Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
505.507
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

1&1 Kündigung - Eintrag in ICD Register

16.10.2012 21:58 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


Hallo

folgende Situation:
- Anfang 2010 wird ein Vertrag mit 1&1 geschlossen, DSL / Internet in Bonn
- Dezember 2010 Umzug nach München, Wohnung in Bonn wird vermietet, Vertrag läuft weiter
- Januar 2011 neuer Vertragsschluss mit 1&1 in München - es wird dem Angestellten in Karstadt gesagt, dass ein Vertrag mit 1&1 schon in Bonn besteht, dieser meint, kein Problem - es wird ein neuer Vertrag geschlossen - Handy-Nummer und Bankdaten sowie persönliche Daten bleiben bei beiden Verträgen gleich.
- Ummeldung erfolgt, München wird als Hauptwohnsitz, Bonn als Nebenwohnsitz angegeben.
- Januar 2012 erfolgt ein Umzug in München und damit auch ein Umzug des Münchner DSL Vertrags. Es gibt massive Probleme, Lieferverzögerungen, Leitung wird nicht geschaltet, über Monate kein Internet zur Verfügung gestellt - das führt zu Rücklastschrift meinerseits, es folgt eine schriftliche Auseinandersetzung, schlussendlich wird die Leitung nach dem 4. Vor-Ort Termin endlich freigeschaltet, ich einige mich mit 1&1, alles läuft weiter.
- Heute bekomme ich eine email vom Mieter dass Internet nicht funktioniert. Ein Anruf bei 1&1 ergibt, dass der Bonner Vertrag gekündigt ist wegen Zahlungsverzug und an Inkasso weitergeleitet. Auslöser war der damals im Zuge des Vertragsumzugs von mir eingeleitete Lastschriftwiderspruch - die Einzugsermächtigung hatte ich dann wieder erteilt, aber wohl nur für den Münchner Vertrag. Ausstehender Betrag (Hauptforderung) 81 € - das aber schon sehr lange (Seit April 2012), daher könnte 1&1 den Prozess nicht rückgängig machen und Inkasso (Koblenz Kredit Reform) sei zuständig, der Vertrag könne nicht fortgesetzt werden. Eine Fehl

Ich habe zum Bonner Vertrag keine Mahnung von 1&1 bekommen und wusste von dem Problem bisher gar nichts - mir war nicht bewusst, dass 1&1 meine beiden Verträge unter anderen Kundennummern führt - 1&1 hat die Mahnungen an die Bonner Adresse geschickt, die Mahnungen sind allesamt zurückgelaufen, weil sie an die falsche Adressse adressiert waren. Nun sage ich, dass ich zwar gerne sofort und auch mit Zinsen den ausstehenden Betrag bezahle, aber nicht Inkassogebühren und ausserdem eventuell vorhandene Eintragungen in den allgemeinen und Telekommunikationspool der ICD (infoscore Consumer Data GmbH) wieder gelöscht werden.

Frage: Kann ich von 1&1 Fortsetzung des Vertrags verlangen und Löschung eventueller Eintragungen ins ICD / Schufa?
Muss ich Inkassogebühren bezahlen, wenn ich nichts wusste von vorhandenen Forderungen gegen mich?
Muss nicht auch 1&1, wenn Mahnungen zurücklaufen entweder mich anrufen und nach der aktuellen Adresse fragen, oder meine Hauptadresse beim Meldeamt erfragen bevor das Ganze an Inkasso übergeben wird?
1&1 hätte ausserdem durch Abgleich der persönlichen Daten der Verträge (Name des Vertragsinhabers, Geburtsdatum, Handynummer, Bankkonto sind bei beiden Verträgen absolut identisch - nur die Adresse weicht ab) meine Hauptadresse ganz leicht rauskriegen können.

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworten darf:

Ein Eintrag in Auskunfteien ist nur bei unbestrittenen oder titulierten Forderungen zulässig. Da Ihnen nie eine Mahnung zugegangen ist, konnten Sie der Forderung nicht widersprechen. Wenn United Internet über Ihren Adresswechsel informiert war, weil Sie einen zweiten Vertrag für die Wohnung in München abgeschlossen hatten, sollte es nicht zu Ihren Lasten gehen, dass Sie die Mahnungen in Bonn nicht erreicht haben.

Vor diesem Hintergrund halte ich den Eintrag für unzulässig und es dürfte ein Löschungsanspruch bestehen.

Gleiches gilt auch für Inkassogebühren, die nur geltend gemacht werden dürfen, wenn Sie mit der Zahlung in Verzug waren. Wenn Sie keine Rechnungen erhalten haben, sind Sie auch nicht in Verzug geraten - es sei denn, es war Rechungsversand per E-Mail vereinbart. Das müsste ggf. geprüft werden.

Vorbehaltlich einer konkreten Prüfung aller Unterlagen gehe ich derzeit davon aus, dass die Kündigung des Bonner Vertrages wegen Zahlungsverzuges unwirksam ist.

Sie sollten allerdings, nachdem Sie das Geschäftsgebahren von 1&1 nun kennengelernt haben, überlegen, ob Sie die Gelegenheit nicht nutzen wollen, sich von diesem Anbieter zu verabschieden.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort weitergeholfen zu haben und stehe Ihnen für eine etwaige Vertretung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 17.10.2012 | 00:17

Sehr geehrter Herr RA

vielen Dank für Ihre Antwort. Ich hatte wohl beim Bonner Vertrag gar keine email-Adresse angegeben, die Mahnungen wurde lediglich auf einer Internet-Seite von 1&1 (im "Kundencenter") zur Verfügung gestellt - ich habe mich da allerdings nie eingeloggt. Beim zweiten Vertrag habe ich eine email-Adresse angegeben - und darüber auch Kommunikation erhalten und sofort beantwortet, wenn was anstand.
An wen würden Sie sich nun wenden, an 1&1 oder an das Inkasso-Büro? Muss 1&1 eventuelle Anwaltskosten übernehmen, wenn ich auf Auskunft über Einträge in Auskunfteien und Fortsetzung des Vertrages bestehe (ich will keinen weiteren Aufwand haben...)?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.10.2012 | 11:13

Ich empfehle Ihnen, sich an das Inkassobüro zu wenden, da dieses mit der Geltendmachung der Forderung beauftragt ist. Wenn Sie die Mahnungen in Ihren Account bekommen haben, diesen aber nie abgerufen haben, müsste der Vertrag daraufhin überprüft werden, ob dort diese Art der Kommunikation vereinbart wurde - das wäre dann für Sie nachteilig, weil es dann zu Ihren Lasten geht, dass Sie die Mahnungen nie abgerufen haben.

1&1 wird Ihre Anwaltskosten sicher nicht ohne Klageverfahren tragen.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65539 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort kam schnell und war verständlich. ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Schnelle Antwort mit Verweis auf gültige Rechtsnormen und entsprechenfe Handlungsempfehlung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
die antwort war gut. ...
FRAGESTELLER