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18-facher Betrug muss ich ins Gefängnis?

30.10.2012 06:52 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo!
Ich bin 30 Jahre alt, verheiratet und habe ein kleines Kind ( 2).
Aus Geldnot habe ich letztes Jahr ein großen Fehler gemacht.
ich habe von Februar bis Dezember über Ebaykleinanzeigen, Kinderwagen verkauft, die ich nicht hatte. 18mal (50-60€ pro Fall). Am Anfang habe ich woanders einen Buggy verkauft und dann den verschickt, aber irgendwann ging das nicht mehr. Ich habe in 15 Fällen das Geld zurück gezahlt, 3 Geschädigte haben mir die Bankverbindung nicht mitgeteilt.
Ich habe das nur aufgrund meiner Schulden gemacht, um Rechnungen zu bezahlen.
Anklageerhebung durch Staatsanwaltschaft erfolgt.

Ich bin nicht vorbetraft und habe drei Arbeitstellen.

Bitte um schnelle Hilfe

Sehr geehrte Ratsuchende,

guten Morgen und vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworten möchte:

Zunächst kann ich Sie beruhigen: Es ist überaus unwahrscheinlich, dass Sie wegen der vorgeworfenen Taten ins Gefängnis müssen.

Sofern Sie in dieser Sache noch nicht rechtsanwaltlich vertreten sind, sollten Sie sich umgehend an einen Strafverteidiger wenden, um eine geeignete Verteidigungsstrategie zu entwickeln. Nur über einen Rechtsanwalt ist es möglich über eine vollständige Akteneinsicht Angriffspunkte in der Anklage ausfindig zu machen.

Sollten Sie hier schuldig gesprochen werden, so wird für Sie vor allem die Strafzumessung eine entscheidende Rolle spielen. Negativ ist bei Ihnen, die Anzahl der Fälle. Der Schaden ist mit ca. 1000 Euro aber nicht so hoch. Positiv ist, dass Sie den Schaden zum Teil wieder gut gemacht haben, sozial eingebunden und nicht vorbestraft sind. Auch ein Geständnis wirkt sich positiv aus. Ob ein solches abgegeben werden sollte, kann man aber erst beurteilen, wenn man den Akteninhalt kennt.

Weiter wird es auch darauf ankommen, wie die Staatsanwaltschaft Ihren Fall einstuft. Als „normalen" Betrug im Sinne des § 263 Abs. 1 StGB oder schon gar als gewerbsmäßigen Betrug nach § 263 Abs. 3 Nr. 1 StGB.

Bei einem normalen Betrug ist die Strafe Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahren, bei einem gewerbsmäßigen Betrug sind es schon mindestens 6 Monate Freiheitsstrafe.

Meines Erachtens liegt hier aber nur ein ( bzw. ein 18 facher ) normaler Betrug vor, so dass auch eine Geldstrafe möglich ist.

Auf eine solche wird es meines Erachtens hinauslaufen. Realistisch ist eine Geldstrafe von ca. 40 – 60 Tagessätzen. Die Höhe des Tagessatzes richtet sich nach Ihrem monatlichen Nettoeinkommen, abzüglich Unterhaltsverpflichtungen durch 30.

Sollten Sie an einen strengen Richter geraten ist auch eine Freiheitsstrafe möglich, welche dann aber zur Bewährung ausgesetzt werden dürfte.

Je nach Sachlage des Falles ist es eventuell auch möglich noch eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Auflage zu erreichen. Dies dürfte wegen der Anzahl der Fälle schwierig werden, versuchen sollte man dies aber. Auch gerade hierfür sollten Sie sich rechtsanwaltlich vertreten lassen, da eine Einstellung durch einen Laien oftmals nicht erreicht werden kann.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen und einen ersten Überblick verschafft.

Mit freundlichen Grüßen aus Achim,

Moritz Kerkmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2012 | 07:41

Guten Morgen!
Erstmal vielen Dank für Ihre Antwort. Also die Staatsanwaltschaft geht von gewerbsmäßigen Betrug aus. Steht so zumindest in der Anklageschrift. Ich habe riesige Angst, ich hatte schon Fehlgeburt und muss seitdem Beruhigungsmittel nehmen. Ab wann ist es denn Gewerbsmäßig und ist es in meinem Fall so? Soll oder muss ich dem Richter von meinem Schuldenproblem erzählen? Wird die Staatsanwältin mich vor Gericht nieder machen? Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.10.2012 | 08:13

Gewerbsmäßig handelt, wer sich aus wiederholter Tatbegehung eine nicht nur vorübergehende, nicht ganz unerhebliche Einnahmequelle verschaffen will.

Ob diese Voraussetzungen vorliegen ist natürlich immer im Einzelfall zu prüfen. Wenn Sie angeben, dass Sie das wegen Ihren Schulden gemacht haben, dürfte sich damit das Merkmal der Gewerbsmäßigkeit nur bestätigen und weiter erhärten.

Selbst wenn man die Gewerbsmäßigkeit bejaht und damit ein besonders schwerer Fall vorliegt dürfte dennoch nur eine Verurteilung zu einer Freiheisstrafe auf Bewährung erfolgen.

Wie der Richter und die Staatsanwaltschaft Sie vor Gericht behandeln, kann ich nicht beurteilen. Es gibt ruhige Zeitgenossen und natürlich auch aufbrausende Charaktere.

Aufgrund der Bedeutung der Sache für Sie kann ich Ihnen nur nochmals empfehlen, sich rechtsanwaltlich vertreten zu lassen.

Ich hoffe, auch Ihre Nachfrage beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Moritz Kerkmann
Rechtsanwalt

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