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15-jähriger, Fahren ohne Führerschein, 1.62 Promille, Unfall. Zahlt die KFZ-Vers.?

29.04.2014 21:56 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Zusammenfassung:

Verkehrsunfall eines minderjährigen alkoholisierten Fahrers, ohne Fahrerlaubnis. Erheblicher Sachschaden am eigenen und Fremdfahrzeugen, sowie die Frage nach Regressmöglichkeiten des Haftpflichtversicherers und es Kaskoversicherers. Sowie die Frage nach einer Höherstufung in beiden Versicherungen.

Mein Mann, seine zwei Söhne, unsere gemeinsame Tochter und ich leben in einem Haushalt. Wir waren 12 Tage im Ausland. In dieser Zeit war meine Mutter zum Aufpassen auf die Kinder in unserem Haus. Meiner Mutter habe ich mein Fahrzeug für diese Zeit überlassen. Der 15-jährige Sohn meines Mannes hat sich in einer Nacht betrunken, hat die Schlüssel meines Autos entwendet und ist mit diesem gefahren. Er hat mehrere Unfälle verursacht, ca. 3 Fahrzeuge, 1 Verkehrsschild und eine Garage beschädigt. Nur Sachschäden. Er wurde von Passanten um 3.00 Uhr morgens festgehalten, diese haben die Polizei verständigt. Er hatte 1,62 Promille und mit 15 Jahren auch keinen Autoführerschein. Mein Fahrzeug hat auch einen Schaden (ca. 12.000 EUR). Der 15-jährige wurde nachts von seiner leiblichen Mutter von der Polizeiinspektion abgeholt. Mein Auto ist Haftpflicht und Vollkasko versichert. Nun zu meiner Frage: Wer bezahlt den Schaden an meinem Fahrzeug? Steigt meine Vollkasko-Versicherung? Wer bezahlt die Fremdschäden? Kann ein Regress vorgenommen werden? Gegen wen würde ein Regress gehen? Steigt die Versicherung auch im Falle eines Regresses? Kann man einen evtl. Regress rechtlich abwenden? Steigt meine Kfz-Haftpflicht? Dem 15-jährigen hatte weder eine Zustimmung noch eine Erlaubnis mein Fahrzeug in jeglicher Weise zu benutzen.. Es wurde auch öfters ein Alkoholverbot ausgesprochen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wer bezahlt den Schaden an meinem Fahrzeug?

Den Schaden trägt, soweit vom Versicherungsumfang umfasst die Fahrzeugvollversicherung (KASKO).

Steigt meine Vollkasko-Versicherung?

Ja, die Versicherungsprämien werden im nächsten Abrechnungszeitraum ansteigen, da ein Versicherungsfall eingetreten ist.Es gibt aber in manchen Versicherungsverträgen einen "freien" Versicherungsfall, bei dem zunächst die Beiträge nicht ansteigen. Teilweise hängt dies davon ab, ob sie das KfZ in einer vom Versicherer benannten Werkstatt reparieren lassen. Das wäre im Einzelfall zu prüfen.

Wer bezahlt die Fremdschäden?

Die Fremdschäden werden von Ihrer Haftpflichtversicherung übernommen.
Auch dies steigt, da sie in Anspruch genommen wird ab dem nächsten Abrechnungszeitraum an.

Auch im Regressfall steigt der Versicherungsbeitrag an, da auch im Regressfall die Versicherung in Anspruch genommen wird.

In den KfZ Versicherungsverträgen ist der Regress auf 2500 € bzw. 5000 € begrenzt. Regress bedeutet, das die Versicherung zunächst leistet, damit in Anspruch genommen wird und danach Rückgriff bei Ihnen nimmt.

Die Rückgriffsmöglichkeit der Versicherung besteht dann, wenn sie Ihren vertraglichen Pflichten und ihren Obliegenheiten vor und nach dem Versicherungsereignis nicht ordnungsgemäß nachkommen. Ob dies in Ihrem Fall in Betracht kommt kann an Hand der von Ihnen gemachten knappen Angaben zu Sachverhalt nur unzureichend beurteilt werden.
Es stellt sich bsw. die Frage wie es dem 15 jährigen gelang sich in Besitz ihres Kraftfahrzeuges zu bringen und ob sie ausreichend Vorkehrungen getroffen haben um dies zu verhindern. Entscheiden ist hierbei ob Ihnen ein Mitverschulden vorzuwerfen ist.

Diese Regelungen finden sie in § 2 b AKB

Einschränkung des Versicherungsschutzes
(1) Obliegenheiten vor Eintritt des Versicherungsfalles:
Der Versicherer ist von der Verpflichtung zur Leistung frei,
a) wenn das Fahrzeug zu einem anderen als dem im Antrag angegebenen Zweck verwendet wird;
b) wenn ein unberechtigter Fahrer das Fahrzeug gebraucht;
c) wenn der Fahrer des Fahrzeugs bei Eintritt des Versicherungsfalles auf öffentlichen
Wegen oder Plätzen nicht die vorgeschriebene Fahrerlaubnis hat;
d) ...
e) in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung, wenn der Fahrer infolge Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen.
Gegenüber dem Versicherungsnehmer, dem Halter oder dem Eigentümer befreit eine Obliegenheitsverletzung gemäß Buchstabe b), c) oder e) den Versicherer nur dann von der Leistungspflicht, wenn der Versicherungsnehmer, der Halter oder der Eigentümer die Obliegenheitsverletzung selbst begangen oder schuldhaft ermöglicht hat.
(2) Bei Verletzung einer nach Abs. 1 vereinbarten Obliegenheit oder bei Gefahrerhöhung
ist die Leistungsfreiheit des Versicherers in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung gegenüber dem Versicherungsnehmer und den mitversicherten Personen auf den Betrag von höchstens je 5.000,- EUR beschränkt.
Gegenüber dem Fahrer, der das Fahrzeug durch eine strafbare Handlung erlangt hat, ist der Versicherer in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung darüber hinaus vollständig von der Verpflichtung zur Leistung frei.

Die Reglungen zu den Obliegenheitspflichten nach dem Unfall finden sich in § 7 AKB.

Es ist davon auszugehen, dass der Versicherer in jedem Fall versuchen wird beim Fahrer Regress zu nehmen. Die Verantwortlichkeit des minderjährigen Fahrers richtet sich nach § 828 BGB .

Auf Grund des erheblich erscheinenden Schadens würde ich Ihnen dringend raten vor einer Äußerung gegenüber den Versicherern und der Polizei einen Kollegen vor Ort mit der Angelegenheit zu betrauen. Von diesem können die einzelnen sich stellenden Fragen auch zu einer möglich Mitverantwortlichkeit bewertet und entsprechende Einlassungen vorbereitet werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
T.Vogel

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