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183-Tage im Ausland - Steuern?

| 26.03.2016 14:12 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung:

Steuerliche Behandlung des Arbeitslohns nach den Doppelbesteuerungsabkommen

Hallo,
Ich lebe derzeit im nichteuropäischen Ausland wo ich als Selbständiger tätig bin (Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland besteht). Ab Juli ziehe ich nach Deutschland um und arbeite dort als Angestellter bei einer deutschen Firma.
Insgesamt gehe ich davon aus, dass ich in diesem Jahr über 183 Tage im Ausland verbringen werde. Greift für mich die 183-Tage Regelung? In welchen Land muss ich die Steuer abführen?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Um Ihre Fragen genau beantworten zu können muss man wissen, um welchen Staat es sich handelt. Die Regelung über die Besteuerung des Einkommens aus nichtselbständiger Arbeit (als Angestellter) findet man in der Regel im Art. 15 der Doppelbesteuerungsabkommens (DBA). Des weiteren muss man klären, wo sich Ihr Ansässigkeitssaat ist (Ausland oder Deutschland). Die Regelungen hierfür sind ebenfalls in DBA zu finden. Ich gehe mangels o.g. Angaben von dem OECD-Musterabkommen 2010
http://www.kompetenzzentrum-steuerrecht.de/v1/cms/upload/SPB6/WS_14_15/OECD-MA_2010.pdf
Dort wird im § 15 geregelt:
„Einkünfte aus unselbständiger Arbeit.
(1) Vorbehaltlich der Artikel 16, 18 und 19 können Gehälter, Löhne und ähnliche Vergütungen, die eine in einem Vertragsstaat ansässige Person aus unselbständiger Arbeit bezieht, nur in diesem Staat besteuert werden, es sei denn, die Arbeit wird im anderen Vertragsstaat ausgeübt. Wird die Arbeit dort ausgeübt, so können die dafür bezogenen Vergütungen im anderen Staat besteuert werden".
D.h.: Grundsatz ist die Besteuerung im Tätigkeitsstaat (hier wäre D) egal ob Sie in D oder Ausland ansässig sind
„(2) Ungeachtet des Absatzes 1 können Vergütungen, die eine in einem Vertragsstaat ansässige Person für eine im anderen Vertragsstaat ausgeübte unselbständige Arbeit bezieht, nur im erstgenannten Staat besteuert werden, wenn a) der Empfänger sich im anderen Staat insgesamt nicht länger als 183 Tage innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten, der während des betreffenden Steuerjahres beginnt oder endet, aufhält und b) die Vergütungen von einem Arbeitgeber oder für einen Arbeitgeber gezahlt werden, der nicht im anderen Staat ansässig ist, und c) die Vergütungen nicht von einer Betriebstätte getragen werden, die der Arbeitgeber im anderen Staat hat".
D.h. bleiben Sie im Ausland ansässig und halten Sie sich über 183 Tage innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten auf, werden Ihre Einkünfte aus D im Ausland besteuert.

Die Ansässigkeit wird Art. 4 wie folgt definiert:
„Ansässige Person. (1) Im Sinne dieses Abkommens bedeutet der Ausdruck „eine in einem Vertragsstaat ansässige Person" eine Person, die nach dem Recht dieses Staates dort auf Grund ihres Wohnsitzes, ihres ständigen Aufenthalts, des Ortes ihrer Geschäftsleitung oder eines anderen ähnlichen Merkmals steuerpflichtig ist, und umfasst auch diesen Staat und seine Gebietskörperschaften[1] . Der Ausdruck umfasst jedoch nicht eine Person, die in diesem Staat nur mit Einkünften aus Quellen in diesem Staat oder mit in diesem Staat gelegenem Vermögen steuerpflichtig ist.
(2) Ist nach Absatz 1 eine natürliche Person in beiden Vertragsstaaten ansässig, so gilt Folgendes: a) Die Person gilt als nur in dem Staat ansässig, in dem sie über eine ständige Wohnstätte verfügt; verfügt sie in beiden Staaten über eine ständige Wohnstätte, so gilt sie als nur in dem Staat ansässig, zu dem sie die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat (Mittelpunkt der Lebensinteressen); b) kann nicht bestimmt werden, in welchem Staat die Person den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen hat, oder verfügt sie in keinem der Staaten über eine ständige Wohnstätte, so gilt sie als nur in dem Staat ansässig, in dem sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat; c) hat die Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt in beiden Staaten oder in keinem der Staaten, so gilt sie als nur in dem Staat ansässig, dessen Staatsangehöriger sie ist; d) ist die Person Staatsangehöriger beider Staaten oder keines der Staaten, so regeln die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten die Frage in gegenseitigem Einvernehmen. (3) Ist nach Absatz 1 eine andere als eine natürliche Person in beiden Vertragsstaaten ansässig, so gilt sie als nur in dem Staat ansässig, in dem sich der Ort ihrer tatsächlichen Geschäftsleitung befindet."
Zu beachten ist außerdem für die Anwendung der 183-Tage Regelung, ob im konkreten DBA auf einen Zeitraum von zwölf Monaten oder ein Kalenderjahr abgestellt wird.
Daher Antwort auf Ihre Fragen:
1. Greift für mich die 183-Tage Regelung? 2. In welchen Land muss ich die Steuer abführen?
Man muss das nach einschlägigem DBA prüfen
Hier ist die weiterführende Information
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Internationales_Steuerrecht/Allgemeine_Informationen/2014-11-12-steuerliche-behandlung-arbeitslohn-doppelbesteuerungsabkommen.pdf?__blob=publicationFile&v=1





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 28.03.2016 | 21:32

Hallo Frau Zelinskij-Zunik,

vielen Dank für Ihre Antwort. Leider konnte ich aus Ihrer Darlegung die Antwort auf meiner Frage nicht vollständig entnehmen.
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, muss man in diesem Sachverhalt die Einkünfte aus nichtselbständiger und selbständiger Tätigkeit unterscheiden.
Bei nichtselbständiger Tätigkeit gibt es zwei sich gegenseitig ausschließende Varianten: (1) und (2).
Bei selbständiger Tätigkeit ist die Antwort meines Erachtens ganz ausgeblieben.
Im welchen Land muss ich die Steuern für Einkünfte aus nichtselbständiger und selbständiger (!) Tätigkeit abgeben, wenn gilt:
- Ich bin in beiden Ländern gemeldet (Deutschland und Russland), mein Mittelpunkt der Lebensinteressen ist z.Zt. Russland, da die Familie ebenfalls hier lebt
- Das Gewerbe ist in Russland gemeldet
- Über 183 Tage in diesem Kalenderjahr werden im Russland verbracht
- Ab Juli wird Anstellung bei einem deutschen Arbeitgeber stattfinden, die Arbeit wird hauptsächlich in Deutschland ausgeübt
Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.03.2016 | 21:54

Sehr geehrter Fragesteller,
gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:
1. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, muss man in diesem Sachverhalt die Einkünfte aus nichtselbständiger und selbständiger Tätigkeit unterscheiden.
Richtig

2. Bei nichtselbständiger Tätigkeit gibt es zwei sich gegenseitig ausschließende Varianten: (1) und (2).
Richtig

3. Bei selbständiger Tätigkeit ist die Antwort meines Erachtens ganz ausgeblieben.
Richtig, weil aus Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht hervorgeht, dass Sie Ihre selbständige Tätigkeit weiter ausüben werden (kein Problem, wird nachgeholt, s.u.)

4. Ich bin in beiden Ländern gemeldet (Deutschland und Russland), mein Mittelpunkt der Lebensinteressen ist z.Zt. Russland, da die Familie ebenfalls hier lebt
Folge: Sie sind in Russland ansässig, Art. 4 II a) DBA
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/Staatenbezogene_Informationen/Laender_A_Z/Russische_Foed/1996-12-11-Russische-Foederation-Abkommen-DBA-Gesetz.pdf?__blob=publicationFile&v=3

5. Im welchen Land muss ich die Steuern für Einkünfte aus
5.1. nichtselbständiger
In Russland, Art. 15 II a) DBA
(bei 183 Tage Regelung wird auf einen beliebigen 12 Monate Zeitraum abgestellt)

5.2. und selbständiger (!) Tätigkeit abgeben
In Russland, Art. 14 I DBA
183 Tage Regelung spielt hier keine Rolle


Freundliche Grüße aus München
Zelinskij

Bewertung des Fragestellers 29.03.2016 | 12:26

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