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2Hauptwohnsitze in D und Ö, wie kann ich mich absichern, dass alles 'rechtens' ist?

21.11.2016 01:24 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Ich wohne und arbeite seit 2002 in Österreich und habe seitdem keinen Wohnsitz mehr in Deutschland, da mir ein Wohnsitz in Deutschland verwehrt wurde als ich nach Österreich umzog.
Nun lebt mein Verlobter (er ist Deutscher) in Deutschland und ich halte mich ziemlich genau die Hälfte des Jahres dort auf. Ich arbeite weiterhin in Österreich und führe auch hier zu 100%
meine Steuern ab.
Nun möchte ich meinen (Haupt-)Wohnsitz endlich wieder in Deutschland anmelden, da ich gelesen habe, dass inzwischen sehr wohl ZWEI Hauptwohnsitze in zwei EU-Ländern möglich sind.

1.) Stimmt das?
2.) Wenn nicht, ich mich aber an beiden Standorten ziemlich genau gleich oft aufhalte - woher soll ich dann sonst entscheiden können welcher mein Hauptwohnsitz sein soll?
3.) Kann ich ein Auto sowohl auf einen Haupt- als auch auf einen Nebenwohnsitz anmelden bzw. falls nicht - müsste ich dann mein importiertes Auto wieder EXportieren um es auf meinen Hauptwohnsitz in D anzumelden? Was aber wenn ich dann - was der Fall wäre - damit genauso oft in Ö unterwegs wäre? Wäre eine Zulassung in D bei 50/50-Aufenthalt in beiden Ländern erlaubt?
4.) Falls mein Hauptwohnsitz in D wäre, ich aber weiterhin in Ö arbeite - muss ich dann eine doppelte Steuererklärung machen bzw. entstehen steuerliche Nachteile dadurch?
5.) Welche Dokumente werden für eine (Haupt-)Wohnsitzanmeldung in D benötigt?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Melderechtlich ist es inzwischen grundsätzlich wohl möglich einen Hauptwohnsitz in Deutschland und einen Hauptwohnsitz im EU-Ausland, z.B. Österreich, zu unterhalten. Es wäre nur nicht möglich, in einem der Länder zwei Hauptwohnsitze zu haben. Jeder weitere Wohnsitz neben dem Hauptwohnsitz würde in diesem Fall als Nebenwohnsitz gelten. Hinsichtlich der KfZ-Versicherung ist allerdings zu bedenken, dass die Versicherer in der Regel nur dann Versicherungsschutz uneingeschränkt gewähren, wenn das Fahrzeug außerhalb des angemeldeten Landes (also Zulassungsland des Kfz) sich nicht länger als 180 Tage im Jahr aufhält. Würden Sie das Kfz demnach in Deutschland anmelden und aber länger als 180 Tage sich mit dem Fahrzeug in Österreich aufhalten, könnte es ggf. zu Problemen im Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls kommen, wobei die Versicherung natürlich nachweisen müßte, dass sich das Kfz tatsächlich länger als 182 Tage im Ausland aufgehalten hat. Hinsichtlich der Einkommensteuer ist zudem zu beachten, dass ein Hauptwohnsitz in zwei Ländern grundsätzlich dazu führen kann, dass man auch grundsätzlich in beiden Staaten unbeschränkt steuerpflichtig ist. Daher ist es wichtig, dass das zwischen beiden Staaten vereinbarte Doppelbesteuerungsabkommen Anwendung findet und dieses bei der Steuererklärung beachtet wird. Dadurch wird grundsätzlich auch innerhalb der EU im Anwendungsfall eine doppelte Besteuerung von Einkommen vermieden. Da es oftmals selten ist, dass sich Personen exakt die gleiche Anzahl von Tagen in dem einen und dem anderen Land aufhalten, wäre in der Regel eine geeignete Option, in einen der beiden Länder den Nebenwohnsitz zu wählen. Auch erzielen Sie Ihr Haupteinkommen nur in einem der beiden Staaten. Das Kfz würde dann auf den Hauptwohnsitz zugelassen werden müssen, könnte dann aber unter Beachtung der obigen Regel grundsätzlich auch im EU-Ausland versicherungstechnisch unbedenklich gefahren werden.
Für die Wohnsitzanmeldung benötigen Sie grundsätzlich immer ein Ausweispapier (Personalausweis / ggf. Reisepass), ggf. Miet- oder Kaufvertrag, Personenstandsurkunde (Geburtsurkunde, ggf. Heiratsurkunde), und sofern Sie ein Haus oder Wohnung anmieten, eine Wohnungsgeberbestätigung des Vermieters. Auch halten die Gemeinden in der Regel ein jeweiliges Anmeldeformular vor, dass auszufüllen wäre.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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