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3 Wochen nach Gebrauchtwagenkauf Motorschaden aufgrund von Ölmangel


| 10.12.2014 18:49 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Guten Tag,

vor 3 Wochen habe ich einen Gebrauchtwagen von einem Vertragshändler der entsprechenden Marke samt Garantie gekauft. Mündlich wurde vereinbart, es werde sich vor der Übergabe um alle Arbeiten gekümmert, die vor dem nächsten Service anfallen. Übergabe des Fahrzeuges fand am 14.11.2014 statt. Heute habe ich den Wagen zu dem mir nähsten Vertragshändler gebracht, da eine Kontrollleuchte aktiv wurde. Dies wurde im Vorfeld mit dem Händler bei dem das Fahrzeug gekauft wurde abgestimmt. Telefonisch wurde mir nun mitgeteilt, dass wahrscheinlich ein Motorschaden vorliegt, da sich im Motor anstatt der vorgeschriebenen 4,3 Liter Öl nur 0,9 Liter Öl befinden. Am gesamten Fahrzeug wurden jedoch keinerlei Undichtigkeiten oder andere Auffälligkeiten festgestellt, die einen derartigen Ölverlust innerhalb von nur knapp über 3 Wochen rechtfertigen würden. Auch mir selbst ist zu keiner Zeit irgendetwas aufgefallen, dass auf Ölverlust oder Verbrennung einer solchen Menge Öl hindeuten könnte. Sollte sich der Motorschaden nun bestätigen, so fallen für einen Austausch dementsprechend enorme Kosten an. Mir ist vollkommen bewusst, dass es in der Verantwortung des Fahrzeughalters liegt, den Ölstand des Fahrzeuges zu kontrollieren, allerdings habe ich in den bisher vergangenen drei Wochen nicht daran gedacht dies zu tun zumal ich den Wagen wie erwähnt bei einem Vertragshändler erworben habe und somit auch auf einen einwandfreien Zustand vertraut habe. Weiter deutet die Tatsache keiner Erklärung für einen solch enormen Ölverlust in dieser kurzen Zeit meiner Meinung nach darauf hin, dass sich bereits bei Fahrzeugübergabe nur die 0,9 Liter Öl im Fahrzeug befunden haben mussten. Nebenbei wird das Fahrzeug täglich nur ca. 16km bewegt.

Meine Frage ist nun, ob es sich bei dem Schaden um einen Fall der Garantie bzw. Gewährleistung handelt oder ob der Schaden von mir selbst zu verantworten ist und ich die kommenden Kosten selbst tragen muss.

Vielen Dank
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Hier muss zwischen Garantie und Gewährleistung unterschieden werden. Die Gewährleistung ist in §§ 437 ff. BGB geregelt. Ein Gewährleistungsanspruch ist dann gegeben, wenn der Mangel oder der Grund für den Mangel bereits bei Übergabe des Fahrzeuges angelegt war. Grundsätzlich muss hierbei der Käufer beweisen, dass der Mangel bei Übergabe der Sache angelegt war. Für Verbraucher gilt allerdings die Beweiserleichterung nach § 476 BGB. Nach dieser Norm trägt bei einem Mangel der Verkäufer die Darlegungs- und Beweislast für die Mangelfreiheit, wenn der Mangel innerhalb der ersten 6 Monate auftritt. Ob hier der Grund für den Motorschaden bereits bei Übergabe angelegt war, kann ohne in Sachverständigengutachten nicht ermittelt werden. Sollten Sie Verbraucher sein, wird aufgrund der Beweislastumkehr aus § 476 BGB vermutet, dass der Mangel bei Übergabe angelegt war.

Der Umfang der Garantie ist nicht gesetzlich geregelt. Handelt es sich um eine Haltbarkeitsgarantie, so muss der Verkäufer hier den Schaden tragen. Bei einer Beschaffenheitsgarantie gilt das Gleiche wie bei der Gewährleistung.

Leider kann ich daher nicht sagen, ob hier ein Gewährleistungsfall oder Garantiefall gegeben ist. Hierfür bedarf es umfangreicher Sachverhaltsaufklärung.

Aufgrund der vereinbarten weiteren Wartungsarbeit sollten Sie aber hier den Verkäufer unter Fristsetzung auffordern, den Mangel zu beheben. Sollte der Verkäufer sich weitern, empfehle ich Ihnen, sich an einen Anwalt Ihres Vertrauens zu wenden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 10.12.2014 | 19:54

Sehr geehrter Herr Scharre,

zunächst vielen Dank für Ihre Antwort. Mir ist es bei der Frage darum gegangen, ob in diesem Fall prinzipiell die Möglichkeit besteht, dass ich Anspruch auf eine Behebung aufgrund von Gewährleistung oder Garantie -je nachdem- habe, oder ob dies generell unwahrscheinlich ist, da ich den Ölstand nicht direkt nach dem Kauf kontrolliert habe. Dies ist mir noch nicht ganz klar.

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.12.2014 | 20:10

Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Hier ist zu vermuten, dass der Mangel eine Ursache hat, die bereits vor der Übergabe vorhanden war. Ein solcher Mangel kann auch ein zu geringer Ölstand sein. Ob hier ein Schaden durch die Kontrolle des Ölstandes vermieden hätte werden können, halte ich für zweifelhaft. Daher gilt folgendes:

Sind Sie Verbraucher (PKW nicht für eine Selbstständigkeit gekauft), so stehen Ihre Chancen aufgrund der Gewährleistung hier Ihren Schaden ersetzt zu bekomme aufgrund der Beweislastumkehr (vgl. oben)sehr gut . Als Nichtverbraucher müssen Sie beweisen, dass der Grund des Mangels bereits bei Übergabe vorhanden gewesen ist. Dennoch sind die Chancen hier relativ gut.

Daher sollten Sie hier wie oben beschrieben vorgehen. Eine einvernehmliche Lösung ist in der Regel die wirtschaftlich sinnvollere Lösung für beide Parteien, da hierdurch das immer vorhandene Risiko eines Prozesses vermieden werden kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.
Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 10.12.2014 | 20:13


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