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120147028648


| 23.08.2007 11:48 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Guten Tag,
am 4.8.07 habe ich bei Ebay eine Geige für 634 Euro ersteigert. Verkäufer gab folgendes an: "Das Instrument befindet sich im spielfertigen Zustand - ein sehr gut rep. Riss an der linken Seite /keine anderen Beschädigungen". Der Versand sollte unversichert von Tschechien nach Deutschland erfolgen. Der Verkäufer hatte 30 positive Bewertungen - alles Geigenverkäufe - also bin ich davon ausgegangen, dass er seine Geigen ordentlich versendet. Letzten Freitag übergab der Postbote mir mittags, als ich gerade mit dem Auto wegfahren wollte, die Sendung. Die Geige wurde vom Verkäufer nur in ihrem Geigenkasten versendet, ohne zusätzlichen Kartonschutz. Ich war in Eile, weil ich meinen Sohn zu einer Geburtstagsfeier bringen musste, also machte ich im Auto die braunen Klebestreifen, mit denen der Kasten notdürftig zusammengehalten wurde, ab und warf einen Blick auf die Geige: Ich wollte sie herausheben und hielt plötzlich 2 Stücke in der Hand - der Hals war abgebrochen, es waren auch keine Reste von der Bruchstelle im Kasten zu finden, also MUSS die Geige schon in diesem Zustand verschickt worden sein. Es war im Auto ein weiterer Zeuge außer meinem 14j. Sohn, der alles bestätigen kann. Ich brachte meinen Sohn zu seinem Freund und fuhr anschließend direkt zur Postfiliale, um die Geige zurückzuschicken. Ich zeigte dem Postbeamten die kaputte Geige, er riet mir jedoch, das Problem erst mit dem Verkäufer zu klären, bevor ich die Geige, die ja schon bezahlt war, zurücksenden würde, sonst stünde ich am Ende ohne Geld und ohne Ware da. Am nächsten Tag schrieb ich den Verkäufer an und schilderte den Sachverhalt (am gleichen Tag konnte ich dies nicht erledigen, weil ich bis nachts unterwegs war).Ich schickte ihm Bilder von der kaputten Geige per Mail und teilte ihm mit, ich würde die Geige an ihn zurücksenden - nach Erhalt der Ware solle er mir mein Geld zurücküberweisen. Erst sagte er mir, ich solle mich an die deutsche Post wenden, er sei kein Betrüger, sein 100% Bewertungsprofil würde dies bestätigen. Ich antwortete, dass selbst wenn die deutschen oder tschechischen Postbeamten die Geige durch die Gegend geworfen hätten, niemand die Verantwortung dafür übernehmen würde, denn die Sendung ging unversichert raus. Außerdem habe er die Geige ohne jeglichen Schutz nur in ihrem Holzkasten und ohne Kennzeichnung wie "zerbrechlich" o.ä. auf die Reise geschickt. Naiverweise bin ich davon ausgegangen,dass der Verkäufer die Geige schon so gewissenhaft einpacken würde, dass sie den Transport nach Deutschland unbeschadet überleben würde. Ich kündigte dem Verkäufer an, ihn bei der Polizei anzuzeigen, sollte er seinen Schrott, den ich ihm für teures Geld abgekauft hatte, nicht zurücknehmen. Er antwortete mir, die Reparatur würde den Bildern nach wohl nicht mehr als 50-100 Euro kosten, außerdem sei er der Meinung, ich selbst hätte die Geige kaputt gemacht und wolle ihm den Schaden unterschieben, sonst hätte ich ihn nicht erst am nächsten Tag nach Erhalt der Sendung angeschrieben, um ihm den Schaden zu melden.Wie soll ich mich verhalten?

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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage des von Ihnen angebenenen Sachverhalts wie folgt:

Sollte es sich bei dem Verkäufer tatsächlich um einen Privatverkäufer handeln, müßten sie beweisen können, dass die Ware nicht ordnungsgemäß verpackt war. Grundsätzlich ging die Transportgefahr auf Sie bei Übergabe an die Post durch den Verkäufer auf Sie über.
Dies haben Sie dem Verkäufer allerdings bereits angezeigt und er hat sich nicht darauf eingelassen, so dass es gerichtlich Durchzusetzten wäre, was aus wirtschaftlicher nicht unbedingt zu empfehlen wäre.

Allerdings bezweifle ich ( nach Durchsicht des ebay- Profils ),
dass es sich um einen privaten Verkäufer handelt. Zwar ist er als solcher angemeldet, kann sich aber darauf selbstverständlich nicht berufen, wenn er gewerblich tätig ist. Das LG Mainz ( Az 30184/04 ) hat beispielsweise bereits bei dem Verkauf von 3 Kraftfahrzeugen ein gewerbliches Handel angenommen. Sollte der Verkäufer tatsächlich 20-30 Geigen oder Zubehör verkauft haben ( eine genaue Auswertung kann hier meinerseits im Rahmen dieser Online- Anfrage nicht vorgenommen werden ), so würde einiges für die Unternehmereigenschaft sprechen. Dies hätte zur Folge, dass zum einen die gefahr des Transportes nicht auf Sie übergangen ist, zum anderen würden Gewährleistungrechte bestehen und Sie könnten den Vertrag widerrufen.

Ich empfehle Ihnen, den Verkäufer auf seine ( vermutliche ) Unternehmereigenschaft hinzuweisen ( sollte diese gegeben sein, könnte er auch wettbewerbsrechtlich abgemahnt werden ) und den Verkäufer zur Nacherfüllung aufzufordern oder den Vertrag zu widerrufen.

Sollte es sich allerdings tatsächlich um einen Privatverkauf handeln, wäre Ihre Erfolgsaussichten aufgrund der Beweissituation schwierig.
Eine anzeige bei der Polizei/ Staatsanwaltschaft erscheint nicht erfolgsversprechend.

Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierung gegeben zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Günthner
Rechtsanwalt

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