügigkeit), bzw. nach § 153a StPO (Einstellung gegen Geldauflage). Sollten Sie bisher keine Vorstrafen haben, halte ich dies für am Wahrscheinlichsten.

Einstellungen nach § 153 StPO, bzw. § 153a StPO werden übrigens weder ins Bundeszentralregister, noch ins Führungszeugnis eingetragen.

Nur für den Fall einer eventuellen Verurteilung:
Geldstrafen von nicht mehr als 90 Tagessätzen werden nicht in das Führungszeugnis aufgenommen, falls bisher noch keine Eintragungen im Bundezentralregister vorliegen. Eine Verurteilung zu mehr als 90 Tagessätzen halte ich in Ihrem Fall für äußerst unwahrscheinlich. Anders wäre dies aber dann, wenn Sie bereits mehrfach einschlägig vorbestraft wären.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Über eine positive Bewertung würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Marcel Blobel

Rückfrage vom Fragesteller 24. Mai 2022 | 22:45

Sehr geehrter Anwalt,

vielen Dank für die Antwort.

Noch einige kurze Verständnisfragen.


"Es müssten konkrete Feststellungen zu Ihrem Vorstellungsbild getroffen werden"
Wie kann das geschehen? Wie kann Ikea die Vorsätzlichkeit beweisen.
Denn in der Tat, kenne ich mich mit der Kasse nicht so gut aus und habe sie zum ersten mal bedient.

Empfehlen sie für den Fall unbedingt das einschalten eines Strafverteitigers?
Wenn mein Ziel die Einstellung des Verfahrens ist. Oder Reicht es wenn ich den Fragebogen ausfüllen und den Sachverhalt schildere, sodass meine unerfahrenkeit an der Kasse auch Platz findet.
Ich habe keine Vorstrafen. Mir ist so etwas noch nie passiert und es war eine sehr unangenehme Erfahrung beschuldigt zu werden.

Vielen Dank im voraus

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25. Mai 2022 | 00:58

Sehr geehrter Fragesteller,

Auf welche Art und Weise Feststellungen zu Ihrem Vorstellungsbild getroffen werden können, ist grundsätzlich einzelfallabhängig.
In Ihrem Fall könnte es aber z.B. eine Rolle spielen, wie viele Teile Sie ingesamt gekauft haben und wie hoch der Warenwert letztlich war. Falls Sie einen hohen Warenwert hatten, ist es durchaus plausibel, dass Sie dann die „zusätzlichen/fehlenden" 170€ fahrlässig nicht bemerkt haben. Bei einer geringen Rechnungshöhe würde man Ihnen vorhalten, dass Sie die Differenz wohl hätten erkennen müssen.

Sie müssen selbstverständlich keinen Anwalt einschalten.
Sie können die oben beschriebenen Möglichkeiten der Verfahrenseinstellungen auch selbst bei der Staatsanwaltschaft anregen. Dann sparen Sie sich die Anwaltskosten.

Bei Beschuldigten ohne Vorstrafe lässt sich die Staatsanwaltschaft auf eine Einstellung sehr häufig ein! Erwähnen Sie hierbei dann auch unbedingt ihre Unerfahrenheit mit der SB-Kasse und die Tatsache, dass Sie tatsächlich nicht bemerkt haben, dass die 4 Teile nicht eingescannt wurden!

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Über eine positive Bewertung würde ich mich sehr freuen!

Bewertung des Fragestellers 25. Mai 2022 | 12:50

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 25. Mai 2022
5/5,0

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