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2 Testamente, welches ist gültig

18.03.2013 19:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Tag,

die Mutter meiner Frau ist im letzten Jahr verstorben. Es sind 2 offene Testamente vorhan -den, beide handschriftlich mit Datum und Unterschrift der Erblasserin, die dem Nachlass -gericht vorgelegt sind. Das erste Testament mit Datum vom Jan. 2002 wurde von der Schwester der Verstorbenen, das zweite mit Datum Aug. 2002 von meiner Frau nach Auffinden, nachträglich, nach Eröffnung des 1.Testaments eingereicht. Beide Testamente sind durch das Nachlassgericht eröffnet.Meine Frau ist als Alleinerbin eingesetzt und hat Vermächtnisse zu erfüllen.
Im 1. Testament sind unter anderem Vermächtnisse zur Zahlung einer bestimmten Summe X an Verwandte aufgeführt, sowie weitere Zahlungen an gemeinnützige Vereine.
Im späteren, nachträglich gefundenen und eröffneten Testament sind die Vermächtnisse gegenüber dem 1.Testament z. T. nicht mehr aufgeführt oder die Geldzahlung ist herabgesetzt.
Die im ersten und im zweiten Testament Bedachten sind durch das Nachlassgericht über das Vermächtnis informiert und haben sich gemeldet. Die im 1. Testament mit einem Geldbetrag Bedachten bestehen auf den höheren Betrag.
Meine Fragen:
Welches Testament ist gültig und welche Vermächtnisse sind mit welchem Betrag zu erfüllen?
Wie bzw.auf was kann sich meine Frau bei evtl.verminderten oder entfallen Anspruch der Parteien berufen?

Mit freundlichen Grüssen und vielen Dank

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich weise Sie darauf hin, dass diese Onlineberatung lediglich einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dienen und ein persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt nicht ersetzen soll.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung zur Folge haben.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Frage unter Berüchsichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und Ihres Einsatzes wie folgt:

__________________


Der Erblasser hat gemäß § 2258 I BGB die Möglichkeit, ein Testament zu widerrufen, indem er ein neues Testament mit widersprechendem Inhalt errichtet.

Ob dies der Fall ist, wäre durch Auslegung des späteren Testaments ggf. unter Hinzuziehung des früheren Testaments zu klären. Entscheidend ist hierbei der tatsächliche Wille des Erblassers im Zeitpunkt der Errichtung des späteren Testaments.

Ist das spätere Testament z.B. völlig neu verfasst und enthält eine Nennung von Erben und Vermächtnisnehmern, so spricht viel dafür, dass das frühere Testament widerrufen werden und lediglich das spätere Testament gelten sollte. Auch würde für einen Widerruf sprechen, wenn Vermächtnisse in gleicher Höhe erneut genannt wären. In diesem Fall gilt ausschließlich das spätere Testament. Die in einem solchen Testament nicht mehr aufgeführten Personen hätten auch keinen Anspruch gegen den Erben.

Enthält das spätere Testament keine erneute Nennung eines Erben und bei den Vermächtnissen Formulierungen wie z.B. "... soll nur noch ... erhalten", dann spricht mehr dafür, dass dieses Testament das frühere Testament lediglich modifizieren sollte. Auch Bezugnahmen auf das frühere Testament würden hierfür sprechen.

Eine genauere Auslegung erfordert den kompletten Wortlaut der Testamente.

Angenommen, das spätere Testament ist als Widerruf des früheren Testaments zu vertehen, so kann die Erbin die Anspruchsteller hierauf verweisen und die über den Inhalt des späteren Testaments hinausgehenden Forderungen ablehnen.

__________________


Ich hoffe, Ihre Anfrage zunächst hinreichend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein oder sollten noch Unklarheiten bestehen so benutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen

Jens Lehmann
Rechtsanwalt
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