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2. Forderung von Vodafone - Vergleich anstreben?

02.12.2016 05:19 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Roger Neumann


ich schreibe Ihnen wegen eines Alten Handyvertrages meiner Nichte , die sich derzeit in einer psychiatrischen Klinik befindet (sie ist selbstmordgefährdet).
Normalerweise erledigt meine Mama die Post in dieser Zeit, aber aufgrund des Alters meiner Mama ist sie mit solchen Dingen überfordert und bat mich um Hilfe.

Folgender Fall liegt vor:
Meine Nichte hat vor einigen Jahren (muss wohl 2008 oder 2009 gewesen sein) dummerweise 2 Handyverträge bei Vodafone abgeschlossen. Einen für sich und einen für ihren damaligen Freund. Damals war sie etwa 20 Jahre alt. Wohnort des Paares damals war Horb am Neckar. Als sie sich von ihrem Freund trennte, zog sie wieder nach Hause zu meiner Mama, bei der sie aufwuchs, da sie keine Arbeit und somit auch kein Einkommen hatte. Die monatliche Gebühr wurde vor dem Umzug wahrscheinlich schon nicht mehr bezahlt und so lies auch ein Inkassobüro nicht lange auf sich warten,um die Forderung einzutreiben, aber anscheinend nur für einen Vertag.
Damaliges Inkassobüro: BFS risk & collection GmbH in 33405 Verl
Später dann Rechtsanwalt Andreas Schneider in 33335 Gütersloh
Von genanntem Rechtsanwalt musste wohl der Vollstreckungsbescheid veranlasst worden sein, der mit 11.01.2010 datiert ist.
Diese Forderung wurde dann auch in monatlichen Raten bezahlt und im Mai 2013 die Restsumme von 546,85 €, also insgesamt 2546,85 €.
Angemahnt wurde laut Vollstreckungsbescheid eine Summe von 1776,17 € dazu Mahnkosten, Gebühren usw, was sich dann zu einer Summe von 2366,92 € summierte.
Den Titel hat meine Nichte dann in einem Schreiben erhalten, auf dem sonderbarerweise nicht "Schuldnertitel " steht, sondern nur ein maschinelles Schreiben mit der Überschrift: Forderung der Vodafone GmbH und die Bestätigung, dass die Forderung erloschen sei.

Nun kam am 25.11.2016 (datiert mit 23.11.2016) eine neuerliche Forderung mit der Titulierung:
Ihr Schuldtitel vom 16.02.2010 der Vodafone GmbH
In diesem Schreiben wird eine Summe von 3072,94 € angemahnt, die bis 30.11.2016 bezahlt werden soll oder zumindest die 1. Rate.
Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass 30 Jahre vollstreckt werden könne und ebenfalls mit Zwangsvollstreckung gedroht.
Komischerweise wird noch ein Betrag von 9,00 € aufgeführt, der wegen angeblichen Adressermittlung (am 16.11.2016) angefallen sein soll. Dabei war doch die Anschrift schon im Januar 2010 bekannt, denn der Vollstreckungsbescheid wurde ebenso wie das Schreiben des Anwaltes an die jetzige Adresse geschickt.

Wie bereits erwähnt befindet sich meine Nichte derzeit ja in psychiatrischer Behandlung, ist desweiteren Arbeitslos und hat auch kein sonstiges Einkommen. Auch Hartz 4 nicht.
Aus diesem Grund nahm ich am 28.11.2016 mit dem Inkassobüro telefonisch Kontakt auf und erklärte den Fall. Gleichzeitig bat ich um einen Vergleich, aber es wurde nur die Summe von 2700,00 € genannt, welche dann auch sofort zu entrichten wäre. Sollte dieser Betrag nicht bezahlt werden, könne ich ja von der Klinik ein Attest schicken, mit der Begründung, warum meine Nichte sich nicht selbst meldet. Dazu dann ein Ratenzahlungsangebot. Ich wies darauf hin, dass dies dem Datenschutz unterliege und meine Nichte laut Arzt von allen Dingen, die Rückfälle hervorrufen könnten, ferngehalten werden sollte. Auch wies ich darauf hin, dass nicht abzusehen sei, wie lange sie stationär behandelt werden müsse.
Keine Chance, entweder die Summe in einem bezahlen oder eben alle Nachweise mit Ratenzahlungsangebot und 1. Zahlung, war die Antwort.
Außerdem hätte man bisher auf kein Schreiben reagiert. Kann man auch nicht, wenn keines je bei meiner Nichte angekommen ist.
Wäre die Frage im Raum, an welche Adresse und welchen Namen die angeblichen Schreiben geschickt wurden???
Und warum dann Adressermittlung erst jetzt, wenn doch schon angeblich Post an jetzige Adresse geschickt worden sein soll???

Hierbei handelt es sich um das Inkassobüro: infoscore Forderungsmanagement GmbH in 33405 Verl, welches vorher den Namen BFS risk & collection GmbH trug.
Auch das jetzige Schreiben wurde nur maschinell erstellt.
Ebenfalls sind die Aktenzeichen fast identisch.
Soll ich versuchen einen Vergleich bzw. eine feste Summe anzustreben und wie kann ich das am Besten formulieren?
Ich hoffe, Sie können mir bzw. meiner Nichte weiterhelfen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Ich fasse den Inhalt der sehr langen Frage noch einmal kurz zusammen:

Gegen Ihre Nichte bestanden zwei titulierte Forderungen der Firma Vodafone. Die erste Forderung ist in voller Höhe beglichen und damit erloschen, die zweite Forderung besteht noch in Höhe von etwas über 3000,- €.

2. Ich halte Ihren Vorschlag, sich mit der Gegenseite zu einigen für gut. Wahrscheinlich ist es auch ökonomisch das sinnvollste.

Zwar hätte die Firma Vodafone aktuell keinerlei Vollstreckungsmöglichkeiten, denn ich gehe davon aus, dass Ihre Nichte nicht nur kein Einkommen sondern auch kein Vermögen hat.

Andererseits ist der Schuldtitel 30 Jahre wirksam und die Gegenseite könnte immer wieder Vollstreckungsversuche unternehmen. Das wäre zum einen Belastung, zum anderen besteht ja durchaus die Möglichkeit, dass sich die Einkommens- und Vermögensverhältnisse Ihrer Nichte noch einmal ändern.

Dem könnte zwar durch die sogenannte Verbraucherinsolvenz entgangen werden. Dabei handelt es sich allerdings um ein jahrelanges Verfahren, das nicht nur Vorteile hat. Wegen einer Forderung von insgesamt etwas über 3000,- € wird man eher nicht in die Verbraucherinsolvenz gehen. Wenn also die Schulden bei Vodafone die einzigen oder jedenfalls die wesentlichen Schulden Ihrer Nichte sind, bleibt es dabei, dass Ihr Weg der richtige ist.

Was die Höhe der Forderung angeht, so sind möglicherweise in der Forderungsaufstellung unberechtigte Positionen enthalten, wie zum Beispiel die Kosten der Adressermittlung. In aller Regel sollte es kein Problem sein, die Forderung um diese Positionen zu reduzieren. Da ist der Inkassofirma im Zweifel selbst klar, dass sie sich auf dünnem Eis bewegt. Natürlich handelt es sich hierbei im Verhältnis zur Gesamtforderung eher um eine Marginalie.

3. Kommen wir nun zu der Frage, wie Sie eine Einigung mit der Gegenseite erzielen können.

Grundsätzlich können Sie mit der Gegenseite auch wirksam einen Vertrag zugunsten Dritter (also zugunsten Ihrer Nichte) abschließen, ohne dass Ihre Nichte überhaupt mitwirkt. Besser ist es aber erfahrungsgemäß, wenn Sie eine Vollmacht Ihrer Nichte vorlegen können. Natürlich würden Sie Ihre Verhandlungsposition zudem verbessern, wenn Sie die Einkommens- und Vermögensverhältnisse und den Gesundheitszustand Ihrer Nichte schildern und auch (z.B. durch Attest) nachweisen könnten.

Mein Vorschlag wäre, wie folgt vorzugehen: Schildern Sie so gut wie möglich die Gesamtsituation Ihrer Nichte. Formulieren Sie dann ungefähr wie folgt:

"Ich bin als Tante nicht verpflichtet, Forderungen meiner Nichte zu begleichen. Trotzdem würde ich - ausschließlich um ihr zu helfen - einen einmaligen Betrag in Höhe von … an Sie zahlen, wenn damit die Angelegenheit endgültig erledigt ist. Bitte bestätigen Sie mir schriftlich, dass mit der Zahlung dieses Betrages die Forderung der Firma Vodafone GmbH gem. Ihrem Brief vom 23.11.2016 endgültig erloschen ist und dass weitere Forderungen der Firma Vodafone gegen meine Nichte nicht bestehen. Sobald mir diese Bestätigung vorliegt, werde ich den Betrag umgehend an Sie zahlen."

Sollte die Gegenseite den von Ihnen vorgeschlagenen Betrag als zu niedrig zurückweisen, macht sie meist ein Gegenangebot. Wenn das nicht der Fall ist, können Sie danach fragen, wo für die Gegenseite die "Schmerzgrenze" ist. Es ist dann Ihre Entscheidung, ob Sie akzeptieren.

Mehr können Sie für Ihre Nichte nicht tun.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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