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3 Geschwister Haus gerbt

03.09.2014 17:01 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Das Vorkaufsrecht muss innerhalb von 2 Monaten ausgeübt werden. Es kommt gemäß § 463 ff. BGB immer dann zur Anwendung, wenn das Grundstück an einen Dritten verkauft werden soll. Der Vorkaufsberechtigte kann dann sein Recht ausüben und das Haus selbst übernehmen. Das Recht beinhaltet keine Pflicht.

Meine zwei Brüder und ich haben ein Haus von meinen Eltern geerbt.Wir sind zu je 1/3 im Testament das von einem Notar erstellt und das beim Nachlaßgericht hinterlegt wurde als Erben eingesetzt. Einem Erbe wurde das Vorkaufsrecht gegen Herauszahlung in Höhe
von 2/3 des Hauswertes eingeräumt um das Haus dann zu übernehmen.Eine Schätzurkunde liegt auch vor. Nun will der, der das Haus übernehmen möchte im Prinzip fast nichts Zahlen.
Er hat kein Geld und will sich nicht krummlegen für die andern. Was können die zwei
anderen Erben tun? Müssen sie überhaupt verkaufen?

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

ich möchte Ihre Anfrage anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:

1. "Was können die zwei
anderen Erben tun? "

Bei dem von Ihnen geschilderten Fall wurde einem Erben ein Vorkaufsrecht eingeräumt. Das Vorkaufsrecht ist in den §§ 463 ff. BGB geregelt. Die Bedeutung des Vorkaufsrechts ist Folgende: Wenn das Hausgrundstück von einem Dritten gekauft würde, kann dieser Erbe, dem das Vorkausfrecht eingeräumt wurde, das Grundstück zu den Bedingungen des Kaufvertrages mit dem Dritten erwerben. Für die Ausübung des Vorkaufsrechts hat der Berechtigte 2 Monate Zeit. Dann verfällt es und das Grundstück kann an den Dritten veräußert werden.

"Müssen sie überhaupt verkaufen?"

Vorkaufsrecht bedeutet jedoch nicht, dass das Haus verkauft werden muss. Im Übrigen ist der Preis für den Verkauf Verhandlungssache. Wenn keine Einigung erzielt werden kann, kann eben nicht verkauft werden. Natürlich ist ein Gutachten bzw. eine Schätzurkunde hier hilfreich.

Jedoch bestimmt am Ende allein der Markt den Preis. Natürlich muss man realistisch bleiben. Wenn Sie aber einen Käufer finden, der das Grundstück zu einem höheren Preis als Ihr Bruder kauft, kann Ihr Bruder nur den Preis zahlen, den auch der Dritte zahlen würde. Andernfalls würde das Recht spätestens nach 2 Monaten verfallen.


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Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste Orientierung in der Sache geben konnte. Um eine rechtssichere Antwort geben zu können, müsste ich mir die entsprechenden Unterlagen ansehen.


Sollte sich der Sachverhalt doch etwas anders darstellen, nutzen Sie bitte die Nachfrage.

Sie können mich jederzeit über die Kontaktdaten in meinem Profil erreichen und auch in anderen Angelegenheiten beauftragen.


Rechtsanwalt Andreas Tertel

Nachfrage vom Fragesteller 03.09.2014 | 17:54

Guten Tag
Ich habe eine Nachfrage,gilt Ihre Antwort auch, wenn im Testament steht:Sollten sich, die Parteien über die Höhe des Verkehrwertes nicht einigen ,dann soll ein von der Industrie und Handelskammer
zu benennender öffendlich bestellter und gerichtlich vereidigter Sachverständiger den Wert verbindlich ermitteln.
MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.09.2014 | 09:26

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

natürlich gilt das Gesetz zum Vorkaufsrecht auch in diesem Fall.

Offensichtlich hat der Erblasser in weiser Voraussicht, dass es regelmäßig zu Problemen bei der Einschätzung des Wertes einer Immobilie kommt, eine entsprechende Regelung aufgenommen.

Der im Testament festgelegte Sachverständige wird hoffentlich einen realistischen Wert ermitteln.

Will der Vorkaufsberechtigte das Grundstück dann erwerben (er muss ja nicht), könnte man sich als Erbengemeinschaft auf den Preis, den der Sachverständige für das Grundstück ermittelt hat, einigen. Einigt man sich allerdings nicht, ist auch ein Verkauf nicht zwingend.

Wenn im Testament natürlich geregelt ist, dass das Haus zum Preis, den der Sachverständige ermittelt hat, verkauft werden muss, kann man über eine entsprechende Bindungswirkung nachdenken.

Sie können sich jederzeit um einen anderen Käufer bemühen. Zahlt dieser mehr als den Schätzpreis, muss der Vorkaufsberechtigte überlegen, ob er diese Summe zu zahlen bereit ist. Andernfalls geht das Grundstück eben an den anderen Käufer.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage vollständig beantworten und wünsche Ihnen bei der Erbauseinandersetzung viel Erfolg und zukünftig alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Tertel


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