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3-Objekt-Grenze bei Mutter- und Tochter-GmbHs

| 13.01.2022 18:38 |
Preis: 80,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frage bezieht sich auf das Thema „Gewerblicher Grundstückshandel" und insbesondere auf die „3-Objekt-Grenze" bei folgender Konstellation:

Eine Mutter-GmbH ist 100%ige Eigentümerin von zwei Tochter-GmbHs. Alle drei Gesellschaften sind Eigentümerinnen von Wohneinheiten. Gilt die 3-Objekt-Grenze nun:
A) Pro Gesellschaft
B) In Summe für die beiden Töchter, weil beide dieselbe Gesellschafterin haben
C) In Summe für alle drei Gesellschaften, weil letztendlich eine natürliche Person 100%ige Gesellschafterin der Mutter-GmbH ist und somit auch wirtschaftlich Berechtigte für alle Gesellschaften

Im Voraus vielen Dank für Ihre Antwort.

Viele Grüße

Einsatz editiert am 14.01.2022 10:13:30

14.01.2022 | 11:38

Antwort

von


(272)
Grünberger Str. 54
10245 Berlin
Tel: 0302939920
Web: http://www.rechtsanwalt-braun.berlin
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Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund der übermittelten Information beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Die Betätigung einer GmbH kann die Fiktion des gewerblichen Grundstückhandels auf der Ebene der Gesellschafter verhindern, siehe BFH, Beschluss vom 20.05.1998, III B 9/98.

Danach ist einem Gesellschafter die Tätigkeit der GmbH (im Bereich des gewerblichen Grundstückhandels) nicht zuzurechnen, wenn die GmbH nicht rechtsmissbräuchlich gegründet oder eingeschaltet wurde.

Rechtsmissbräuchlich ist eine GmbH dann eingeschaltet worden, wenn die GmbH kurz vor Fertigstellung oder der Veräußerung der Grundstücke oder ETW die Grundstücke vom GmbH-Gesellschafter oder der Personengesellschaft übernimmt, also der Anschein entsteht, dass die GmbHs lediglich zur Steuervermeidung eingeschaltet wurden.

Weiterhin ist die Zwischenschaltung einer GmbH als rechtsmissbräuchlich einzuordnen, wenn die GmbH keine eigene Tätigkeit entfaltet, BFH Urteil vom 22.4.2015 (X R 25/13).

Zu 1.)
Die 3-Objektgrenze gilt pro Gesellschaft, es sei denn die Gesellschaften sind, wie vorstehend erläutert, rechtsmissbräuchlich gegründet worden.

Zu 2.)
Nein, jede Tochter-GmbH wird einzeln betrachtet, es sei denn, die Tochter-GmbHs wurden rechtsmissbräuchlich errichtet

Zu 3.)
Nein, die 3 GmbHs werden nicht zusammengerechnet, es sei denn die „Konstruktion" weißt Merkmale eines Rechtsmissbrauches auf.



Ich hoffe, dass ich Ihre Frage beantwortet habe, bei eventuellen Nachfragen können Sie gerne die kostenlose Nachfrageoption benutzen.

Berücksichtigen Sie bitte, dass auch kleine Sachverhaltsänderungen zu einer gänzlich anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Braun
Rechtsanwalt



Rückfrage vom Fragesteller 14.01.2022 | 14:33

Guten Tag Herr Braun,

für Ihre klare und eindeutige Beantwortung meiner Frage danke ich Ihnen.

Bitte gestatten Sie doch folgende Rückfrage zur "Entfaltung einer eigenen Tätigkeit", um Rechtsmissbräuchlichkeit definitiv auszuschließen (im vorgenannten BFH-Urteil vom 22.04.2015 wurde ich hierzu leider nicht fündig):

Alle drei Gesellschafen sind ausschließlich vermögensverwaltend tätig. Der jeweilige Unternehmensgegenstand entspricht mehr oder weniger dem § 9 GewStG Absatz 1 Satz 2. Konkret:

Gegenstand des Unternehmens ist es, ausschließlich eigenen Grundbesitz oder neben eigenem Grundbesitz eigenes Kapitalvermögen zu verwalten und zu nutzen oder daneben Wohnungsbauten zu betreuen oder Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser oder Eigentumswohnungen im Sinne des Ersten Teils des Wohnungseigentumsgesetzes in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 403-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, zuletzt geändert durch Artikel 28 des Gesetzes vom 14.
Dezember 1984 (BGBl. I S. 1493), zu errichten und zu veräußern. Vom Gegenstand des Unternehmens gilt auch umfasst, wenn in Verbindung mit der Errichtung und Veräußerung von Eigentumswohnungen Teileigentum im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes errichtet und veräußert wird und das
Gebäude zu mehr als 66 2/3 Prozent Wohnzwecken dient. Die Gesellschaft darf keine Tätigkeiten ausführen, für welche die erweiterte Gewerbesteuerkürzung gemäß § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG nicht gewährt wird.

Ist bei einer ausschließlich vermögensverwaltenden Tätigkeit von einer eigenen Tätigkeit auszugehen? Konkret, wenn diese Wohnungen erwerben, Umsatz aus Vermietung erzielen und diese Wohnungen ggf. in einigen Jahren wieder veräußern? Oder anders gefragt: Was wäre ein Beispiel für eine GmbH, welche keine eigene Tätigkeit entfaltet?

Viele Grüße


Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.01.2022 | 16:55

Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen dargestellten Tätigkeiten stellen Tätigkeiten dar. Gesellschaften, wie im Urteil angesprochen, die nicht tätig sind, sind Gesellschaften, welche kurz vorher gegründet wurden oder ohne Tätigkeit „dahinsiechten".

Wenn Ihre Gesellschaften die Wohnungen erwerben, sanieren, verwalten, vermieten etc. und dann gegebenenfalls verkaufen, sind das tätige Gesellschaften.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Braun
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 14.01.2022 | 18:26

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