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2.Ladendiebstahl

15.10.2015 08:09 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Bianca Vetter


Zusammenfassung: zweiter Diebstahl, nachdem der erste Diebstahl 7 Jahre zurückliegt, Höhe der Strafe

Guten Morgen,
ich habe eine unangenehme aber notwendige Frage.
Ich wurde 2008 beim Ladendiebstahl erwischt (Warenwert ca.70€), es wurde ohne Polizei Strafanzeige gestellt aus der ich zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. (Weniger als 90Tagessätze für gemeinnützigen Zweck, insg.ca.350€).
Vor kurzem (2015) wurde ich erneut erwischt...(Warenwert 280€)...
Es wurde durch den Detektiv Strafanzeige erstellt ohne Polizei. Welche Strafe droht mir nun?
Bei beiden Delikten zeigte ich mich geständig.
Vielen Dank

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich bei Ihnen für die Nutzung dieses Forums.
Vor der Beantwortung Ihrer Frage möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass die Beantwortung aufgrund der Charakteristik dieses Forums nur eine rechtliche Beratung darstellt und insbesondere bei Hinzukommen weiterer, im Moment nicht bekannter Umstände, die Beantwortung anders ausfallen könnte.

Im Folgenden möchte ich nun Ihre Frage beantworten.
Bei der Beurteilung der Höhe einer Strafe ist zunächst zu klären, welches Strafmaß vom Gesetzgeber vorgegeben ist.
Bei einem Diebstahl ist bei Ersttätern in aller Regel von einer Geldstrafe auszugehen.
Bei einschlägig vorbestraften Tätern ist eine höhere Strafe zu erwarten.

Zunächst wird bei der Bemessung der Strafe des "neuen" Diebstahls auf den Wert des jetzt gestohlenen Gegenstandes oder der gestohlenen Gegenstände abzustellen sein.
Sofern sich der Wert der gestohlenen Gegenstände im unteren deistelligen Bereich bewegt, ist auch bei Wiederholungstätern noch von einer Geldstrafe auszugehen.

Ein weiterer Umstand, der hier jedoch auch zu beachten sein wird, ist wie oft und in welchen Zeitabständen die vorherigen Diebstähle begangen worden sind.
Sofern sich die Diebstähle innerhalb einer kürzeren Zeitspanne ereignet haben und sich dabei schon ein nahezu regelmäßiges Bild der begangenen Diebstähle zeigt, dürfte die Strafe mit Sicherheit höher ausfallen.
Hier könnte dann auch durchaus eine Freiheitsstrafe verhängt werden. Diese könnte je nach Vorstrafen noch zur Bewährung ausgesetzt werden

In Ihrem Fall hat sich jedoch der erste Diebstahl vor 7 Jahren ereignet, so dass bei Ihnen von keiner Regelmäßigkeit ausgegangen werden kann.
Dieser zeitliche Abstand wird bei Ihnen auf jeden Fall positiv zu werten sein.

Auch der Umstand, dass der Wert des oder der Gegenstände noch im unteren Bereich liegt, dürfte zu Ihren Gunsten zu werten sein.
Zuletzt wird sich auch Ihr Geständnis im Rahmen der Strafbemessung positiv auswirken.

Insgesamt dürfte in Ihrem Fall von einer Geldtsrafe auszugehen sein, die sich noch deutlich in einem Bereich unter 90 Tagessätzen bewegt, so dass Sie auch nicht als vorbestraft gelten. Dies wird dann auch nicht in Ihrem Fürhungszeugnis eingetragen werden.

Eine genaue Bemessung der Höhe der Strafe ist mir leider nicht möglich, da neben den genannten Umständen auch noch die persönliche Einschätzung des Richters oder des Staatsanwaltes hinzukommt.
Eine vorsichtige Einschätzung meinerseits anhand meiner bisherigen Erfahrungen dürfte sich im Bereich um 40 bis 50 Tagessätze als Strafe bewegen. Dies kann ich Ihnen jedoch nicht versprechen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort behilflich sein konnte. Sie können bei weiteren Fragen gerne die Nachfragefunktion nutzen.
Für eine kurze Bewertung meiner Antwort wäre ich Ihnen sehr verbunden udn bedanke mich hierfür bereits im Voraus bei Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Bianca Vetter, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 16.10.2015 | 00:46

Sehr geehrte Frau Vetter,

vielen Dank für Ihre Antwort. Sie haben mir damit schon sehr geholfen. Sie sagen, dass ein Geständnis positiv zu werten ist. Habe ich denn einen Einfluss auf das weitere Geschehen?? (Angebot einer Zahlung oder für einen gemeinnützigen Zweck - oder liegt das ab jetzt allein im Ermessen des Staatanwalts, der aufgrund der Strafanzeige agiert?)
Ich habe an die Filiale ein Entschuldigungsschreiben geschickt plus dem Angebot, dass ich für den entstandenen Schaden aufkomme und den Wert des entwendeten Artikel bezahlen möchte, um bis zum Eintreffen des Briefes vom Staatsanwalt im Vorraus etwas tun zu können. Die späte Einsicht ist zwar "einfach", aber dennoch momentan die einzige Möglichkeit für mich oder?...Wie hoch ist denn ein Tagessatz? Ist das eine Pauschale oder ein Teil des derzeitigen Einkommens? Besten Dank für diese Option der Nachfrage und Ihre Antwort im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.10.2015 | 08:36

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte.

Zunächst zu der Möglichkeit noch in das weitere Geschehen eingreifen zu können.

Hier gibt es in der Tat die Möglichkeit zu versuchen, dass das Ermittlunsgverfahren, also das Verfahren zwischen der Anzeigeerstattung und der Entscheidung der Staatsanwaltschaft über eine Anklage oder die Festlegung einer Strafe im Strafbefehl, gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt werden könnte.

Insofern sollten Sie, sofern noch nicht geschehen, bei Ihrer Aussage bei der Polizei dies gleich zum Ausdruck bringen. Denn als Beschuldigte werden Sie von der Polizei angehört und vernommen. Sie sind nicht verpflichtet bei der Polizei Angaben zu machen. Aber ein Geständnis und die von Ihnen bereits unternommene Wiedergutmachung bei dem Geschäft würden positiv gewertet werden, wenn dies auch bei der Polizei ausgesagt wird.

Zudem sollten Sie direkt mit dem Sachbearbeiter bei der Staatsanwaltschaft Kontakt aufnehmen, wenn die Ermittlungen der Polizei abgeschlossen sind, und diesem Ihre Bitte nach einer Einstellugnsmöglichkeit äußern. Die Polizei kann Sie hierüber informieren und Ihnen evenutell auch das Aktenzeichen der Staatsanwaltschaft geben. Ansonsten genügt auch die Angabe des Geschäftszeichens der Polizei, um den richtigen Sachbearbeiter herauszufinden.
Insgesamt ist eine schrifltiche Äußerung hierzu sinnvoll, wenn zuvor eine telefonische Rücksprache mit dem Sachbearbeiter bei der Staatsanwaltschaft erfolgt ist.


Ihre weite Frage nach der Höhe des Tagessatzes möchte ich ebenfalls beantworten:
Ein Tagessatz bestimmt sich nach Ihrem monatlichen Nettoeinkommen. Das heißt Ihr Einkommen nach Abzug aller Steuern und den Sozialversicherungsabgaben.
Zudem werden monatliche Schulden und Unterhaltszahlungen in Abzug gebracht.
Der sodann entstandene Restbetrag wird sodann durch 30 (für die 30 Tage eines Monates) geteilt und somit hat man die Tagessatzhöhe ermittelt.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit der Beantwortung Ihrer Nachfrage behilflich sein konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Bianca Vetter, Rechtsanwältin

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