Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

3. befristeter Vertrag +Schwangerschaft


02.11.2005 09:04 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Markus Timm



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe ein größeres Problem mit mehreren Komponenten, bei dem mir bis jetzt noch niemand helfen konnte. Daher versuche ich es nun über Ihre Internetseite und hoffe, dass Sie eine Lösung für mich wissen. Es ist eine komplizierte Angelegenheit und ich hoffe, dass ich Sie Ihnen angemessen und verständlich erklären kann.

Ich wurde 2002 mit einem befristeten Vertrag von 2 Jahren eingestellt. Kurz vor Auslauf des Vertrages bewarb ich mich intern weiter auf eine andere Stelle und bekam wieder einen befristeten Vertrag für 2 Jahre, welcher im Januar 2006 auslaufen würde.

Im August diesen Jahres fragte ich bei meinem Arbeitgeber nach, ob eine Möglichkeit besteht, einen unbefristeten Arbeitsvertrag nach diesen 4 Jahren in diesem Betrieb zu bekommen, doch er gab mir wiederum einen befristeten Vertrag für 2 Jahre, was meines Wissens her eigentlich nach 4 Jahren nicht mehr geht, aber ich hab ihn dennoch unterschrieben und habe somit einen Vertrag bis Februar 2008 unterzeichnet (im August 05).

Ende September kam ich aus dem Urlaub zurück, hatte direkt am 1. Tag nach meiner Rückkehr einen Brief auf meinem Tisch liegen, in dem ich zu einem Personalgespräch gebeten wurde. In diesem Gespräch teilten mir die Personalcheffin und mein Vorgesetzter mit, dass sie mich abgemahnt hätten und gaben mir 4 Abmahnungsgründe an. Eine Abmahnung davon ist berechtigt, da ich im Arbeitsvertrag unterzeichnet hatte, dass keine privaten Emails versandt werden dürfen und ich doch 2 verschickt habe.

Die anderen 3 Gründe sind vollkommen an den Haaren herbei gezogen. Ich hab einen Fehler auf einer Tagesordnung gemacht und dies ist, laut der Abmahnung, eine "grobe Verletzung meiner vertraglichen Arbeitspflichten". Das kommt mir doch sehr seltsam vor, denn seit wann darf man für einen Fehler, den man gemacht hat, abgemahnt werden, ohne dass man vorher mal darauf angesprochen wurde?

Die anderen beiden Gründe kann ich gar nicht wiedergeben, weil sie einfach zu sehr ausgedacht und lächerlich sind.

Also, noch mal zusammengefasst: 3 Mal auf 2 Jahre befristete Arbeitsverträge + 1 Abmahnung mit 4 versch. Gründen.

Mein Arbeitgeber sagte wortwörtlich zu mir, dass ich eigentlich fristlos entlassen sei, er aber so nett zu mir ist und meinen Vertrag bis Ende Januar 2006 auslaufen lässt, damit ich keine Probleme mit dem Arbeitsamt bekomme. Er gäbe mir noch eine Chance, mich bis Mitte Dezember um 180 Grad zu drehen und evtl so noch die Möglichkeit zu haben, meinen bereits unterschriebenen Vertrag wieder zurück zu bekommen, den ich Ihnen aushändigen sollte (hab ich aber nicht!)

Nicht, dass das jetzt alles wäre und es nicht schon kompliziert genug wäre, da ich denke, dass eine 3malige Befristung, die über 4 Jahre hinaus geht, eigentlich ein unbefristeter Vertrag sein müsste. Nun weiß ich seit letzter Woche, dass ich im Ende des des 2. Monats schwanger bin und habe meinen Arbeitgeber darüber bereits in Kenntnis gesetzt.

Nun noch einmal alles zusammengefasst:

- 3 befristete Verträge auf jeweils 2 Jahre
- Abmahnung mit 4 verschiedenen Gründen
- eigentlich fristlose Kündigung, bin aber doch noch bis Januar da
- schwanger

Nun zu meinen Frage:

Wie sieht es rechtlich aus, müsste es eigentlich ein unbefristeter Vertrag sein?

Bin ich ab jetzt im Kündigungsschutz durch die Schwangerschaft?

Müsste mein Arbeitgeber, sofern es ein unbefristeter Vertrag sein sollte, mir diesen ausstellen und mich nach Ablauf der 3 Jahre Mutterschutz wieder einstellen?

Soll ich rechtliche Schritte einleiten oder abwarten, was nun von AG-Seite kommt?

Ich bin mir bewußt, dass es sich hier um eine sehr konfuse Geschichte handelt, aber mir liegt wirklich sehr viel daran, Ihre professionelle Meinung zu hören und ich kann nicht genau einschätzen, was Sie dafür als angemessene Vergütung zu bekommen haben. Mir ist es sehr wichtig, dass ich eine Antwort bekomme, die mir in meiner Lage weiter hilft und das Geld ist daher eher nebensächlich. Sollten Sie den Betrag nicht für angemessen halten, bin ich bereit, Ihnen auch mehr zu bezahlen. Hauptsache, es findet sich eine Lösung!

Ich danke Ihnen schon einmal im Voraus für Ihre Bemühungen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jeannette K.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

zunächst möchte ich mich für Ihre Anfrage bedanken. Ich geben Ihnen zunächst einen groben Überblick über die Rechtslage. Sodann schlage ich vor, dass wir weitere von mir benötigte Informationen über meine untenstehende Emailadresse austauschen.

Die Befristung ist nach erster Betrachtung unwirksam. Damit würden Sie sich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis befinden. Dieses ist regelmäßig gem. § 16 TzBfG frühesten zum vereinbarten Ende ordentlich kündbar. § 14 Abs. 2 TzBfG sieht die Möglichkeit der Befristung ohne sachlichen Grund bis zu einer Gesamtdauer von zwei Jahren vor. Eine weitere Befristung ist nicht zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein befristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat (§ 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG). Ausnahmsweise ist eine Befristung bis zur Dauer von vier Jahren zulässig, wenn diese in den ersten vier Jahren nach der Gründung eines Unternehmens erfolgt (teilen Sie mir das bitte mit, wenn es so ist).

Grundsätzlich sind befristete Arbeitsverhältnisse nur außerordentlich kündbar (hierauf hat es ihr Arbeitgeber wohl auch abgesehen), vgl. § 15 Abs. 3 TzBfG. Ausnahme: Einzel- oder tarifvertragliche Regelung.

Zur Wahrung Ihrer Rechte müssten Sie das Arbeitsgericht fristgerecht anrufen (§ 17 TzBfG).

Auch ist gegen die Abmahnung vorzugehen, wenn Sie nicht haltbar ist. Hiermit versucht Ihr Arbeitgeber ganz offensichtlich eine außerordentliche Kündigung vorzubereiten.

Bitte lassen Sie mir folgende Informationen per Email (s.u.) direkt zukommen:

1. Besteht ein Tarifvertrag für Ihr Arbeitsverhältnis?
2. Ist die Möglichkeit einer ordentliche Kündigung in Ihrem Arbeitsvertrag vereinbart?
3. Wenn möglich, faxen Sie mir Ihren Arbeitsvertrag doch bitte zu (Fax: 0511/ 92 47 93 20).

Vielen Dank.

Mit freundlichem Gruß

Markus A. Timm
-Rechtsanwalt-
Timm@Rae-Linden.de
www.Rae-Linden.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER