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19 Stunden Flugverspätung

| 09.04.2010 16:13 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Hallo,

Am 16.03.2010 sollte um 23:50Uhr unser Condor Flug von Frankfurt nach Colombo planmässig starten. Check in lief alles ok, wir waren für ca. 2 1/2 Stunden sitzend im Flieger dann wurde uns mitgeteilt das es beim betanken Probleme gab und eine Treibstoffdüse defekt sei und sie evt. einen neuen Flieger zur Verfügung stellen. Also mussten wir alle aussteigen und uns wurde gesagt das es dann am Gate ein Verpflegungswagen kommt der uns wenigstens etwas zu trinken anbietet. Die Verpflegung gab es nicht, wir waren wie bereits erwähnt seit über 3 Stunden ohne etwas zu trinken (was zu kaufen ist nach Mitternacht auch in Frankfurt nicht möglich). Darauf hin wurde eine neue und grössere Maschine zur Verfügung gestellt..und was dann passiert ist kann man in Worten fast nicht beschreiben..die Inkompetenz der Condor Boden Crew ist nicht zu toppen!! Durch den Massenaufstand der Fluggäste wurde dann letztendlich um 5 Uhr morgends bekannt gegeben das die Crew jetzt über ihre Flugzeit ist und wir in ein Hotel gebracht werden, die neu angesetzte Startzeit wurde auf den 17.03. auf 18Uhr festgelegt. Nachdem sich die Gäste alleine und ohne irgendwelche Hilfe letztendlich im Steigenberger Hotel eingefunden haben wurde uns nichts für die Nacht bereitgestellt..weder Zahnbürsten etc..um 8uhr am morgen wurde Frühstück serviert und um 12 Uhr Mittag Essen.
Uns wurde eine offizielle Flugverspätungsschreiben in die Hand gedrückt und das wars....Durch die Verspätung haben wir natürlich auch einen Tag bzw zwei tage in einer Ayurveda Klinik verloren. Wie schaut es mit einer entsprechenden Entschädigung aus. Wir haben den Flug direkt gebucht und das Hotel auch ohne einen Reiseveranstalterdirekt gebucht.
Vielen Dank für die Hilfe
09.04.2010 | 17:04

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre gestellte Frage beantworte ich wie folgt:

Die Verordnung (EG) 261/2004 regelt die Rechte der Fluggäste bei Flugverspätungen.

Nach Art. 6 der VO gilt bei Verspätungen Folgendes:
(1) Ist für ein ausführendes Luftfahrtunternehmen nach vernünftigem Ermessen absehbar, dass sich der Abflug
a) bei allen Flügen über eine Entfernung von 1500 km oder weniger um zwei Stunden oder mehr oder
b) bei allen innergemeinschaftlichen Flügen über eine Entfernung von mehr als 1500 km und bei allen anderen Flügen über eine Entfernung zwischen 1500 km und 3500 km um drei Stunden oder mehr oder
c) bei allen nicht unter Buchstabe a) oder b) fallenden Flügen um vier Stunden oder mehr
gegenüber der planmäßigen Abflugzeit verzögert, so werden den Fluggästen vom ausführenden Luftfahrtunternehmen
I) die Unterstützungsleistungen gemäß Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe a) und Absatz 2 angeboten,
II) wenn die nach vernünftigem Ermessen zu erwartende Abflugzeit erst am Tag nach der zuvor angekündigten Abflugzeit liegt, die Unterstützungsleistungen gemäß Artikel 9 Absatz 1 Buchstaben b) und c) angeboten und,
III) wenn die Verspätung mindestens fünf Stunden beträgt, die Unterstützungsleistungen gemäß Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe a) angeboten.
(2) Auf jeden Fall müssen die Unterstützungsleistungen innerhalb der vorstehend für die jeweilige Entfernungskategorie vorgesehenen Fristen angeboten werden.

Mit Urteil vom 18.02.2010, Az.: Xa ZR 95/06 , hat der BGH darüber hinaus entschieden, dass den Fluggästen auch Ausgleichsansprüche gem. Art. 7 der VO zustehen, sofern die Verspätung nicht auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht. Sie können daher von dem Luftfahrtunternehmen in diesem Fall nach Ihrer Schilderung einen pauschalen Schadensersatz von 600,00 EUR pro Person verlangen.

Die Geltendmachung eines weitergehenden Schadensersatzes ist theoretisch möglich, z.B. für die entgangenen Tage im gebuchten Hotel. Dazu müsste dann aber ergänzend eine Pflichtverletzung des Luftfahrtunternehmens und die Höhe des entstandenen Schadens nachgewiesen werden. Die Flugverspätung stellt noch keinen Mangel der Beförderungsleistung dar; BGH, Urteil vom 28.05. 2009, Az.: Xa ZR 113/08 .

Eine Entschädigung kann dann nicht verlangt werden, wenn außergewöhnliche Umstände zu der Verspätung geführt haben. Sie geben an, es habe technische Defekte gegeben.

Technische Defekte, wie sie beim Betrieb eines Flugzeugs gelegentlich auftreten können, begründen für sich gesehen keine außergewöhnlichen Umstände, die das Luftfahrtunternehmen von der Verpflichtung befreien können, bei einer aufgrund des Defekts erforderlichen Annullierung des Flugs die nach Art. 7 der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 vorgesehene Ausgleichszahlung zu leisten. Dies gilt auch dann, wenn das Luftfahrtunternehmen alle vorgeschriebenen oder sonst bei Beachtung der erforderlichen Sorgfalt gebotenen Wartungsarbeiten frist- und ordnungsgemäß ausgeführt hat; vgl. BGH, Urteil vom 12.11.2009, Az.: Xa ZR 76/07 .

Sie sollten daher die Ausgleichszahlung iHv. 600,00 EUR pro Person beanspruchen und diese Forderung schriftlich gegenüber dem Luftfahrtunternehmen geltend machen. Die Durchsetzung weitergehender Ansprüche ist nicht ausgeschlossen, aber praktisch schwierig.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt






Bewertung des Fragestellers 11.04.2010 | 07:57

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