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3 Objektgrenze

23.10.2018 13:14 |
Preis: 58,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Hallo, ich habe 2015 3 Mehrfamilienhäuser verkauft die ich alle länger als 10 Jahre besessen habe.
Diese 3 Objekte waren außerhalb der Spekulationsfrist.
Jetzt möchte ich meine von mir 2015 erworbene und seit Anfang 2016 von mir bewohnte Eigentumswohnung Anfang 2019 verkaufen.
Mir ist nicht ganz klar ob ich dadurch in den gewerblichen Grundstückshandel Rutsche.
Denn dann würde ich natürlich auf den Verkauf verzichten. Ich möchte da einfach kein Risiko eingehen.
Ich bitte um eine Auskunft diesbezüglich!
Mit freundlichen Grüßen
F. H.
23.10.2018 | 13:52

Antwort

von


(379)
Albstraße 45
73249 Wernau
Tel: 07153/9964381
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zur Abgrenzung (private) Vermögensverwaltung und gewerblicher Grundstückshandel hat die Rechtsprechung die sog. 3-Objekt-Grenze entwickelt (BFH v. 10.12.2001 - GrS 1/98 BStBl 2002 II S. 291 ; BFH v. 18.09.1991 - XI R 23/90 ).

Die entsprechenden Regelungen hierfür lassen sich verkürzt wie folgt zusammenfassen:

Ein gewerblicher Grundstückshandel liegt vor, wenn
- ein Steuerpflichtiger mehr als drei Objekte veräußert,
- die Zeiträume zwischen der Anschaffung, Errichtung oder Modernisierung bei jedem einzelnen Objekt nicht
mehr als fünf Jahre betrugen,
- sowie die Veräußerungen der Objekte in einem Zeitraum von fünf Jahren erfolgten.

Weiterführende Einzelheiten ergeben sich diesbezüglich auch insbesondere aus dem BMF-Schreiben vom 26. März 2004, BStBl. 2004 I, S. 434, Tz. 5 ff.

Gleichwohl gilt nach BFH v. 18.09.1991 - XI R 23/90 einmal, dass bei einer Veräußerung von mehr als 3 Immobilienobjekten/Grundstücken innerhalb von 5 Jahren ein gewerblicher Grundstückhandel anzunehmen ist.

Die Annahme kann jedoch entkräftet werden, wenn sich bei den drei Zählobjekten Grundstücke/Immobilienobjekte finden, welche befinden, bei denen ein enger zeitlicher Zusammenhang (vgl. Tz. 20 des BMF-Schreibens) zwischen Errichtung, Erwerb oder Modernisierung und der Veräußerung nicht besteht. Fallen in den 5-Jahreszeitraum auch Immobilienobjekte/Grundstücke, welche länger als 10 Jahre in Ihrem Eigentum standen, sind diese aus der Betrachtung auszunehmen. Denn bei diesen ist evident eine Veräußerungsabsicht zum Zwecke eines kurzfristigen Grundstückshandels auszunehmen.

Wenn Sie die 3 Mehrfamilienhäuser bis 2015 bereits länger als 10 Jahre in Ihrem Besitz hatten, wären diese nach Darstellung des BMF gar nicht in die 3-Objektgrenze mit einzubeziehen.

Aufgrund der nicht unerheblichen Kostenauslösung bei einer Klassifizierung in den gewerblichen Grundstückhandel seitens der Finanzbehörde rate ich vor Verkauf des angedachten Objekts an, beim zuständigen Finanzamt eine sog. verbindliche Auskunft einzuholen (§ 89 AO ).

Hierüber können Sie Ihr angedachtes Vorgehen der Finanzbehörde schildern und um verbindliche rechtliche Beurteilung anhand Ihres konkreten Einzelfalles ersuchen. Die Behörde prüft den Steuerfall sodann vorab und teilt Ihnen die auszulösende Besteuerung verbindlich mit. Hieran hat sich das Finanzamt sodann zu halten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-


ANTWORT VON

(379)

Albstraße 45
73249 Wernau
Tel: 07153/9964381
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