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§249 BGB - Teppichboden in


| 10.03.2005 18:02 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Wir sind zum 01.01.1999 in eine Wohnung eingezogen, in der zu diesem Zeitpunkt ein komplett neuer Teppichboden verlegt worden ist.

Zu dieser Wohnung gehört ein Abstellraum, welcher auch als solcher im Mietvertrag ausgeschrieben ist und als Ersatz für nicht vorhandene Kellerräume dienen soll. Auch dieser Raum ist zum 01.01.1999 mit einem neuen Teppichboden ausgestattet worden.

Der Auszug aus der Wohnung erfolgte zum 01.12.2004.

Da wir diesen Abstellraum auch tatsächlich als Kellerersatz genutzt haben, ist folgendes passiert:

Eine auf dem Teppichboden abgestellte Werkzeugkiste aus Metall hat mit der Zeit angefangen zu rosten. Dieser Rost hat die Farbe aus dem Teppich förmlich ´herausgesaugt´, so dass ein Fleck von ca. 40x40cm entstanden ist.

Aus Sicht des Vermieters war der Schaden so hoch, dass der komplette Teppichboden dieses Raumes (ca. 13m²) zu einem Rechnungsbetrag von €512,53! ausgetauscht worden ist.

Der Vermieter hat die von uns hinterlegte Kaution in Höhe von €647,90 komplett einbehalten.

Diesen Vorfall und noch einen zweiten Schaden (beim Auszug beschädigter Türrahmen) in Höhe von €380,48 haben wir unserer Haftpflichtversicherung gemeldet.

Diese hat einen Betrag in Höhe der Kaution erstattet, da sie sich auf §249 BGB (alt für neu) bezieht. Die Überweisung erfolgte direkt an uns.

Der Vermieter besteht nun aber auf einen Ausgleich des noch offenen Betrages und stellte folgende ´Schlußrechnung´:

beschädigte Tür 380,48
beschädigter Teppichboden 512,53
abzgl. einbehaltene Kaution 647,90

Restforderung 215,11

Die Fragen sind nun:

Können wir uns ebenfalls auf diesen Paragraphen beziehen, um die Restforderung zu umgehen?

Ist nicht zu bedenken, dass eine deartige Abnutzung in einem ´Kellerraum´ durchaus vertretbar ist?
Sollte man in so einem Raum nicht generell auf das Verlegen eines Teppichbodens verzichten?

Der Teppichboden war exakt 6 Jahre alt. Kann man eine derartige Abnutzung nach dieser Zeit vertreten? (nicht sehr hochwertige Qualität des Teppichbodens).

Wie können wir dem Vermieter gegenüber am besten argumentieren, dass die Forderung unbegründet ist?

Vielen lieben Dank für Ihre Mühen.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst ist festzustellen, daß dem Vermieter ein Schadensersatzanspruch wegen Beschädigung des Teppichbodens und des Türrahmens zusteht, wenn Sie die Schäden verursacht haben. Das ist nach Ihrer Schilderung unstreitig.

Die Höhe des Schadensersatzanspruches richtet sich allerdings nach dem Alter der beschädigten Gegenstände, denn der Vermieter darf Ihnen nur den Wert in Rechnung stellen, den Teppichboden und Türrahmen bei Berücksichtigung ihres Alters noch hatten. Es ist also ein Abzug "neu für alt" vorzunehmen.

Die Rechtsprechung geht bei einem Teppichboden normaler Art und Güte von einer Lebensdauer von 10 Jahren aus, so daß der beschädigte Boden noch einen Wert von 4/10 des Anschaffungspreises gehabt haben wird. Hat also der Vermieter einen gleichwertigen Teppichboden verlegt, werden Sie nur 4/10 des Rechnungsbetrages zu zahlen haben, also ca. € 205,01.

Bei dem Türrahmen geht aus Ihrer Frage nicht hervor, ob dieser komplett ersetzt wurde, oder nur fachmännich repariert. Im ersten Fall würde hier auch ein Abzug neu für alt vorzunehmen sein, abhängig vom Alter des Rahmens und des Materials.

Selbst wenn man aber die Kosten für den Türrahmen in voller Höhe anerkennt, ergibt sich unter Addition der € 205,01 für den Teppich, daß der Kautionsbetrag nicht ganz erreicht wird und auf keinen Fall eine darüber hinausgehende Forderung des Vermieters besteht.

Ihr Vermieter wird also nichts mehr von Ihnen fordern können. Dies sollten Sie ihm mit den obigen Argumenten auch so erläutern und eine Zahlung verweigern.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.03.2005 | 18:32

Sehr geehrter Herr Schwartmann,

vielen Dank für diese zügige und für mich vollends zufriedenstellende Antwort :)

Der Türrahmen wurde komplett erneuert und hatte ein alter von ca. 20 Jahren... *g*

Mit freundlichem Gruß
Der Rechtssuchende

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.03.2005 | 20:30

In diesem Fall dürfte unter Umständen sogar noch ein Guthaben aus der Kaution zu Ihren Gunsten verbleiben, welches Ihr Vermieter an Sie auszuzahlen hat.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann

Bewertung des Fragestellers |


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